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Kreisstadt will mitmischen bei Entwicklung von IVS

Kreisstadt will mitmischen bei Entwicklung von IVS

Die Kreisstadt hat sich beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur als Teststadt für das bundesweite Modellvorhaben „Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme (IVS)“ beworben.

Bei der Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme mischt Merzig mit: Die Kreisstadt hat sich vor Kurzem beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur als Teststadt für das bundesweite Modellvorhaben beworben. "In der Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme steckt in unserer heutigen Welt ein erhebliches Zukunftspotenzial", sagt Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld . Seiner Einschätzung nach ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Autos, die ohne Mensch hinter dem Lenkrad fahren, Normalität sind. "Was damals im Fernsehen noch Fiktion war, wird schon bald Realität sein", ist sich Hoffeld sicher.

Das Ziel der Bewerbung sei, die Rolle der Kreisstadt bei der Entwicklung und Erforschung intelligenter Systeme des automatisierten Fahrens weiter auszubauen. Daher habe sich der Bürgermeister vor wenigen Wochen in einem Schreiben an den Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt , gewandt und Merzig als Teststadt für bundesweite Testversuche ins Spiel gebracht. "Ihre Charakteristik als Mittelstadt im französisch-luxemburgischen Raum mit moderner Verkehrsinfrastruktur, großem Verkehrsaufkommen und Autobahnanschluss sowie ihre Funktion als Verkehrsknotenpunkt machen die Kreisstadt Merzig zu einem interessanten Standort für die Verkehrsforschung", begründet der erste Beigeordnete der Stadt Merzig , Dieter Ernst , der zugleich Leiter des zuständigen städtischen Ressorts "Stadtentwicklung, Bauwesen und Umwelt" ist. "Die Voraussetzungen und die Bedingungen für ein autonomes Testfeld in unserer Stadt werden in Fachkreisen als ideal angesehen", sagt Ernst. Sollte Merzig den Zuschlag bekommen, werde es keine Auswirkungen auf den Verkehr geben, teilte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage der SZ mit. Die Test-Autos würden einfach in den normalen Vekehr integriert werden. Wie genau diese Tests aussehen, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

"Wir hoffen auf eine wohlwollende Prüfung und positive Antwort des Bundesverkehrsministers", sagt Hoffeld, der mit diesem Thema auch einen großen Imagegewinn für die Kreisstadt Merzig verbindet: "Bedeutende technische Fortschritte von großer Ausstrahlungskraft könnten in Zukunft mit Merzig in Verbindung stehen", so die Vorstellung des Merziger Bürgermeisters.

In der Vergangenheit hat sich Merzig bei Projekten zur Verkehrsentwicklung hervorgetan. So führt Professor Horst Wieker mit seinem Forschungsteam von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes bereits seit zwei Jahren in Merzig ein Forschungsprojekt zur Sammlung von Verkehrsdaten durch.

Darüber hinaus arbeitet die Kreisstadt gemeinsam mit einer Vielzahl von Experten aus Software-Entwicklung, Telekommunikation und Forschung an der Entwicklung einer "Smart Mobility Studie" für das Saarland - beteiligte Unternehmen sind unter anderem das Deutsche Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Unternehmen Scheer, T-Systems International und Mobile City, das Urban Institut sowie das saarländische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr .

Merzig nimmt auch eine zentrale Rolle im Pilotprojekt "Parken in der Smart City" ein, bei dem es um die Anwendung intelligenter Parkraumsysteme ging. Die Telekomtochter T-Systems will in diesem Jahr in Merzig eine Smartphone-App entwickeln und testen, mit deren Hilfe Autofahrer freie Parkplätze in der Innenstadt angezeigt bekommen. So soll die lästige Suche nach einem freien Parkplatz bald der Vergangenheit angehören. Dieses Forschungsprojekt wurde Mitte November beim nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilgenommen hat, der Öffentlichkeit präsentiert.

Zum Thema:

Hintergrund Intelligente Verkehrssysteme (IVS) sind sehr vielseitig. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur beschreibt sie so: "Im Fokus hierbei stehen intelligente Fahrzeug- und Straßensysteme, die durch Kooperation miteinander wesentlich dazu beitragen, dass der Straßenverkehr sicherer, effizienter und umweltfreundlicher wird." So werden moderne Parkleitsysteme für Lkw auf Autobahnen genauso hinzugezählt wie die Entwicklung hoch- und vollautomatisierter Autos. IVS tragen außerdem dazu bei, dass Fahrzeuge, Verkehrsteilnehmer und Infrastruktur miteinander kommunizieren können, um den Verkehrsfluss zu optimieren. dko