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Neuwahl
Marcus Hoffeld führt Kreis-CDU

Der neue CDU-Kreisvorstand präsentiert sich mit seinem neuen  Vorsitzenden Marcus Hoffeld (rechts).
Der neue CDU-Kreisvorstand präsentiert sich mit seinem neuen Vorsitzenden Marcus Hoffeld (rechts). FOTO: Dieter Ackermann
Merzig. 187 von 199 abgegebenen Stimmen für Marcus Hoffeld: Der neue CDU-Kreisparteichef und Nachfolger von Helma Kuhn-Theis startet mit einem hohen Vertrauensvorschuss in sein neues Amt.

Der CDU-Kreisverband Merzig-Wadern fühlt sich bestens aufgestellt für die Kommunalwahl im nächsten Jahr. Beim Kreisparteitag am Donnerstag in der Merziger Stadthalle ging der Führungswechsel gut durchgetaktet über die Bühne: jede Menge Wahlen, keine Kampfabstimmungen und ausschließlich Ergebnisse oberhalb der 90-Prozent-Marke. Die bisherige Vorsitzende Helma Kuhn-Theis gab den Staffelstab an ihren Nachfolger, Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld, weiter – und alle waren’s zufrieden.


Bei ihrer Begrüßung vieler Ehrengäste freute sich Kuhn-Theis besonders darüber, auch Ministerpräsidenten Tobias Hans in den Reihen zu wissen. Der bedankte sich artig für diesen Empfang: „Wenn die CDU des Landkreises Merzig-Wadern zum Kreisparteitag einlädt, dann halte ich es für selbstverständlich, diesem Ruf Folge zu leisten.“ Dies gelte diesmal erst recht, weil die verdiente Vorsitzende in eigener Regie den Generationswechsel in der Führung des Kreisvorstandes vorbereitet habe. „Im Grünen Landkreis Merzig-Wadern ist halt immer was los!“

Die anstehenden Vorstandswahlen interpretierte Hans nicht zuletzt als den Wunsch, eine schlagkräftige Truppe für die kommenden Kommunalwahlen aufstellen zu wollen, und viel Beifall brandete bei seiner Versicherung auf: „Ich werde mit euch kämpfen!“ Aber im kommenden Mai stünden ebenfalls Europawahlen an, auch Europa müsse besser werden. Insbesondere das Migrationsproblem müsse europaweit gelöst werden. Hans: „Das ist wirklich zentral und nicht etwa der europaweit einheitliche Bräunungsgrad der Pommes frites.“



Das war’s zur großen Politik. Jetzt wandte sich der Ministerpräsident der scheidenden Kreisvorsitzenden zu: „Zuerst machte mich vor vielen Jahren mein Vater auf eine blonde Lehrerin in Thailen aufmerksam, die in diesem Ortsteil Weiskirchens mächtig wirbeln würde.“ Diesen Eindruck könne er auch aus heutiger Sicht nur teilen: „Ich habe selten jemand wie Helma Kuhn-Theis kennengelernt, der sich so engagiert und beherzt  für die Interessen ihrer Mitmenschen einsetzt.“ Um sich verstärkt auf ihre Parteiaufgaben im CDU-Landesverband und in der Europapolitik konzentrieren zu können, habe sie zuletzt gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen im Kreisverband  viel Mühe investiert, die richtigen Köpfe für den neuen Vorstand zu positionieren.

Neben weiteren Rechenschaftsberichten zog die scheidende Kreisvorsitzende eine Bilanz ihrer bisherigen Arbeit. „Wir haben gemeinsam viele Aufgaben gut bewältigt, aber es bleibt auch noch viel zu tun.“ In ihren Dank an die  Mitstreiter bezog sie ausdrücklich auch die gute Kooperation mit der Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich ein. „Unser CDU-Kreisvorstand steht auf einem soliden Fundament. Und ich wünsche dem neuen Vorstand eine glückliche Hand!“ Nach dem lang anhaltenden Beifall durfte die anschließende Entlastung des Vorstandes kaum überraschen.

Damit konnten die Vorstandswahlen beginnen. Kuhn-Theis beschrieb Marcus Hoffeld als ihren designierten Nachfolger kurz und knackig: „Er ist stressfähig, zuverlässig und hartnäckig!“ Merzigs Bürgermeister versicherte dankbar, diese Verantwortung gerne übernehmen zu wollen. Und möglichen Spekulationen, er könne bereits nach neuen Aufgaben schielen, schob er gleich einen Riegel vor: „Ich will kein anderes Mandat, ich bin Bürgermeister der Kreisstadt und will mich auch in der kommenden Kommunalwahl wieder um dieses Amt bemühen.“ Bezogen auf die anstehende Vorstandswahl rückte Hoffeld unter anderem die Gesundheitsversorgung und das Sicherheitsbedürfnis im Landkreis in den Fokus. Dafür müsse gemeinsam ein Forderungskatalog erarbeitet werden, der nicht nur mitgeteilt werden soll, für dessen Umsetzung man vielmehr engagiert kämpfen werde.

Mit der Wahl des neuen Kreisverbandsvorsitzenden wurde dann der lange „Wahlreigen“ eröffnet. Bei 199 gültig abgegebenen Stimmen durfte Hoffeld sich schließlich mit 187 Ja-Stimmen über einen beeindruckenden Vertrauensvorschuss freuen. Natürlich nahm er seine Wahl dankbar an und freute sich auf die bevorstehende Zusammenarbeit. Lachend wies er noch darauf hin, dass das schöne Saarland tatsächlich bei Dillingen aufhöre – natürlich von Luxemburg aus gesehen. (Die Ergebnisse im Infokasten.)

Trotz der Vielzahl von Wahlgängen brachte die Organisation dieses Parteitages alles problemlos und ohne irgendwelche Streitigkeiten zügig über die Bühne. Und als sich die neugewählten Mitglieder CDU-Kreisverbandes abschließend für die Fotografen noch einmal auf der Bühne versammelten, machten sich bereits die ersten Delegierten entspannt auf den Heimweg.

(a-n)