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Kommissar Simareks erster Fall"Ich schreibe über Dinge, die ich kenne"

Kommissar Simareks erster Fall"Ich schreibe über Dinge, die ich kenne"

Merzig. Er ist sicher kein Typ, der auf den ersten Blick sympathisch ist. Kommissar Robert Simarek, die irgendwie zerrissene Hauptfigur des Krimis "Ein nackter Arsch" von SR-Redakteur Christian Bauer. Allein der Titel verspricht vieles, provozierend ist er allemal. Und das menschliche Hinterteil erfährt im Laufe der zu klärenden Morde größere Beachtung

Merzig. Er ist sicher kein Typ, der auf den ersten Blick sympathisch ist. Kommissar Robert Simarek, die irgendwie zerrissene Hauptfigur des Krimis "Ein nackter Arsch" von SR-Redakteur Christian Bauer. Allein der Titel verspricht vieles, provozierend ist er allemal. Und das menschliche Hinterteil erfährt im Laufe der zu klärenden Morde größere Beachtung. Dennoch steht die Jagd nach dem Mörder im Vordergrund. Der Jäger, das ist Kommissar Robert Simareck, oft betrunken, selten gut gelaunt, übergewichtig. Er lebt wie ein Junggeselle, obwohl er in einer festen Beziehung ist. Er lebt in Saarbrücken, sie in Köln. Das macht für ihn vieles leichter. Bleibt die spannende Frage, wie viel an dieser Figur ist real, wie viel fiktiv? "Die Figur ist natürlich fiktiv, wobei sich immer wieder Bekannte darin wiederfinden. Jede Figur hat ihre Anleihen in der Realität. Ich fühle mich sicherer, wenn ich über Dinge schreibe, die ich kenne", verrät Autor Christian Bauer. So ist es nicht verwunderlich, dass er auch Anleihen aus seinem eigenen Leben einfließen lies. Kommissar Simarek hat einen guten Freund, der katholischer Pastor ist und auf den Namen Hassdenteufel hört. Christian Bauer war selbst evangelischer Pfarrer, bevor er über ein Volontariat zum Saarländischen Rundfunk kam. Er entschied sich für das Leben als Redakteur, steht aber immer mal wieder auf der Kanzel. Er hat in sozialen Brennpunkten vieles gesehen und erlebt, was seinem Buch Authentizität verleiht. "Wenn ich echte Orte habe, warum soll ich sie dann erfinden? Ich schreibe für die Leute hier, und ich kenne die Gegend sehr gut. Ich sehe die Häuser, in denen die Personen leben oder wo sie einkaufen vor mir beim Schreiben", erklärt Autor Bauer die Wahl seines Handlungsortes. So wird die Leiche unter der Stadtautobahn am Saarufer gefunden, seine Einkäufe erledigt Kommissar Simarek beim Türken um die Ecke, das Katerfrühstück gibt's in Pits Petit Bistro und das Feierabendbier nimmt er bei Biggi in der Gelben Kastanie ein. Krimi-Fan Bauer hat weitere Bücher mit Kommissar Simarek geplant. Christian Bauer, Ein nackter Arsch - Ein Fall für Robert Simarek, 240 Seiten, kartoniert, 14,90 Euro, ISBN 978-3-938823-69-9, im Handel.www.simarek.dewww.gollenstein.de