Kunstfreunde kommen mit einem facettenreichen Programm auf ihre Kosten

Veranstaltungen in der Merziger Stadthalle : Wo Schauspiel auf Revue und Musical trifft

Mit der Oper „La Traviata“ startet die Musik- und Theaterreihe der Villa Fuchs und der Stadt Merzig in die neue Saison.

Ein Opernklassiker wird die Musik- und Theaterreihe der Kreisstadt Merzig eröffnen. Am Dienstag, 8. Oktober, 20 Uhr, präsentiert das Kreiskulturzentrum Villa Fuchs in der Merziger Stadthalle „La Traviata“. Laut eines Sprecher gehört die „Walzeroper“ zu den erfolgreichsten überhaupt. Ursprünglich wollte Verdi ihr den Titel „Amore e morte“ geben. Sie erzählt in betörendem Dreivierteltakt eine herzzerreißende Geschichte um Liebe und Tod – unzertrennlich in der Opernliteratur schlechthin.

Ein außergewöhnlicher Musik­abend in der Merziger Stadthalle erwartet die Besucher am 19. November. Mit „Rock me, Hamlet“ gehen die Programm-Macher, so der Sprecher weiter, einen Schritt, der gewagt sei, aber in einem anspruchsvollen Abo-Programm seine Berechtigung habe. Die Produktion hebe sich vom herkömmlichen Tourneetheater ab und werde polarisieren. Bröckelnde politische Strukturen, ungewisse gesellschaftliche Verhältnisse und niemand, der Visionen für eine bessere Zukunft hat. Augenblicklich herrscht in vielen europäischen Ländern das Gefühl vor, dass etwas faul im Staate ist, wodurch Hamlet wieder mal zu einem hochaktuellen Stück wird. Wenn man sich die Hits der aktuellen Charts ansieht, findet man auch in den Songtexten der meistgespielten Stücke viel Unzufriedenheit und Ratlosigkeit. Musikalisch verwendet werden sowohl 80er-Hits als auch Top-Hits der vergangenen  Jahre, so dass unser Hamlet verschiedene Zielgruppen anspricht.

Am Freitag, 6. Dezember, 20 Uhr, widmet sich Pe Werner in der Stadthalle augenzwinkernd deutschen Weihnachtsritualen und Geschichten rund um die Geschenke in letzter Minute, Schneeschipp-Pflicht und Tannenbäumen zwischen Lamettazwang und Brandschutzversicherung. Für das Weihnachtskonzert hat sie sich mit dem Silent Explosion Orchestra zusammengetan. Die Saarbrücker Bigband besteht aus jungen Profimusikern aus dem Saarland, Mainz, Luxemburg und Wiesbaden. Dabei stand die Band von Gründer Kevin Naßhan bereits mit zahlreichen Künstlern auf der Bühne. Weiter erwartet werden die Tanzgruppe Lindyhop Saarbrücken und die Jazzmusiker Johannes Müller und Philipp Schug.

Das Neujahrskonzert der Kreis­stadt Merzig ist zur Tradition geworden. Seit vielen Jahren veranstalten das Kreiskulturzentrum Villa Fuchs und die Stadt Merzig diese Veranstaltung zu Beginn des neuen Kulturjahres. Immer wieder geben sich hochkarätige Künstler ein Stelldichein. Die Kölner Symphoniker haben sich für ihren Auftritt am Sonntag, 12. Januar, 20 Uhr, in der Stadthalle ein exklusives Programm einfallen lassen mit dem sie die Besucher begeistern wollen. Auf dem Programm, von Sängern begleitet, stehen Stücke aus dem reichen Repertoire der Strauß-Dynastie und bekannte Melodien aus weltberühmten Musicals.

Zu „Hello Dolly“ hebt sich am Freitag, 31. Januar, 20 Uhr, der Vorhang in der Stadthalle. Die Kammeroper Köln bringt die lustige Geschichte nun auf die Bühne. Musik und Text des weltberühmten Musicals stammen von Jerry Herman, der die Musik für weitere Musicals wie „Ein Käfig voller Narren“ schrieb. Es war Louis Armstrong, der das Lied 1964 zum Charterfolg machte. Seine Version wurde im Jahr 2001 in die Grammy Hall of Fame aufgenommen. Premiere hatte das Stück am 16. Januar 1964 am St. James Theatre in New York City. Das Stück wurde schnell zu einem großen Erfolg.

„Vater“ hat Autor Florian Zeller das Schauspiel genannt, bei dem ein Mann auf der Spurensuche nach sich selbst ist. Der Vorhang für das Stück, das einen alten Mann beschreibt, der mit den Veränderungen des Lebens konfrontiert wird, am Freitag, 20. März, 20 Uhr, in der Merziger Stadthalle. Aus der Perspektive des 80-Jährigen zeigt das Stück, wie sich das Leben mit Alzheimer gestaltet.

Unbekümmert das Leben genießen, auch in unsicheren Zeiten. Dies spiegelt sich unüberhörbar in der Musik der 20er-Jahre wieder. Zu einer Zeitreise in diese Ära entführt die Villa Fuchs in der Merziger Stadthalle am Donnerstag, 2. April, 20 Uhr. Das Revue Orchester 1920 bietet die gesamte Bandbreite der Unterhaltungsmusik der Metropolen dieser Zeit. Aus den quirligen Tanzpalästen Berlins geht es in die funkelnden Pariser Revuetheater um sich dann in einem verruchten New Yorker Jazzkeller wieder zu finden. In gewohnt eleganter Manier singe sich Lisa Helfer vor allem mit ihren Chansons in die Herzen des Publikums. Vorlaut, aber amüsant zeigt Martin Herrmann, dass es keiner originalen Berliner Schnauze bedarf, um Gassenhauer stilecht zu präsentieren. Ein Augenschmaus verspriche der Stepptanz der Helfer Sisters in der Tradition der großen Revuepaläste zu werden.

Nina Damaschke (rechts) und Ernst Wilhelm Lenik gastieren mit dem Stück „Vater“ in Merzig. Foto: Bernd Boehner
„Hello Dolly“ zählt zu den Broadway-Klassikern. Foto: Magdalena Spinner
Für das Advents-Konzert am 6. Dezember in Merzig haben sich Pe Werner  und das Silent Explosion Orchestra sich zusammengetan. Foto: Steven Haberland
Eine Szene aus der Oper „La Traviata“. Foto: : Lajos Wenzel/Kammeroper Köln
Die Kölner Symphoniker gastieren zum Neujahrskonzert in der Merziger Stadthalle. Foto: Kölner Kammeroper
Der flotte Sound geht sofort ins Ohr und in die Beine: Musik der 1920er-Jahre spielt das Revueorchester  am 2. April in der Stadthalle. Foto: Revueorchester/Martin Ade

Tickets zu allen Veranstaltungen gibt’s im Büro in der Stadthalle Merzig und bei den Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen. Weitere Infos: Tel. (0 68 61) 9 36 70.

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