Kommentar zu den Irritationen wegen der Hecke am Bahndamm in Besseringen

Kommentar : Mehr als bloßes Heckmeck

Die Aufregung der Anwohner in der Straße Am Königsfeld in Besseringen war verständlich und wohl auch nicht ganz unbegründet:

Haben sie doch auf Zusagen vertraut, die ihnen schon vor langem während der aufgeheizten Debatte rund um die Lärmschutzwand durch Bahn-Verantwortliche gemacht worden sind. Nämlich, dass in ihrer (recht dünn bebauten) Straße keine Wand errichtet werde, weil es ja da schon seit Generationen den natürlichen Sicht- und Lärmschutz durch eine frei wachsende Hecke gebe.

Insofern mutet es doch reichlich instinktlos von dem Staatsunternehmen Deutsche Bahn an, ausgerechnet diese Hecke nun in einem doch recht massiven Umfang beschneiden zu wollen. Denn, auch das erscheint sehr wahrscheinlich: Ohne den rasch aufgeflammten Protest der Betroffenen vor Ort und entsprechende Anfragen seitens des Ortsvorstehers hätte die Bahn ihr „Vegetationsmanagement“ (was für ein netter Begriff fürs Zurückschneiden und Abholzen!) möglicherweise strikt nach Plan durchgezogen und die Hecke rabiat gestutzt oder womöglich ganz entfernt. Denn das sehen die Bahnvorschriften ja vor.

Offenbar hat aber niemand bei der Bahn daran gedacht, in einem Aktenvermerk einmal festzuhalten, dass das Unternehmen gegenüber den Anliegern dort im Wort stehe. Und an gleicher Stelle könnte auch vermerkt sein, dass Besseringen wegen der seit langem schwelenden Kontroverse um die Lärmschutzwand ein recht sensibles Terrain ist, bei dem die Bahn mit etwas Fingerspitzengefühl vorgehen sollte. Das hat der Staatskonzern im aktuellen Fall vermissen lassen und für reichlich Heckmeck unter den Betroffenen gesorgt. Vertrauen schaffen geht anders.