Mehrgenerationendorf Bietzerberg landet bei Bundeswettbewerb auf Platz 2

Kostenpflichtiger Inhalt: Bietzen : Ein mustergültiges Miteinander

Mehrgenerationendorf Bietzerberg belegt beim Deutschen Nachbarschaftspreis den zweiten Platz auf Bundesebene.

Generationen zusammenführen und das gemeinsame Dorfleben fördern – diesen Aufgaben hat sich der Verein „Bietzerberg miteinander füreinander“ verschrieben. Und das seit Jahren erfolgreich: Beim Deutschen Nachbarschaftspreis belegte das Mehrgenerationendorf Bietzerberg vergangene Woche Platz zwei auf Bundesebene (die SZ berichtete kurz).

Die Auszeichnung ist für Bietzens Ortsvorsteher und ersten Vorsitzenden des Vereins, Manfred Klein, eine Bestätigung: „Ich freue mich sehr, dass die Arbeit der Jahre wertgeschätzt wird“, sagt Klein, mit Genugtuung habe er auf das Ergebnis reagiert. „Etwa 72 Menschen engagieren sich hier ehrenamtlich und tragen zum ‚Wir‘-Gefühl auf dem Bietzerberg bei.“

Dass die Anteilnahme groß ist, zeigte sich beim ersten Bayern Brunch Bietzen, bei dem sich zahlreiche Förderer und Mitglieder einfanden, um gemeinsam den Sieg zu feiern. „Der Preis gibt der ganzen Dorfgemeinschaft etwas zurück“, findet Klein – darauf sei man stolz. „Man merkt das Interesse an der Sache“, ergänzt er.

Vor etwa drei Monaten habe Klein die Bewerbung ausgefüllt. Wie es dazu kam? „Die Stiftung nebenan.de bekundete Interesse“, rekapituliert Klein, er habe eine Sammel-E-Mail erhalten, sich die Voraussetzungen zur Bewerbung durchgelesen und festgestellt: „Wir sind ein Projekt, das in die Ausschreibung passt.“ Folglich setzte er sich an den Schreibtisch und beschrieb die Tätigkeit des Vereins. Zur Unterstützung der Vereine würde er sich einen hauptamtlichen Mitarbeiter bei der Stadt wünschen, der bei Fragen zur Anfertigung von Anträgen helfen könnte.

Die Stiftung nebenan.de zeichnet Projekte aus, die dem demographischen Wandel entgegenwirken und nachbarschaftliches Engagement stärken. „Bewerben konnte man sich in fünf unterschiedlichen Kategorien“, weiß Klein, „aber das war schwer für den Bietzerberg, weil wir in mehrere Kategorien passen, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt durch lokale Begegnung und unterstützende Umfelder durch solidarische Gemeinschaften“, erzählt er. „Wir passen in kein Entweder-Oder rein.“ Entschieden hat sich Klein dann doch, für die Kategorie Nachbarschaft und Feste feiern, weil das seit jeher Bestandteil des Vereins sei. „In den Dörfern des Bietzerbergs werden die demographischen Herausforderungen direkt vor Ort gelöst: Im einem rein ehrenamtlich sanierten Pfarrhaus wirken engagierte Nachbarn Alterseinsamkeit entgegen, entlasten bei der Pflege von Angehörigen und greifen da unter die Arme, wo familiäre Strukturen nicht mehr ausreichen“, begründet die Stiftung ihren Beschluss.

Wie man auf dem Bietzerberg von dem Ergebnis erfuhr? „Bei der Wahl zum Landessieger wurden wir einen Tag vorher informiert, um uns auf Medieninteresse einzustellen“, erzählt Klein. Dass sie auf Bundesebene den zweiten Platz erreichten, „wussten wir bis Donnerstagabend nicht“. Stellvertretend für den Verein fuhren Therese Schmitt und Reinhard Kremer nach Berlin, um an der Preisverleihung mitzumachen. „Wir sind alle in einer WhatsApp-Gruppe und die beiden hielten uns vom Betreten der Congresshalle bis zur Verleihung auf dem Laufenden“, berichtet Klein. Danach habe es sich schnell herumgesprochen, sowohl im Dorf als auch über Facebook. Klein war es wichtig, dass andere den Preis entgegennehmen, weil „sich das Projekt nicht über eine Person definiert“. Wie Therese Schmitt, Ortsvorsteherin von Menningen, die Verleihung erlebte? „Es war ein ganz besonderes, spannendes und Mut machendes Erlebnis.“

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