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Merchingen: Lions spenden 10 000 Euro für Therapiehunde

Merzig : Lions spenden 10 000 Euro für Therapiehunde

„Lions helfen dort, wo es Not tut,“ betonte der Präsident des Lions-Clubs Merzig, Professor Edmund Wax, im Beisein von Professor Jörg Loth und Markus Koster, als er im Hotel Römer in Merzig für das Lions-Hilfswerk Sara Kuhn und Jessica Schwindling vom Caritasverbandes Saar Hochwald einen Scheck in Höhe von 10 000 Euro überreichte.

Das Geld soll zum Einsatz von zwei speziell ausgebildeten Therapiehunden in der Caritas-Tagesförderstätte Merchingen kommen. Nutznießer wären dann 21 schwerbehinderte Menschen, die „tagtäglich“ in Merchingen betreut werden. Erste Tests verliefen positiv.

Wie Edward Wax in Merzig erklärt, kam diese imposante Spende hauptsächlich aus zwei erfolgreichen Aktionen der Lions zustande. Zum einen kochten sie für die gute Sache, zum anderen veranstalteten unter dem Motto „Moselle-Sarre-grenzenlos“ in der Merziger Pfarrkirche Sankt Peter ein Benefizkonzert.

„Die Wirkungen von Therapiehunden sind vielfältig und von komplexer Natur,“ betont Edmund Wax, selbst begeisterter Hundehalter. „Regelmäßige Kontakte wirken durchaus nachhaltig auf Geist Körper, ganz ohne Chemie,“ führte er weiter aus. „ Für viele Menschen sind diese Therapiehunde die beste Medizin,“ ergänzt Jessica Schwindling, die Leiterin der Merziger Tagesförderstätte. „Sie steigern das Selbstwertgefühl, die Förderung der Sinneswahrnehmung und Senkung des Muskeltonus,“ fährt sie fort. „Durch Körperwärme, die durch Kuscheln mit dem Therapiehund zum behinderten Menschen übertragen wird, entspannt sich der Patient. Spastik und Verspannungen lassen sich leichter lösen und können vermindert werden“, ergänzt Sara Kuhn, die Dienststellenleiterin des Caritasverbandes Saar Hochwald in Merzig.

Wie Edmund Wachs weiter ausführt, findet man im Internet und in der Fachliteratur viele interessante und neue Einsatzmöglichkeiten von Therapiehunden. So gibt es Vierbeiner, die Diabetiker vor Unterzuckerung oder Epileptiker vor Krampfanfällen warnen. Andere Hunde „wittern“ frühzeitig Tumore. Wissenschaftler arbeiten weltweit an einer solchen Früherkennung mit Hunden. In einer japanischen Studie identifizierte ein Labrador Darmkrebskranke, an einem Pariser Klinikum hat ein Schäferhund den richtigen Riecher zur Erkennung von Prostatakrebs. Auch bei der Thorax-Chirurgie des Klinikums Würzburg wird diesbezüglich geforscht, um die Hunde mit ihrem feinen Geruchssinn als Katalysator zur Früherkennung von Tumoren und Metastasen zu nutzen, die auf Röntgenbildern noch gar nicht zu erkennen sind.

„Das Thema ist wissenschaftlich hoch spannend und wahnsinnig relevant,“ betont Edmund Wax. Hunde und Menschen verbindet nach seinen Worten eine enge Beziehung. Seit Jahrtausenden stellen die Nachfahren der Wölfe ihre Fähigkeit in den Dienst ihrer Besitzer, etwa als Hirte- oder Jagdhund, wie bei ihm selbst. Nach dem Ersten Weltkrieg begannen sie Blinden zu helfen, neuerdings machen sie sich auch im medizinischen Bereich nützlich. „Hunde kommen inzwischen in der Kinderpsychiatrie, in Kindergärten und Altenheimen, aber auch bei demenzkranken alten Menschen zum Einsatz,“ betont Edmund Wax.

Tiererzieherin und Hundetherapeutin Jutta Birk (Hundeschule Schnauzentreff) konnte nicht nur bei ersten „Testeinsätzen“ in Merchingen beeindruckende Erfolge erzielen, sondern mit ihrer hohen Fachkompetenz auch die Merziger Lions-Mitglieder für die Unterstützung der „Hundetherapie“ überzeugen. Wie Wax betonte, ist aber nicht nur der Einsatz von sogenannten Therapiehunden aufwendig. Allein ihre Auswahl und Ausbildung erfordert Geduld, fachliche Qualifikation und viel Zeit.