Merzig: Alleine leben, ohne allein zu sein

Senioren und Paten feierten Begegnungsfest : Wie Senioren alleine leben, ohne allein zu sein

Bei einem Begegnungsfest im „Römer“ in Merzig haben Senioren und ihre Paten aus dem Projekt „Seniorenpaten“ gemeinsam gefeiert.

Das Leader-Projekt „Seniorenpatenschaften“ ist ein Begleitdienst für ältere, einsame Menschen im Landkreis Merzig-Wadern. Paten besuchen Senioren zu Hause und schenken ihnen Zeit. Zeit zum Zuhören, Zeit zum Kaffee trinken, Zeit zum Spielen, Zeit zum Spazieren gehen, Zeit zum Reden.

Um älteren Menschen ein selbständiges Leben zu ermöglichen, vermittelt der Caritasverband Saar-Hochwald engagierte Freiwillige als Seniorenpaten. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind für die älteren Menschen Gesprächspartner und Begleiter und stehen als vertrauensvolle Person an der Seite der Senioren, um Unterstützung und Abwechslung in den Alltag zu bringen.

Der Caritasverband sagt Danke für diese tolle Arbeit und lud daher kürzlich alle Ehrenamtlichen mit ihren Senioren zum Begegnungsfest ein. Im Hotel-Restaurant „Römer“ in Merzig kamen mehr als 55 Gäste zusammen, darunter auch Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und Vertreter der LAG des Landeskreises Merzig-Wadern.

Beim gemeinsamen Kaffee trinken hatten sie Gelegenheit, sich in gemütlicher Atmosphäre auszutauschen. Eine Bilderpräsentation zeigte Fotos von Patenschaften, die bei den Besuchen sichtlich viel Spaß miteinander erleben. Unter musikalischer Begleitung mit Akkordeon wurden zahlreiche Lieder gemeinsam gesungen, es wurde sogar losgelöst getanzt.

In ihrem Grußwort würdigte die Landrätin des Kreises Merzig-Wadern, Daniela Schlegel-Friedrich, die Arbeit der Caritas mit den Worten: „Ich finde es toll, dass sich so viele Ehrenamtliche für das Projekt ‚Seniorenpatenschaften’ engagieren.“ Sie führte weiter aus: „Im vergangenen Jahr waren im Landkreis Merzig-Wadern 36 Seniorenpaten mit 1162 Einsätzen und 2675 geleisteten Besuchsstunden bei 42 alleinlebenden Senioren im Einsatz. Sie leisten einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft. Ehrenamtsarbeit kann nur gut funktionieren, wenn ein starkes Team von Hauptamtlichen sie begleitet und ihnen zur Seite steht.“

Caritasdirektor Frank Kettern schloss sich diesen Worten in seiner Ansprache an: „Es ist schön, dass ältere Menschen einen regelmäßigen Gesprächspartner haben, der ihnen zuhört und hilft, mal wieder aus der Wohnung zu kommen. Unterstützung bei der Korrespondenz zu haben und die Alltagssorgen zu bewältigen schätzen die meisten Seniorinnen und Senioren.“ Es seien oft die alltäglichen Dinge, die das Leben lebenswert machen. Die Senioren würden zwar allein leben, aber nicht alleine sein. „Sich angenommen fühlen, zur Gesellschaft dazu zu gehören, das erreichen Sie durch Ihre wöchentlichen Besuche“, betonte er.

Die Dienststellenleiterin der Caritas im Landkreis Merzig-Wadern, Sara Kuhn, weiß: „Es kommt in unseren Diensten der Caritas oft vor, dass wir Menschen in schwierigen Lebensphasen begleiten.“ Den Seniorenpaten zugewandt bedankte sie sich bei ihnen mit den Worten: „Durch Ihren Einsatz tragen Sie ein großes Stück dazu bei, dass uns das gelingt.“ Auch den Senioren dankte sie für das Vertrauen, das sie dem Besuchsdienst für ältere Menschen entgegenbringen.

Wer Lust hat, selbst Seniorenpate zu werden, oder als Senior besucht zu werden, der kann sich melden bei Regine Maas-Kelkel, Telefon (0 68 61) 9 12 07 22 oder E-Mail r.maas-kelkel@caritas-merzig.de, oder bei Andreas Philipp, Telefon (0 68 61) 9 12 07 17 oder E-Mail a.philipp@caritas-merzig.de. Beide sind für die fachliche Koordination und Leitung des Projektes „Seniorenpatenschaften“ zuständig.

Mehr von Saarbrücker Zeitung