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Serie
Lokomotive ist rege im Einsatz

Verwaltungsgebäude (hinten links), Lokschuppen (hinten Mitte) und Haspel-
anlage auf dem von Stefan Siebenborn gebauten Modell der Gipsgrube St. Maria in Mechern.
Verwaltungsgebäude (hinten links), Lokschuppen (hinten Mitte) und Haspel- anlage auf dem von Stefan Siebenborn gebauten Modell der Gipsgrube St. Maria in Mechern. FOTO: Stefan Siebenborn
In den Jahren 1948/49 läuft das Geschäft in der Mecherner Gipskaul gut.

Die Firma Knauf prüft, ob sich Gipsabbau in Merzig lohnen könnte (wir berichteten). Der Abbau des Baustoffs hat in Merzig Tradition. Die Geschichte der Gipsgrube Mechern, besser bekannt als „Gipskaul“, erzählt unsere Serie. Teil 13: Aufschwung in der Nachkriegszeit.


Für den bereits seit einiger Zeit fertig gestellten Lokomotivschuppen hinter der Haspelanlage soll im August 1948 vom Bergamt die Abnahme durchgeführt werden. Neben dieser Unterstellmöglichkeit wird die Lok auch vor allem während der kälteren Jahreszeiten gerne im Stollen abgestellt.

Vierteljährlich ist von der Grubenleitung die Aufstellung der verfahrenen Schichten dem Bergamt in Saarbrücken vorzulegen. Dies sind für Juli, August und September 1948 insgesamt 934 untertägige Schichten von Arbeitern und 78 von Angestellten. Dass diese Aufstellung bereits vom Bergamt am 30. September reklamiert wird, verwundert etwas. Der Sequesterverwalter Jenner weist den Vorwurf, dass die Aufstellung nicht pünktlich vorgelegt wird, als unbegründet zurück. Die Aufstellung kann erst nach Ablauf des Quartals, also etwa am 5. bis 6. des Folgemonats vorgelegt werden. Am 25. März 1949 wird die Fertigstellung des zweiten Ausgangs nach Saarbrücken gemeldet und um Abnahme gebeten.

Für die neue Lokomotive werden auch Lokführer gebraucht. So fährt der Arbeiter Albert Horf aus Mechern, Besitzer eines Führerscheines, seit dem 3. November 1949 offiziell die Jung-Lok. Er ist bereits anlässlich einer Besichtigung der Grube durch das Bergamt verpflichtet worden. Während einer Schicht fährt er bis zu acht Mal in den Stollen und bringt jeweils acht beladene Loren zum Bremsberg.



Der Betriebsbericht für das zweite Halbjahr 1949 meldet, dass aufgrund der günstigen Lage auf dem Baustoffmarkt die Produktion in gleicher Höhe wie im ersten Halbjahr weiterläuft, teilweise gibt es sogar eine Steigerung der Produktion. Die Anzahl der Arbeiter liegt konstant bei 14 Mann. Die Arbeitsleistung ist zufriedenstellend. Inzwischen beginnt man, die Verwerfung Richtung Mondorf zu durchfahren, um festzustellen, welche Lager dort noch liegen. Bis Mitte oder Ende Januar 1950 soll die Verwerfung an beiden Stellen durchfahren sein.

In dem Schreiben an die Aufsichtsbehörde heißt es weiter: „Infolge der Kleinheit des Betriebes bitten wir nochmals, davon Abstand zu nehmen, monatlich von uns einen Lagebericht zu verlangen, und nehmen an, dass Sie dieser unserer Bitte entsprechen.“