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Künstlerin (ent-)kleidet Hunde mit Häkelarbeit

Katharina Krenkel häkelt als Kunstprojekt Kleidung für Hunde. Foto: Rich Serra
Katharina Krenkel häkelt als Kunstprojekt Kleidung für Hunde. Foto: Rich Serra FOTO: Rich Serra
Merzig. Im Museum Schloss Fellenberg werden Vierbeiner bei einer Aktion von Katharina Krenkel in hautfarbene Kleidung gehüllt. Barbara Scherer

Eine "Häkel-OP am lebenden Hund" führt die Künstlerin Katharina Krenkel am Freitag, 2. Juni, in Merzig durch. Beginn im Museum Schloss Fellenberg ist um 14 Uhr. Als Teil des Projekts Saar art11 werden dann stündlich Hunde künstlerisch eingekleidet. Um 18 Uhr präsentieren die Hunde ihre neuen Outfits bei einem "Dogwalk", also einer kleinen Modenschau.


Krenkel häkelt für die Hunde nachtjäckchenähnliche Ganzkörperanzüge aus fleischfarbenem Baumwollgarn. Aus vorgefertigten Einzelteilen entstehen dann die Anzüge, in denen die Hunde "nackt und ein bisschen vermenschlicht" aussehen sollen, erläutert die Künstlerin ihr Vorhaben. Zusätzlich will sie echte menschliche Haare an "einschlägigen Stellen" anbringen, um Körperhaare zu symbolisieren. Teilweise wird hierzu auch das eigene Fell der Hunde ins Gesamtkonzept eingebracht.

Die Idee zum Projekt sei ihr gekommen, weil sie angesprochen wurde, ob sie für einen Hund Bekleidung herstellen könne. Normale Hundekleidung zu häkeln sei für sie aber nicht in Frage gekommen - "die gibt es ja schon", bemerkt sie. Als Künstlerin wolle sie vielmehr etwas Neues schaffen. Gleichzeitig möchte sie mit ihrer Aktion auf das Phänomen hinweisen, dass Körperhaare beim Menschen derzeit völlig aus der Mode seien. Besonders im Internet sei aktuell zu beobachten, dass schon geringfügige Körperbehaarung negativ aufgenommen werde.



So werden bei der Aktion also Hunde durch den Einsatz der hautfarbenen Häkelarbeiten quasi "ein Stück weit entkleidet", erläutert sie. Eine Stunde hat sie für jeden Hund Zeit, die vorgefertigten Einzelteile anzupassen und zusammenzufügen. Bis zu diesem Zeitpunkt stecken bereits drei bis fünf Stunden Arbeit in den Outfits, die die Hundebesitzer nach der Aktion kaufen können.

Für Krenkel bedeutet dieses Projekt, dass sie selbst an eine Grenze gebracht werde. "Ich bin kein großer Hundemensch", beschreibt sie ihr bisheriges Verhältnis zu den Tieren. Aber "wenn man immer die gewohnten Wege geht, passiert nichts Neues", betont sie. Angewiesen sei sie bei der Aktion auf die tatkräftige Hilfe der Hundehalter und außerdem auf brave Hunde. Die Herrchen und Frauchen assistieren bei den Anproben, und, ergänzt Krenkel: "Wenn Herrchen mithäkeln kann - umso besser." Zuschauer sind bei der gesamten Häkelaktion sowie bei der abschließenden Präsentation der Anzüge beim "Dogwalk" um 18 Uhr willkommen.

Derzeit ist noch ein Platz für einen Hund mittlerer Größe, der möglichst schlank und von ruhigem Gemüt sein sollte, verfügbar. Bei der Anmeldung sind die Maße des Hundes (Beinhöhe, Taillenumfang und Körperlänge) anzugeben.

Anmeldungen zur Teilnahme an der "Häkel-OP am lebenden Hund" sind möglich per E-Mail an: empfang@museum-schloss-fellenberg.de. www.museum- schloss-fellenberg.de