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Merzig
Menschenbilder mit eigenen Geschichten

Der Herr auf dem Foto in der Mitte ist wohlbekannt: Es ist Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der in die Kamera lächelt. Rechts steht Fotograf Andrew Wakeford, links Christian Finkler, stellvertretender Verwaltungsdirektor des SHG-Klinikums Merzig.
Der Herr auf dem Foto in der Mitte ist wohlbekannt: Es ist Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der in die Kamera lächelt. Rechts steht Fotograf Andrew Wakeford, links Christian Finkler, stellvertretender Verwaltungsdirektor des SHG-Klinikums Merzig. FOTO: Harald Kiefer/SHG
Merzig. Eindrücke und Ausdrücke zeigt der Fotograf Andrew Wakeford derzeit im SHG-Klinikum in Merzig. Von Tina Leistenschneider

Ein verschmitzt dreinblickender Helmut Schmidt, wohlgemerkt ohne Zigarette, ist einer von den 48 Menschen, die der Fotograf Andrew Wakeford in seiner Ausstellung „Eindrücke/Ausdrücke“ im Foyer des Klinikums Merzig zeigt. „Als ich ihn in Hamburg für ein Buch fotografierte, sagte ich ihm, dass ich ihn früher auch schon einmal in Saarbrücken vor der Linse hatte“, erzählt Wakeford den Gästen bei der Vernissage. „Damals, als Oskar Lafontaine Oberbürgermeister war und noch Respekt vor Ihnen hatte.“ Der Altkanzler habe grummelnd geantwortet: „Der hatte noch nie Respekt vor mir.“


Wakeford hat in seinem Leben viele Politiker fotografiert, meist im Auftrag von Parteien. So hatte der gebürtige Brite, den der Zufall Anfang der 70er Jahre ins Saarland verschlug, sein Geld zunächst mit Werbefotografie verdient. Spezialisiert auf Menschen, ist seine Palette immer breiter geworden. Auch Mode-Shootings gehörten dazu.

„Anfang der 90er Jahre waren wir Nachbarn in Saarbrücken“, berichtet Helmut Isringhaus. Der frühere Chefarzt im Herzzentrum der SHG-Kliniken Völklingen hatte den Anstoß zur Ausstellung gegeben. Bei der Porträt-Fotografie ist Wakeford geblieben, arbeitet inzwischen vermehrt künstlerisch. Bei allen in Merzig gezeigten Aufnahmen, die quer durch die Welt entstanden, hängt eine Geschichte. Denn nicht alle Köpfe sind oder waren so prominent wie Schmidt, aber interessant. „Sie lernen dadurch vielleicht den einen oder anderen Menschen ein wenig kennen“, sagt Wakeford.



Die Ausstellung ist bis April im Foyer des SHG-Klinikums zu sehen.