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Kirmes Besseringen: Lorenz: Verwaltung war zu wenig initiativ

Kirmes Besseringen : Lorenz: Verwaltung war zu wenig initiativ

 Besseringer Ortsvorsteher kritisiert Stadt Merzig in Sachen Kirmes-Ausfall. Er habe das  Rathaus frühzeitig informiert.

Der Besseringer Ortsvorsteher Nikolaus Lorenz hat zu den Umständen bezüglich der ausgefallenen Kirmes in seinem Stadtteil am vergangenen Wochenende Stellung bezogen. Er wendet sich dabei insbesondere gegen die Aussagen der Stadtverwaltung, wonach diese ihn frühzeitig über das drohende Fernbleiben von Schaustellern zur Kirmes informiert habe (SZ von Mittwoch). „Schon in der Überschrift müsste es heißen: ‚Der Ortsvorsteher hat (die Verwaltung) frühzeitig informiert’“, betont Lorenz. Und weiter: „Meine erste Anfrage zum Besseringer Kirmestermin datiert vom 19. Januar – obwohl die Verwaltung eigentlich gehalten sein sollte, alle stadtteilrelevanten Termine den betreffenden Gremien endsprechend rechtzeitig mitzuteilen.“ Der Kirmestermin sowie die Kriterien dazu seien dann mit Datum vom 23. Januar mitgeteilt worden. „Da es in der Vergangenheit bereits Unstimmigkeiten bei der Terminierung der Besseringer Kirmes gab, hatte ich mit Datum vom 29. Januar auf diesen Umstand hingewiesen“, führt Lorenz weiter aus. Daraufhin habe die Verwaltung am 31. Januar mitgeteilt, dass sie mit den Schaustellern noch reden werde und eine Verlegung der Kirmes um eine Woche eventuell Sinn mache.

SPD-Mann Lorenz weiter: „Am 27. April erhielt ich verwaltungsseitig folgende Mitteilung: ‚Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass der Auto-Scooter für 2017 nicht zur Kirmes nach Besseringen kommen kann.’“ Dieser Umstand sei der Verwaltung allerdings spätestens seit Ende Januar  bekannt gewesen, „da ich entsprechend darauf hingewiesen hatte“, betont Lorenz. Mit Schreiben vom 10. Mai habe er die Verwaltung gebeten, Alternativtermine mit den Schaustellern auszuloten. „Am 18. Mai hatte ich an die Erledigung meiner Anfrage vom 10. Mai erinnert. Am 23. Mai wurde mir dann telefonisch mitgeteilt, dass eine Bestückung der Besseringer Kirmes mit einem Auto-Scooter nur am ersten Wochenende im Juli möglich wäre.“  Aus diesem Grunde habe er am  24. Mai gebeten, den vorgesehenen Kirmestermin in diesem Jahr auf das Wochenende vom  1. bis 3. Juli zu verlegen und neben dem Auto-Scooter auch mit weiteren Schaustellergeschäften zu bestücken.

Doch das Hin und Her war noch nicht zu Ende, wie Lorenz berichtet: Nachdem er am Morgen des 31. Mai telefonisch nach dem Sachstand der angedachten Kirmesverlegung nachgefragt habe, habe er am Nachmittag die Auskunft erhalten, dass am ersten Juli-Wochenende ausschließlich der Autoscooter kommen könne. Daher sollte der alte Termin beibehalten werden und gegebenenfalls um ein Kinderfahrgeschäft ergänzt werden. Dann würden auch ein Eisstand, der Greifer und ein Angebot „Entenangeln“ kommen. Zudem sollte seitens der Stadt versucht werden, ein Kinderfahrgeschäft zu organisieren.

In Besseringen fand  die Kirmes ohne Schausteller statt. Der Ortsvorsteher macht der Stadtverwaltung deshalb Vorwürfe. Foto: Rolf Ruppenthal

Lorenz: „Mit Datum vom 3. Juni hatte ich der Verwaltung mitgeteilt, sie möchte den ursprünglich vorgesehenen Kirmestermin beibehalten und sich darum bemühen, zusätzlich zu der aktuell mitgeteilten Bestückung ein Kinderfahrgeschäft anzuwerben.“ Am Donnerstag, 22. Juni, habe er jedoch die Mitteilung erhalten, dass die Bemühungen der Verwaltung, ein Karussell „anzuwerben“, gescheitert und die Besseringer Kirmes aktuell mit drei Schaustellergeschäften bestückt sei. „Am Freitagvormittag, nach einer Besprechung beim Landkreis Merzig-Wadern, baten mich zwei Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes, die gemeinsam mit mir an der Besprechung teilgenommen hatten, den Sachbearbeiter telefonisch zu kontaktieren. Dies tat ich umgehend im Beisein der Vorsitzenden der Besseringer Vereinsgemeinschaft.“ Dabei habe der Sachbearbeiter mitgeteilt, seit dem Vortage hätten zwei der drei Schausteller ihre Teilnahme an der Besseringer Kirmes abgesagt; nur einer habe noch Interesse bekundet. Er müsse aber nochmals mit diesem telefonieren, habe aber alternativ eine Hüpfburg und eine Kinderanimation für Sonntagnachmittag verpflichtet. Lorenz: „Als ich am Nachmittag nach Hause kam, hatte ich dann bereits die Mitteilung der Verwaltung erhalten, dass auch der letzte Schausteller seine Teilnahme an der Besseringer Kirmes abgesagt hätte.“ Aus der von ihm dargelegten Chronologie lässt sich nach seiner Auffasssung erkennen, „dass die Initiativen seitens der Verwaltung sich in engen Grenzen bewegten“ und fast ausschließlich von ihm ausgegangen seien. Die Aussage, die Verwaltung habe den Ortsvorsteher „frühzeitig“ über die Absage des „Auto-Scooters“ informiert, „dürfte sich bei Auswertung der vorliegenden Fakten als vorgeschobene Falschinformation darstellen, um von den wahren Ursachen abzulenken“. Er habe die Verwaltung bereits mit Schreiben vom 29. Januar bereits darauf hingewiesen, dass bei dieser Terminkonstellation der Kirmes kein „Auto-Scooter“ nach Besseringen kommt. Die Einladung der Kreisstadt Merzig zu einem Clearinggespräch habe der stellvertretende Ortsvorsteher von Besseringen, Hermann Schuh, in einem Schreiben an Bürgermeister Hoffeld gefordert und den Bürgermeister gebeten, diesbezüglich initiativ zu werden. Lorenz: „Auch diese Initiative kam also nicht vorrangig von der Verwaltung, wie man anhand Ihres Presseberichtes annehmen könnte, sondern aus den Reihen der betroffenen Besseringer.“