Leidenschaft für das Erdverbundene

Leidenschaft für das Erdverbundene

Merzig. Seine wuchtige, ungestüme Kraft, spiegelt sich in seinen Arbeiten wider. Oliberius war ein Schaffer, ein Arbeiter, alle seine Werke führte er selber aus. Schon zu Beginn seines künstlerischen Schaffens fand Heinz Oliberius seine ihm eigene Formsprache

Merzig. Seine wuchtige, ungestüme Kraft, spiegelt sich in seinen Arbeiten wider. Oliberius war ein Schaffer, ein Arbeiter, alle seine Werke führte er selber aus. Schon zu Beginn seines künstlerischen Schaffens fand Heinz Oliberius seine ihm eigene Formsprache. Unverkennbar drückte er jeder Arbeit seinen Stempel auf - ab Sonntag ist eine Auswahl seiner Arbeiten im Museum Schloss Fellenberg in Merzig zu sehen. Oliberius wurde 1937 in Teplitz-Schönau geboren, lebte nach dem Zweiten Weltkrieg in der Nähe von Frankfurt am Main. Dort absolvierte er ein Studium an der Staatlichen Kunsthochschule Frankfurt und schloss seine Bildhauerlehre ab. Seit 1967 hatte er seinen Wohnsitz im Saarland. Hier war er bis zu seinem Tod 2001 als freischaffender Bildhauer tätig. In den 1970er und 1980er Jahren unterrichtete er als Kunsterzieher am Willi-Graf-Gymnasium in Saarbrücken und hatte einen Lehrauftrag an der Fachhochschule des Saarlandes. Als Dozent für Bildhauerei war er 1978 an der Europäischen Sommerakademie in Luxemburg. Von 1979 bis 1988 war er Vorsitzender des Saarländischen Künstlerbundes. Arbeiten von Oliberius sind im ganzen Saarland zu sehen. In Saarbrücken stehen eine Stahlplastik die "Große Doppelfuge" vor dem Haupteingang der Hochschule für Musik Saar, ein großer Brunnen im Innenhof der VSE/RWE und zwei Steinskulpturen auf dem St. Johanner Markt. Weitere Werke sind unter anderem in Bosen "Straße der Skulpturen", in Mettlach im Alten Turm, in Losheim vor dem Rathaus und an der Burg Kerpen in Illingen zu sehen. Heinz Oliberius war auch bei der Ausgestaltung zahlreicher Altarräume etwa in Trier, Koblenz, Bonn, Duisburg, Frankfurt und auch in der Eifel, im Hunsrück und ganz besonders im Saarland tätig, zum Beispiel in St. Laurentius Schwemlingen. Heinz Oliberius sagte selbst über seine Kunst: "Da ich von der Figur komme, die mich in ihrem statischen und architektonischen Aufbau bewegt, versuche ich mich in diesem Sinne auszudrücken. Wie das im Einzelnen lösbar ist, auch in umgesetzter Form, ist das, was mich beschäftigt. Das Schwebende oder Tänzerische interessiert mich nicht, sondern die Erdverbundenheit, das Wachsende und in sich Ruhende (Archaik). So verwende ich Materialien, die der Form und dem Festen oder meiner Idee nahe liegen. Metall, das ich liebe, und Stein, der mich glücklich macht und zwingt. Durch das Polieren der Oberfläche wird er hervorgelockt und die Form gibt sich anders. Edle Materialien mache ich mir gerne zu Nutze, weil sie ein anderes Empfinden und Bewusstwerden wiedergeben. Die formalen Zusammenhänge und deren Variationen und Proportionen sind die ersten Schritte, die ich untersuche und denen ich nachgehe. Das Konstruktive und das Lyrische soll sich paaren. Ich sehe meine Arbeit auch im Zusammenhang mit der visionären Architektur. Man könnte sie auch bauen, erleben in einer anderen Größe und Dimension". red17. Januar bis 28. Februar Museum Schloss Fellenberg, Torstr. 45a, 66663 Merzig, Tel. (06861) 793 030, Fax (06861) 793 032. Öffnungszeiten: Di - So, Feiertag: 14 - 18 Uhr und nach Vereinbarung. E-Mail: info@museum-schloss-fellenberg.dewww.museum-schloss-fellenberg.de

Auf einen BlickDie Eröffnung der Ausstellung findet am 17. Januar, um elf Uhr im Museum Schloss Fellenberg statt.Es sprechen: Dr. Ingrid Jakobs, Museumsleiterin Lothar Christ, Bürgermeister in Losheim Armin König, Bürgermeister in IllingenEinführung in das künstlerische Werk: Dr. Volker HochdörfferMusikalische Umrahmung: Barbara Johannes und Christoph Kleuser Der Eintritt zur Eröffnung der Ausstellung mit Umtrunk ist frei. red

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