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Merzig: Erlebnisse von Benni Over beeindruckten die jungen Zuhörer

Infoveranstaltungen in Merzig : Unterwegs, um Orang-Utans zu retten

Der Regenwald ist das Thema mehrerer Vorträgen in Merzig gewesen. Zu Gast waren Benni Over und seine Familie.

„Die Situation der akut vom Aussterben bedrohten Orang-Utans und deren Lebensraum vs. Konsumverhalten“: Dieses Thema stand vor kurzem in der Stadtbibliothek und im Jugendhaus auf der Tagesordnung. Zu Gast waren Benni, Connie und Klaus Over. Für sie war es der erste Besuch überhaupt im Saarland.

Der 29-jährige Benni ist an einem schleichenden Muskelschwund erkrankt, sitzt im Rollstuhl und kann nur noch seine Finger bewegen. Seit einem Herzstillstand 2016 wird er überwiegend von einer Maschine beatmet. Trotz seiner Handicaps setzt sich Benni mit ganzer Kraft für die Rettung seiner Lieblingstiere, der Orang-Utans, und des Regenwalds, ihres Lebensraums, ein.

Die Behindertenbeauftragte der Kreisstadt Merzig, Sarah Klemm, freute sich sehr, dass sich Familie Over die Kreisstadt Merzig für ihren Besuch ausgesucht hatte. Zum ersten Vortrag in der Stadtbibliothek begrüßte sie gemeinsam mit der Leiterin Martina Walbach zwei vierte Klassen der Grundschule St. Josef und eine Klasse der Kreuzbergschule sowie die Landtagsabgeordnete Martina Holzner.

Zum zweiten Vortrag am Mittwochvormittag waren drei vierte Klassen der Kreuzbergschule eingeladen. In Vertretung des Bürgermeisters bedankte sich auch Manfred Kost herzlich für das Kommen von Benni und überreichte ein kleines Geschenk. Er sei sehr gespannt, so Kost, was ihn bei diesem Vortrag erwarte. Im Vorfeld der Veranstaltung habe er bereits einiges über Benni und sein Projekt gelesen, was ihn sehr beeindruckt habe.

Anhand vieler Fotos vermittelte Klaus Over, der gesundheitsbedingt die Ausführungen für seinen Sohn übernommen hatte, den Zuhörern, welche dramatischen Folgen die Regenwaldzerstörung für die lokale Bevölkerung, die Arten, die Biodiversität und das Klima weltweit hat – und was dagegen unternommen werden kann. So erfuhren die Kinder beispielsweise folgendes: Wenn Merzig keine Stadt, sondern ein Regenwald wäre, wäre die komplette Fläche innerhalb von zwei Tagen komplett abgeholzt.

Innerhalb von knapp sechs Monaten produzierten Benni, seine Familie und seine Assistenten, kurz „Team Benni“, die fiktive Geschichte „Henry rettet den Regenwald“, einen 20-minütigen Trickfilm mit realen Hintergründen. Damit wurden die Viertklässler in ein so globales Thema wie den Klimawandel geführt und angeregt, über Handlungsalternativen nachzudenken.

Besonders beeindruckten alle die Aufnahmen von Bennis Reise ins Land der Orang-Utans, die ihn 2016 mit seinem Rollstuhl auf die Insel Borneo, Indonesien, führte. Hier zeigte sich, welche Strapazen Benni und seine Familie auf sich nahmen, um seinen Lebenstraum zu erfüllen: sein Patenkind, den Orang-Utan „Henry“, in dessen Heimat zu besuchen.

Der dritte und letzte Vortrag für Besucher ab zehn Jahren fand im Jugendhaus Merzig statt. Dort wurde eine Spendenbox aufgestellt, um einem Wiederaufforstungsprojekt in Indonesien zu helfen, das Benni unterstützt. Die lokale Bevölkerung wird in die Errichtung des Waldes, der „Bennis Wald“ heißen soll, eingebunden und dazu sollen Arbeitsplätze mit einem fairen Einkommen gewährleistet werden.

Die Verantwortlichen freuten sich, zum Ende der Veranstaltung eine Summe von rund 140 Euro an Familie Over übergeben zu können. Der Betrag wird in Kürze von der Behindertenbeauftragten, der Fairtrade-Beauftragten und aus den Erlösen des Getränkeverkaufs im Jugendhaus Merzig aufgestockt.

Passend zum Thema informierte auch die Fairtrade-Beauftragte der Kreisstadt Merzig, Pia Schäfer, zum Thema Fairer Handel und hielt für jeden Gast eine Kleinigkeit bereit. So bekamen die Besucher Bananen, Saft, Gummibärchen oder Schokolade aus dem Fairen Handel und frei von Palmöl.

Die Bücher „Henry rettet den Regenwald“ und „Im Rollstuhl zu den Orang-Utans“ sowie die DVD zum Trickfilm können ab sofort in der Stadtbibliothek in Merzig ausgeliehen werden.