Landrätin ruft Runden Tisch wegen Tunnelsperrung zusammen

Kostenpflichtiger Inhalt: Merzig : Sperrung Pellinger Tunnel: Landrätin lädt zu rundem Tisch ein

Die massiven Verkehrsbehinderungen auf der Umleitungsstrecke über die Saargau-Dörfer zwischen Wellingen und Borg während der tagelangen Vollsperrung des Autobahntunnels Pellinger Berg lösen Reaktionen in der Kommunalpolitik aus:

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich hat am Dienstag gegenüber unserer Redaktion angekündigt Vertreter des Wirtschaftsministeriums beziehungsweise des Landesbetriebes für Straßenbau, die Bürgermeister der betroffenen Kommunen sowie die betroffenen Ortsvorsteher mit ihren Mitarbeitern der Straßenverkehrsbehörde zu einem Runden Tisch einzuladen. Der Tunnel Pellinger Berg war am Mittwoch kurzfristig und unvermittelt wegen eines Ausfalls der Notstromversorgung in beiden Richtungen gesperrt worden. Die Vollsperrung dauerte bis zum Montagabend an, während dieser Zeit musste der Verkehr von und nach Luxemburg zwischen den Anschlussstellen Wellingen und Perl-Borg auf die Landstraße 170 ausweichen. Diese verläuft durch die Ortschaften Wehingen, Tünsdorf, Büschdorf und Eft-Hellendorf. Im Zuge der Vollsperrung hatte es dort insbesondere am Mittwoch und Donnerstag, aber auch am eigentlich verkehrsärmeren Wochenende, erhebliche Verkehrsbehinderungen und insbesondere in der Verkehrs-Spitzenzeiten kilometerlange Staus gegeben (die SZ berichtete)

Das ruft nun offenbar die Politik vor Ort auf den Plan: „Die Situation auf der Umleitungsstrecke ist so katastrophal und gefährlich, dass für solche Fälle unbedingt eine bessere Vorsorge getroffen werden muss“, heißt es in einer Erklärung aus dem Landratsamt. Darin wird Schlegel-Friedrich mit den Worten zitiert: „Wir brauchen eine Erklärung, warum diese Sperrung zwingend erforderlich war, und wir wollen, dass für die Zukunft auf der Umleitungsstrecke Vorkehrungen für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger getroffen werden.“ Wenn die Sperrung des Tunnels für mehrere Tage trotz Modernisierung nicht ausgeschlossen werden könne, dann müssten auf der Umleitungsstrecke Investitionen in die Infrastruktur wie Fußgängerüberwege oder Ampeln besprochen werden, bekräftigt die Landrätin, die sich damit hinter die Positionen der Bürgerinitiative gegen die Tunnelsperrung stellt.

Ähnlich äußert sich auch der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Thielen aus Mettlach. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion fordert nach der Wiederaufnahme des Verkehrs im Pellinger Tunnel eine schnellstmögliche Überprüfung der Richtlinien für eine Sperrung. „Eine Vollsperrung von nahezu einer Woche ist gerade hinsichtlich der hohen Belastungen und Risiken der Verkehrsumleitung für die Anwohner der Umleitungsstecke nicht hinnehmbar. Hier muss der LfS schnellstmöglich wesentliche Szenarien prüfen, die zu einer Beeinträchtigung des Betriebs des Tunnels führen können und entsprechende Maßnahmen zur Bewältigung der Ereignisse planen“, erklärt Thielen gegenüber unserer Redaktion.

Stefan Thielen. Foto: rup

Thielen regt an, sich dabei auch an anderen Bundesländern und am Nachbarland Luxemburg zu orientieren und übt dabei auch vernehmliche Kritik an den zuständigen Behörden: „Eine solch lange Sperrung und Umleitung bei einem Ereignis, welches nicht gerade als unvorhersehbar bezeichnet werden kann, setzt das Saarland in ein besonders schlechtes Bild.“ Auch der Feiertag ist nach Ansicht von Thielen dafür keine angemessene Entschuldigung. „Falls wir hier selbst nicht die entsprechende Kompetenzen haben, müssen wir uns mit Partnern austauschen.“

Pellinger Tunnel. Foto: rup

Der Mettlacher CDU-Landtagsabgeordnete sieht hier auch das Wirtschaftsministerium in besonderer Verantwortung, diesen Prozess zu moderieren: „Gerade da sich die Erwartungen der Anwohner und der Bürgerinitiative an den sehr aufwendig installierten Gegenverkehrsbetrieb nicht erfüllt haben, brauchen wir hier schnelle und wirkungsvolle Lösungen sowie wie eine aktive Kommunikation mit der betroffenen Bevölkerung.“

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