Merzig: Bronze für die Villa Bauer in Merzig

Neueindeckung des Daches abgeschlossen : Bronze für die Villa Bauer in Merzig

Die Villa in der Hochwaldstraße ließ sich Fliesenfabrikant Nikola Bauer um 1890 errichten. Eine Tafel soll an die Renovierung durch die Eigentümerin, die Stiftung Denkmalschutz und die Glücksspirale erinnern.

In diesen Tagen erreicht Caroline Wolf, Eigentümerin der Villa Bauer, eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der Glücksspirale“. Die Tafel soll das Engagement der Förderer von DSD und Glücksspirale nach Abschluss der Restaurierungsmaßnahmen an vorbildlichen Objekten in Erinnerung halten und zu weiterer Unterstützung motivieren, heißt es in der Erklärung der Stiftung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) beteiligte sich im vergangenen Jahr nach eigener Auskunft mit 56 500 Euro an der Neueindeckung des historischen Schieferdaches. Die denkmalgeschützte Villa Bauer gehört zu über 50 Denkmalen, die die private DSD dank Spenden und Mittel der Glücksspirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein im Saarland fördern konnte.

Die Villa Bauer befindet sich mitten in Merzig, in der Hochwalstraße, nahe der Saar und dem Stadtpark. Sie entstand zusammen mit weiteren Villen Ende des 19. Jahrhunderts an der damaligen Kaiserstraße. Direkt neben der Villa Bauer steht die evangelische Friedenskirche aus dem Jahr 1865.

Die neubarocke Villa ließ sich der Fliesenfabrikant Nikola Bauer um 1890 errichten als Ersatz für sein bisheriges Wohnhaus in der Bahnhofstraße, das fortan als Landratsamt diente. Der zweistöckige Sandsteinbau wurde auf L-förmigem Grundriss errichtet und besitzt besonders von der Straße aus einen repräsentativen Anblick.

Hinter einem schmalen Vorgarten mit aufwendiger schmiedeeiserner Zaunanlage erhebt sich die asymmetrisch gegliederte Fassade mit Eckquaderungen und von Segmentbögen überfangenen, hochrechteckigen Fenstern. Ein seitlicher Erker im Erdgeschoss weist gleichfalls Eckquaderungen auf und bietet im Obergeschoss Platz für einen Balkon mit steinerner Balustrade. Ein umlaufendes, hohes Traufgesims mit hölzernen Konsolen leitet zum schiefergedeckten Walmdach über, das ursprünglich eine schmiedeeiserne Firstbekrönung trug.

Der Zugang erfolgt seitlich über eine Treppe. Die reich geschmückte Tür und ein Mosaik auf dem Treppenpodest sind erhalten. Die verputzte Rückseite des Baus ist etwas schlichter gehalten. Im Detail fallen die um die Jahrhundertwende beliebten okkulten Symbole auf, wie etwa die Lebensräder im Scheitel von Tür und Fenstern. Im Inneren sind zahlreiche bauzeitliche Details erhalten, so die Originalfliesen aus der Fabrik Rieff & Bauer, Stuckdecken, Innentüren und die Holztreppe mit gedrechseltem Geländer.

Die von der DSD geförderte Sanierung des Daches war die letzte notwendige bestandserhaltende Maßnahme, nachdem die Eigentümer das Gebäude wieder in einen guten Zustand versetzt hatten. So hatten sie viel Wert darauf gelegt, die Substanz, wie etwa den Stuck im Erdgeschoss und zwei dort befindliche historische Öfen, zu erhalten.

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