Landkreis Merzig-Wadern plant neue Tourismus-Angebote für Radfahrer

Merzig-Wadern will Fahrradtouristen in den Landkreis locken : Neue Strecken für Mountainbiker in Planung

Die Zahl der Übernachtungen erreichte 2018 im Landkreis Merzig-Wadern einen neuen Höchststand. Die Touristik-Verantwortlichen wollen den Aufwärtstrend mit neuen Angeboten befeuern.

Der Tourismus im Landkreis Merzig-Wadern ist auf dem Vormarsch. Dies ist das Fazit, das Peter Klein, Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft des Landkreises der Saarschleifenland Tourismus Gmbh (STG), und Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich im Gespräch mit der SZ ziehen. Klein untermauert dies mit den jüngsten touristischen Kennziffern aus dem vergangenen Jahr.

So habe die Zahl der Übernachtungen im Grünen Kreis im vergangenen Jahr um sieben Prozent zugelegt. Das ist nach Kleins Worten der höchste Zuwachs unter allen Landkreisen des Saarlandes und liege auch deutlich über dem Landesdurchschnitt, wo ein Wachstum von 2,3 Prozent zu Buche steht. Der STG-Geschäftsführer: „Blickt man auf das touristische Kerngeschäft und lässt die Aufenthalte in den Kliniken im Kreis außer Acht, ist der Zuwachs sogar noch größer, nämlich bei 8,4 Prozent.“ Insgesamt habe es im Landkreis im vergangenen Jahr mehr als 630 000 registrierte Übernachtungen gegeben – „das ist die höchste jemals erreichte Zahl“, sagt Klein. Hinzu kommen rund 200 000 nicht erfasste Übernachtungen in Beherbergungs-Betrieben unter zehn Betten. Fasst man längere Zeiträume ins Auge, wird der touristische Aufschwung nach den Worten des STG-Geschäftsführers noch deutlicher: „Wenn man die Zahlen aus dem Zeitraum zwischen 2005 und 2018 vergleicht, so stellen wir hier eine Steigerung der Übernachtungszahlen um 22 Prozent fest“ – und das, obwohl der Anteil der Rehakliniken am Gesamtaufkommen der Übernachtungen seit Jahren rückläufig sei.

Dass der Grüne Kreis sich im vergangenen Jahr unter Besuchern von außerhalb so großer Beliebtheit erfreut hat, das hatte nach Einschätzung von Peter Klein auch mit dem guten Wetter in den Sommermonaten zu tun: „Es gibt für Touristen hier viele wetterbezogene Angebote, und da macht sich eine so ausgeprägte Schönwetterperiode wie im vergangenen Jahr gleich positiv bemerkbar.“ Aus Sicht von Landrätin Schlegel-Friedrich, die qua Amt auch Aufsichtsratsvorsitzende der STG ist, zeigt dies aber auch noch etwas anderes: „Das gute Ergebnis 2018 macht deutlich, wie wetterabhängig das Tourismus-Geschäft ist.“

Auf den positiven Ergebnissen des Vorjahres wolle die Kreis-Tourismusgesellschaft sich indes nicht ausruhen, sondern mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung bestehender sowie der Etablierung neuer Angebote den Aufwärtstrend weiter fördern. Ein Arbeitsschwerpunkt für das laufende Jahr ist nach den Worten von Peter Klein die Ausdifferenzierung des Rad-Tourismus. Hier hat die Region mit mehreren Streckenwegen wie dem Saar-Radweg oder dem Saarland-Radweg sowie 13 Rundrouten für Freizeitradler bereits jetzt einiges zu bieten. Aber die Touristikverantwortlichen wollen verstärkt die Zielgruppen der Mountainbiker sowie der E-Bike-Nutzer ins Visier nehmen. So sollen für E-Bike-Radler mehrtägige kreisweite Thementouren (etwa mit dem Schwerpunkt „Römer, Burgen und Schlösser“) sowie kürzere Tagestouren konzipiert und mit entsprechenden Ladestationen auch seitens der Infrastruktur ausgestattet werden. Für Mountainbiker sollen nach Kleins Worten „fünf bis acht Strecken“ neu ausgewiesen werden, wobei ein Schwerpunkt in der Gemeinde Perl liegt. Hier sei die Kommune dabei, einen Mountainbike-Park mit verschiedenen Trails und Parcours umzusetzen. Dieses Projekt an der Obermosel zeigt nach den Worten von Landrätin Schlegel-Friedrich, wie positiv es sei, wenn es vor Ort Vereine gebe, die sich um die Einrichtung sowie die Instandhaltung der Strecken kümmern.

Beim Saar-Radweg strebt die STG in verschiedenen Bereichen eine Optimierung der bestehenden Strecke an. So sollen Lücken im Verlauf des Radweges, etwa zwischen Beckingen und Saarhölbach, geschlossen werden, die Beschilderung sowie die Streckenbeschaffenheit sollen verbessert werden.

Ein zweiter Arbeitsschwerpunkt in diesem Jahr ist die Neuausrichtung des grenzüberschreitenden Garten-Netzwerkes „Gärten ohne Grenzen“. Denn, so Peter Klein: „Das Projekt ist in die Jahre gekommen.“ Es gelte, die jeweiligen Standorte auf den Prüfstand zu stellen und dort, wo es sinnvoll erscheint, die Infrastruktur zu verbessern. Auch das Marketing für das Netzwerk solle überarbeitet werden, ebenso ist eine Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei dem Projekt, das ja auch Standorte in Frankreich, Luxemburg und Rheinland-Pfalz beinhaltet, angestrebt. „Wir wollen die ‚Gärten ohne Grenzen’ wieder mit Leben erfüllen“, sagt Peter Klein.

Bereits seit Februar läuft ein anderes Vorhaben: die Optimierung der Tourismusarbeit in der Hochwaldregion. Für die Stadt Wadern sowie für die Gemeinden Losheim am See und Weiskirchen sollen Zusammenarbeit und Arbeitsteilung im Tourismus neu aufgebaut werden. Im Rahmen des EU-Förderprogramms Leader wurde dafür eine Vollzeitstelle bei der STG geschaffen, die mit Stefan Bely besetzt worden ist. Er soll sich darum kümmern, Verbesserungspotenziale in der touristischen Zusammenarbeit der drei Hochwaldkommunen untereinander sowie zwischen den Kommunen auf der einen und Landkreis respektive Land auf der anderen Seite herauszuarbeiten. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt, bis Mitte 2021 sollen konkrete Ergebnisse vorliegen.