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Konsumenten-Schutz wird groß geschrieben

Konsumenten-Schutz wird groß geschrieben

Vor rund eineinhalb Jahren ist die Verbraucherzentrale in Merzig in neue Räume gegenüber den Stadtwerken gezogen. Hier berät das engagierte Team die Kunden zu den verschiedensten Anliegen.

Einen Besuch stattete Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich vor kurzem der Verbraucherzentrale Merzig ab: Dort informierte sie sich über die Arbeit von Rosemarie Günther-Arand und Eva Ludwig, die beide in der Beratungsstelle Merzig den Kunden mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ebenso schaute sie dem Geschäftsführer der Verbraucherzentrale des Saarlandes, Jürgen Zimper, über die Schulter.

Kunden suchen gezielt Rat

Die Verbraucherzentrale ist seit rund eineinhalb Jahren in den Räumen gegenüber den Stadtwerken Merzig . "Im Vergleich zu früher haben wir weniger Laufkundschaft, dafür aber mehr Kunden , die gezielt unseren Rat suchen", erzählt Günther-Arand, Diplom-Oecotrophologin. Nächstes Jahr ist sie 40 Jahre dabei.

Viel zu tun gibt es ihr zufolge immer für die Mitarbeiter, die alle halbtags arbeiten: Büro- und Honorarkräfte, Rechtsanwälte, Sachverständige. 1,2 Vollzeitstellen sind es in Merzig . "Saarlandweit sind es 35 Beschäftigte, das sind 17,2 Vollzeitstellen", sagt Geschäftsführer Zimper, "begrenzte Budgets, viele Beratungsthemen: Da wird uns nicht langweilig", fügt er hinzu. "Heutzutage werden die Beratungen immer komplexer. Die digitale Welt hat viele Vorteile - wir müssen uns mit den Nachteilen beschäftigen", meint der Geschäftsführer .

"Mit unseren Musterbriefen sind die Kunden nicht immer erfolgreich. Gerade bei Fragen der Kündigung von Online-Verträgen, Internet-Abo-Fallen, Telefonanbietern oder Inkasso hilft es, wenn die Briefe direkt von uns versendet werden", weiß Juristin Eva Ludwig aus Erfahrung. Auch die Nutzung von Smartphones verursache Probleme: "Zum Beispiel können kostenlose Apps dennoch eine höhere Handyrechnung verursachen, wenn etwa beim Klicken auf einen Link die Rufnummer des Mobiltelefons mit-übertragen wird." Mit deren Kenntnis wendeten sich die Drittanbieter direkt an die Mobilfunkanbieter , die die Posten auf die Rechnung setzten. Ludwig gibt den Tipp, beim Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre einzurichten.

Auch in Sachen Ernährung informiert die Verbraucherzentrale, auch in Kindergärten und Kitas. Jährlich gibt es nach Zimpers Angaben 60 bis 80 Vorträge zu Lebensmitteln, Allergien, Lebensmittelverpackungen, Inhaltsstoffen und Einkaufsquellen. "Wir wollen die Verbraucher anregen, Produkte zu vergleichen", erläutert Günther-Arand. Finanzdienstleistungen wie Versicherungen, Baufinanzierung, Geldanlage, Patientenverfügungen und Energieeinsparungen gehöre zum Aufgabenbereich der Verbraucherzentrale. Doch die Themen wandeln sich mit der Zeit: "Vor zehn bis 15 Jahren gab es bei uns noch Umweltberatungen, zum Beispiel zu Wasch- und Putzmitteln", erinnert sich Günther-Arand. "Und oft sind wir die erste Anlaufstelle für allgemeine Fragen, etwa für Mietrecht. Diese Personen werden dann an die entsprechenden Stellen verwiesen", fügt Ludwig hinzu.

Schlegel-Friedrich freute sich zu hören, dass die Dienstleistung und Beratung der Verbraucherzentrale gut angenommen werde. "Trotz aller Information sind teilweise Kompromisse nötig", bemerkte die Landrätin. Und weiter: "Man sollte mit gesundem Menschenverstand an Produkte und Dienstleistungen herangehen und aufmerksam sein, was jeder für sich selbst vielleicht verbessern kann."