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Messe
La Vita Messe in Merzig

Dr. Peter Henkel, Chefarzt für Innere Medizin in der SHG Klinik in Merzig mit Salome Otskheli. 
Dr. Peter Henkel, Chefarzt für Innere Medizin in der SHG Klinik in Merzig mit Salome Otskheli.  FOTO: Tina Leistenschneider
Merzig. Im Zeichen der Gesundheit präsentierte sich Merzig am  Wochenende. Die erste Gesundheits- und Freizeitmesse La Vita in der Stadthalle bot Wissenswertes über Gesundheit, Lifestyle und Freizeit.

Rund 40 Aussteller aus den diversen Branchen stellten an beiden Tagen ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Im Gesundheitsbereich spielten die Themen Magen- und Darmgesundheit eine besondere Rolle, über die die SHG-Klinik aus Merzig mittels eines eigenes zusammengestellten Films informierte.



Die überdimensional großen Modelle von Magen und Darm veranschaulichen mögliche Erkrankungen des Magens und des Darms, sodass Besucher gleich den tückischen Darmkrebs erkennen können. „Wir möchten Leute für die Vorsorge von Darmkrebs sensibilisieren“, erklärt Dr. Peter Henkel, Chefarzt für Innere Medizin der SHG-Klinik. „Der Darm hat viele Krankheiten, und die Vorsorge hilft bei der Erkennung“, sagt er. Die Kosten für eine Darmspiegelung, die in der Fachmedizin als Koloskopie bezeichnet wird, übernehmen die Krankenkassen für Patienten ab 56 Jahren.

Sollte die Untersuchung ohne Befund verlaufen, müssen Patienten erst wieder nach zehn Jahren zur Darmspiegelung kommen; falls der Befund positiv ist, werden mittels einer kleinen Schlinge die Geschwülste des Krebs abgeschnitten, und man muss alle drei Jahre zur Vorsorge kommen. „Schmerzen verspüren die Patienten dabei keine“, meint der Chefarzt. Auch geht von der Untersuchung keine Gefahr aus. Die Betroffenen werden in eine Art Schlaf versetzt, was nicht mit einer Narkose zu vergleichen ist, denn sie atmen während der Untersuchung selbstständig weiter. Eine besondere Vorbereitung gibt es darüber hinaus ebenfalls nicht, der Darm muss allerdings leer sein, vor der Behandlung. Damit die Besucher die Krankheiten in den Organmodellen erkennen können, erläutern Henkel und seine Kollegin Salome Otskhel.

Auf der Messe sind sie mit der Klinik als einer der Gesundheitsanbieter in der Region vertreten. „Sie könnte besser besucht sein“, findet Dr. Peter Henkel. Ob sie nächstes Jahr wieder mitmachen würden, schließt er nicht aus. Wie man die Messe seiner Meinung nach noch attraktiver gestalten könnte: „Auch die Sportzentren involvieren, Talk-Runden über die gesundheitlichen Themen und Show-Kochen für gesunde Ernährung anbieten und auch Kinder ansprechen: Gesundheit fängt in der Erziehung an.“

Mitarbeiter der Streit-Gruppe, die sich auf Pflege spezialisiert haben,  informieren über ihre verschiedenen Dienstleistungen. Claudia Schichler gefällt das sehr breite Spektrum der Messe und sie ist froh, die Fragen der Besucher zu beantworten. „Viele wissen gar nicht, dass die Beratung kostenlos ist und was die Krankenkassen alles übernehmen“, erzählt ihre Kollegin Andrea Müller. Sie würde nächstes Jahr gerne wieder mitmachen. Wieso die Messe keine höheren Besucherzahlen hatte, liegt für Julia Kelkel an den hohen Eintrittspreisen. „Die Information über Gesundheit sollte kostenlos sein“, stimmt ihr Claudia Schichler zu.
Ähnlich sieht es Besucherin Rosi Kallenborn, die einen Gratis-Eintritt gut finden würde. „Gesundheit kann einen ja nur interessieren“, sagt sie und zeigt sich fasziniert von dem Angebot. Judith und Jörg Meyer waren dagegen erstaunt, dass so wenige Aussteller mitmachen, ihnen bleibt aber besonders der persönlichen Austausch in Erinnerung.

Die Heilpraktikerin und Masseuse Alexandra Rommelfangen aus Merzig spricht sich ebenfalls für den freien Eintritt aus und verurteilt die Gastronomie der Messe: „Es ist eine Gesundheitsmesse, und als einziges Essen bekommt man eine Currywurst“, klagt sie. Sie empfindet das Publikum der Messe als sehr entspannend.
Eine etwas andere Massage bietet Van Toan aus Bonn an: eine vietnamesische Gesichtsmassage. Ihm zufolge lassen sich die Schmerzen des ganzen Körpers im Gesicht bekämpfen und behandeln. Hat man demnach Schmerzen im linken Arm, muss man eine Massagerolle oberhalb der linken Augenbraue anwenden, um diesen zu lindern. Das Motto dieser Heilmethode lautet: „Jeder heilt sich selbst“, erklärt Toan. Er und seine Mitstreiter nehmen an der Messe teil, um diese Methode bekannt zu machen, die bereits auf Begeisterung stößt. Bundesweit bilden sie innerhalb von sieben Tage Interessierte darin aus, diese Massage an sich anzuwenden. Toan findet die La Vita ein bisschen klein und würde sich mehr Umfang und Angebote wünschen.

Dabei erwartete die Besucher der ersten Gesundheits- und Freizeitmesse ein breites Angebot an Prävention, Augenoptik, Kosmetik, Ernährungsberatung, Lebensberatung sowie Wellnessprodukte, edle Öle und Dekorationen.

Van Toan zeigte auf der Messe in der Merziger Stadthalle die vietnamesische Gesichtsmassage.
Van Toan zeigte auf der Messe in der Merziger Stadthalle die vietnamesische Gesichtsmassage. FOTO: Tina Leistenschneider