Mehr als nur Sprache lernen

Zwei Wochen lang sind Schüler aus Lothringen zu Gast bei ihren Austauschpartnern vom Merziger Gymnasium am Stefansberg. Gesprächsstoff bot unter anderem das Schulsystem, das in Frankreich wesentlich strenger als in Deutschland ist.

"Wir dürfen weder im Schulgebäude noch auf dem Hof essen - nur mittags in der Schulkantine", erzählen die zehn Gastschüler aus Lothringen , die derzeit im Rahmen des Robert-Schuman-Austauschprogrammes zwei Wochen mit ihren deutschen Partnern den Unterricht am Merziger Gymnasium am Stefansberg (GaS) besuchen. Sie sind überrascht über die Freiheit an deutschen Schulen: "Unser Schulgebäude ist eingezäunt, damit niemand es ohne Erlaubnis verlassen kann; es gibt sogar Überwachungskameras." Aber nicht nur die größere Freiheit hat die Gäste aus Frankreich beeindruckt, sie loben auch die freundliche Atmosphäre am GaS und den partnerschaftlichen Umgang der Lehrer und Schüler miteinander.

Mehr Zeit für Freunde

Und sie genießen es, dass der Unterricht hier nicht erst um 17 oder 18 Uhr endet, sondern die Schüler viel mehr Zeit in der Familie oder mit Freizeitaktivitäten verbringen können.

Die zehn Teilnehmer auf deutscher Seite kommen aus verschiedenen 9er-Klassen des Gymnasiums am Stefansberg. Sie haben ihrerseits vor den Herbstferien zwei Wochen bei ihren Partnern in Frankreich verbracht. "Es ist für 14-Jährige durchaus eine Herausforderung, sich allein in eine fremde Familie, in eine fremde Sprache und Schulkultur einzugliedern", weiß Französischlehrerin Stephanie Ascher, die den Austausch gemeinsam mit den Französischlehrern der Schule betreut. Aber diese Herausforderung haben alle mit Bravour gemeistert und durchweg positive Erfahrungen gemacht: "Seit dem Austausch hat sich mein Französisch deutlich verbessert und ich bin viel sicherer beim Sprechen geworden", berichtet Neuntklässlerin Katharina Lux und fügt hinzu: "Bei unseren Gastfamilien in Frankreich waren alle total nett und haben uns überall sofort integriert." Das kann auch Klassenkameradin Hannah Setter bestätigen: "Ich habe viele neue Freunde gefunden und fahre gerne bald wieder nach Frankreich, um alle zu besuchen."

Fürs Leben lernen

Gerade darin, dass die Schüler neben ihren Fortschritten im schulischen Bereich auch "was fürs Leben lernen", sieht Lehrerin Stephanie Ascher eine wichtige Begleiterscheinung. Und so verwundert es auch nicht, dass Maren Schuler stellvertretend für alle Mitschüler, die beim Austausch dabei sind, bilanziert: "Ich würde jederzeit wieder an dem Programm teilnehmen."