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Menningens erster Höhenflug seit 27 Jahren

Menningens erster Höhenflug seit 27 Jahren

Kreisligist SV Menningen feiert den ersten Meistertitel seit 1990. Nur Trainer Raphael Stutz hat danach ein mulmiges Gefühl.

Als Raphael Stutz am Sonntag von seinem Team auf Händen durch die Luft geschleudert wurde, war einiges an Unbehagen mit im Spiel: "Da wurde mir schon etwas mulmig zu Mute. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es eine sichere Angelegenheit ist", sagte der 28-jährige Trainer von Fußball-Kreisligist SV Menningen - und war froh, als er den "Höhenrausch" unbeschadet überstanden und wieder festen Halt unter den Füßen hatte.

Ebenso wenig wie Stutz war den Menninger Spielern zuvor auch die Meisterschaft nicht mehr aus den Händen geglitten: Mit einem 7:0-Erfolg im letzten Saisonspiel über die SSV Oppen II machte der SVM alles klar. Bei fünf Punkten Vorsprung auf Verfolger FC Beckingen können sich die spielfreien Menninger am letzten Spieltag genüsslich zurücklehnen - oder einfach weiter feiern, wie sie es nach dem ersten Titelgewinn seit 27 Jahren schon ausgiebig getan haben: Nach dem Kantersieg mit Anlaufzeit - Sebastian Hoffeld traf erst nach 33 Minuten zum 1:0, zur Pause stand es nur 2:0 - rollte alsbald der Traktor an.

Nach den ersten Bierduschen an Ort und Stelle feierten die Menninger auf dem Anhänger während einer Runde um den Bietzer Berg ausgelassen die verdiente Meisterschaft. Die Bilanz ist beeindruckend: Nur zwei von 28 Spielen gingen verloren, die Mannschaft holte satte 70 Punkte, bei einem Torverhältnis von 108:28. Während Trainer Stutz vor dem Heimspiel gegen Oppen II von Vorbereitungen für eine mögliche Titel-Feier nichts wissen wollte ("Ich bin da etwas abergläubisch"), überließ Menningens 2. Vorsitzender Alexander Erbel nichts dem Zufall und organisierte nebst Traktor auch ein Feuerwerk.

Im Spiel blieb das Feuerwerk dagegen zunächst aus. Erst in Hälfte zwei ließ es Menningen vor 250 Zuschauern doch noch mal krachen: Zwei Mal Georg Sonnier (61. und 67. Minute), Mentor Avdijaj (71.), Dennis Thiel (77.) und Lukas Fey (86.) schraubten das Resultat in die Höhe. "Nach nervösem Beginn lief es schön und entspannt. Ich freue mich unheimlich über meine erste Meisterschaft als Trainer. Einen Krimi hätte ich wirklich nicht mehr gebraucht", sagte Stutz.

Bei all der Freude vergaß er auch nicht den Mann, der die Vorarbeit zu den ausgelassenen Feierlichkeiten geleistet hatte: Dirk Frenskowski. Der 41-Jährige war bis Winter SVM-Spielertrainer, ehe es ihn beruflich als Architekt nach Österreich verschlug. "Er hat sich auch mit uns gefreut. Dirks Anteil am Erfolg ist riesengroß", lobte Stutz den Bauherrn des Aufschwungs, der das neu formierte Team nach dem enttäuschenden siebten Platz im Vorjahr nun in die Bezirksliga gespült hat. Stutz freut sich bereits: "Das ist die begehrteste und attraktivste Klasse in der Region. Dort warten tolle Derbys. Für uns gibt es da nur das Ziel Ligaverbleib." Doch bis dahin ist noch ganz viel Zeit für die eine oder andere weitere Feier.