Kreativ und agil im hohen Alter

Merzig. In der "wilhelminischen" Zeit wurde sie in Berlin geboren. Sie erlebte sehr anschaulich die wechselvolle deutsche Geschichte vom Kaiserreich über Diktatur, Befreiung und Besatzung bis zur Demokratie. Seit Jahrzehnten ist das Saarland ihre Wahlheimat, in der sie sich sehr wohl fühlt.Es war ein sehr anregendes Gespräch, das die SZ zwei Tage vor Vollendung ihres 102

 Edith Barthel-Engel hat ihr wechselvolles Leben literarisch verarbeitet. Foto: Erhard Grein

Edith Barthel-Engel hat ihr wechselvolles Leben literarisch verarbeitet. Foto: Erhard Grein

Merzig. In der "wilhelminischen" Zeit wurde sie in Berlin geboren. Sie erlebte sehr anschaulich die wechselvolle deutsche Geschichte vom Kaiserreich über Diktatur, Befreiung und Besatzung bis zur Demokratie. Seit Jahrzehnten ist das Saarland ihre Wahlheimat, in der sie sich sehr wohl fühlt.Es war ein sehr anregendes Gespräch, das die SZ zwei Tage vor Vollendung ihres 102. Lebensjahres im Haus "Ibis" mit Edith Barthel-Engel führte. Von der immer noch schöpferischen, agilen und eleganten Dame ist man geradezu fasziniert. Von ihr geht eine besondere Strahlkraft aus, die durch die außergewöhnliche Atmosphäre ihres kunstvoll ausgestatteten Hauses noch verstärkt wird. So ist eine im Eingangsbereich ausgelegte Bibel aus dem Mittelalter nicht nur eine zum Betrachten ausgestellte bibliophile Rarität. Die Jubilarin ist eine ebenso gläubige wie auch durchaus kritische Christin. Ein besonderes Prunkstück ist der alte Bechstein-Flügel, dem die studierte Pianistin und Musikpädagogin immer noch in exzellenter Form ebenso klassische Musik wie Tonschöpfungen aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entlockt. Edith Barthel-Engel ist mit ihrer akribischen fein gegliederten und schnörkellosen Schrift nicht nur eine fleißige Briefschreiberin. Von ihrem Lebenslauf hat sie vieles literarisch verarbeitet, teilweise in Form persönlich erlebter "Zeitgeschichte". Sie trat in Konzertsälen auf, spielte in deutschen Kriegslazaretten und erlebte mit dem Untergang des Dritten Reiches auch die Zerstörung ihrer Heimatstadt Berlin. In den vergangenen 15 Jahren sind von ihr mehrere Werke lyrischer Prägnanz erschienen, ein weiteres ist in den Grundzügen konzipiert. Edith Barthel-Engel liebt besonders gerne Gesprächsrunden. Dabei dreht sich vieles um alte Kulturen, vor allem um Überlieferungen aus Persien und aus Ägypten. So erklärt sich auch der Name "Ibis" für ihr Domizil. In Ägypten wurde "Ibis" als Heiliger und als Symbol des Mondgottes "Thot" (Gottheit der Weisheit und der Schrift) verehrt.

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