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Handball
Merzig-Hilbringen demontiert den Meister

Jung-Wolf mit großem Talent: Michael Arnold brachte sein Team nach der Pause mit vier Treffern auf die Siegerstraße.
Jung-Wolf mit großem Talent: Michael Arnold brachte sein Team nach der Pause mit vier Treffern auf die Siegerstraße. FOTO: Dillschneider
Merzig. Bereits zwei Wochen vor Fastnacht setzte Handball-Saarlandligist HSV Merzig-Hilbringen Meister TV Niederwürzbach die Narrenkappe auf. Mit dem 28:21-Heimsieg behaupteten die Wölfe Rang zwei. Von Roland Schmidt

Klare Ansage: In der Handball-Saarlandliga klatschte der HSV Merzig-Hilbringen am 16. Spieltag den TV Niederwürzbach im Thielspark mit 28:21 vom Feld und setzte vor 250 Zuschauern ein fettes Ausrufezeichen. Auch ohne Torjäger Dejan Pavlov (Bruch des Nasenbeins) seifte der personell angeschlagene Oberliga-Absteiger den Meister heftig ein.



Ergänzungsspieler sprangen in die Lücke, und Talente wie Michael Arnold oder Lukas Schwindling übernahmen Verantwortung – was Trainer Michael Göbel besonders freute. „Maurice Duchene spielte wegen einer Knieverletzung nur sporadisch mit. Torwart Matthias Hoffeld plagten Hüftschmerzen, und Alex Bernardy ist am Arm verletzt. Unser Erfolg ist also noch viel höher anzusiedeln“, betonte der HSV-Trainer und lobte die angeschlagenen Spieler.

Nach nervösem Beginn (1:1, 3:3, 5:5) stellte sich der gastgebende Tabellenzweite immer besser auf den Tabellenvierten ein. Die doppelte Manndeckung gegen die Niederwürzbacher Torjäger Johannes und David Leffer zeigte Wirkung, doch es gab ein anderes Problem. „Wir haben vorne zu viele Chancen vergeben und sind folglich mit einem knappen Rückstand in die Pause gegangen“, kritisierte Göbel. Die laute Kabinenansprache zeigte Wirkung und sein Team fortan konzentriertere Würfe. Die Wölfe spielten wie ausgewechselt und zogen über die starke Abwehr (mit Duchene und Marcel Rudolph im Innenblock) ihr Tempospiel auf.

In der ersten Hälfte hatten David Pfiffer und Michael Arnold noch unter den Möglichkeiten gespielt. Zwischen der 32. und 42. Minute hämmerte der Kapitän drei Bälle ins Netz. Arnold warf in dieser Phase vier Tore – und sein Team mit 19:14 (42.) sowohl in Führung als auch auf die Siegesspur. „Da war die Partie gelaufen, auch weil wir weiterhin eine starke Deckung gespielt haben. Nur so konnten wir gewinnen“, sagte Göbel.

Die zweiwöchige Fastnachtspause soll nun vornehmlich zur Regeneration genutzt werden. Danach wollen die Wölfe versuchen, Tabellenplatz zwei zu verteidigen. Titelchancen rechnet sich Göbel bei sechs Punkten Rückstand auf die HWE Homburg nicht aus. Der Tabellenführer präsentiere sich sehr stabil. Seine Mannschaft müsse sich dagegen noch weiter einspielen. „Wir haben nach dem Abstieg den Neuaufbau mit jungen Spielern zwar toll hinbekommen, aber wir sollten die Kirche noch im Dorf lassen. Für uns wird es erst in der nächsten Saison interessant“, prophezeit der HSV-Teamchef.

Die Tore für den HSV Merzig-Hilbringen: Laszlo Kinsces (7/2) David Pfiffer (6/1) Michael Arnold (6) Dino Zveckic (4), Lukas Schwindling (3), Marcel Rudolph (2).