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Maskenpflicht im Saarland: Menschen in Merzig halten sich an Regelung

Kostenpflichtiger Inhalt: Erster Tag der neuen Regeln : Merziger halten sich an die Maskenpflicht

Wie reagieren Kunden und Geschäftsinhaber in Merzig auf die seit Montag geltende Maskenpflicht? Wir haben uns in der Innenstadt umgesehen.

Manche sind aus buntem Stoff, andere einfach nur weiß, aber in irgendeiner Form trägt sie fast jeder: Schutzmasken. Seit diesem Montag müssen die Menschen in Geschäften und in Bus, Bahn und Taxi Mund und Nase bedecken. Wer sich draußen bewegt, kann eigentlich auf Maske, Tuch und Co. verzichten – doch ein Blick in die Merziger Innenstadt am späten Montagvormittag zeigt, dass viele Menschen drinnen wie draußen den Schutz tragen.

„Es stört schon ein wenig“, gibt Marion Buris aus Merzig zu, während sie die Angebote an einem Kleiderständer durchsieht, „aber ich denke, dass die Gesundheit vorgeht.“ Sie trägt eine der Masken, die die Stadt ausgegeben hat, „ich habe aber auch selbst genähte Masken“, erzählt sie.

Melanie Steinmetz und Klaus Kessler Foto: Barbara Scherer

Handgefertigte Modelle aus Stoff in diversen Farben und Mustern sind an diesem Montagvormittag häufig zu entdecken. „Ich habe diese im Internet bestellt, aber ich habe auch selbst genähte Masken“, erzählt Melanie Steinmetz aus Saarlouis, die eine weiße Maske trägt. Sie ist zusammen mit Klaus Kessler – von Maske bis Schuhen in Blau – unterwegs, der nach seinen Worten bereits „ein kleines Sortiment“ an Masken hat. „Man hat das Bedürfnis, ein bisschen zu wechseln“, sagt er – und beide sind sich einig: Vielleicht könnten die Masken zum Modeaccessoire werden. Doch nicht nur den modischen Aspekt sieht Kessler: „Wenn sich alle daran halten, ist es sinnvoll.“

Und es scheinen sich recht viele Menschen daran zu halten. „Bei uns haben bisher alle Kunden Masken aufgehabt“, erzählt Erich Lang von Schuhhaus Lang, während er – mit Abstand – seine Kundin Mariette Sonntag berät. „Ich finde es unangenehm“, gibt diese mit Blick auf die Maske in ihrem Gesicht zu. Dennoch folge sie der Maskenpflicht, „sonst könnte ich mich ja nur noch in der Wohnung verstecken“.

Marion Buris Foto: Barbara Scherer

Auch Yvonne Spodzieja vom Feinkostladen Wajos in Merzig hat bisher nur Kunden erlebt, die sich an die Maskenpflicht halten, aber: „Von fünf Menschen, die reinkommen, beschweren sich vier.“ Sie gehe davon aus, dass sich die Maskenpflicht weiter negativ auf den Umsatz auswirken werde. Falls ein Kunde ohne Maske kommt, habe sie aber – genauso wie Lang – ein paar für den Notfall vorrätig.

Um die Besorgung von Masken für die Kunden kümmert sich derzeit auch Maria Tassone vom Skateshop Image, wie sie erzählt. Bisher seien aber alle Kunden mit Maske erschienen. „Die Leute sind froh, dass sie wieder in ihre Lieblingsgeschäfte gehen können“, berichtet sie. Selbst trägt sie eine Stoffmaske, die sie bei Monika Küfner vom Kosmetikladen Zaubertiegel ein paar Häuser weiter gekauft hat.

Marlon und Yvonne Spodzieja Foto: Barbara Scherer
Monika Küfner Foto: Barbara Scherer

Küfner selbst trägt nach eigenen Worten in ihrem Geschäft bereits seit fünf Wochen Maske. „Am Anfang haben die meisten gestutzt“, erinnert sie sich, aber bald habe niemand mehr die Maske als ungewöhnlich empfunden. Und für all diejenigen, die sich mit dem Stück Stoff vor Nase und Mund derzeit noch unwohl fühlen, gibt sie Entwarnung: „Man gewöhnt sich daran.“