Kolumne Apropos Fasten oder flunkern?

Worauf verzichten Sie in der Fastenzeit? So auf das Übliche, was man kennt, Schokolade und so weiter? Ich habe mir auch was vorgenommen, das verrate ich aber erst am Ende des Kolumne.

Kommentarkopf, Foto: Robby Lorenz

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Foto: dpa-tmn/Christin Klose

Was für ein Stress. Kaum hat man die guten Vorsätze für das neue Jahr über Bord geworfen, muss man schon neue fassen für die Fastenzeit. Also wie immer, nicht rauchen, nicht trinken, keine Schokolade, ach was, am besten natürlich gar keine Süßigkeiten. Kurz: Alles weglassen, was Spaß macht. Fast sieben Wochen lang.

Etwas anders hat die evangelische Kirche vor vier Jahren die Fastenzeit eingeläutet. Die stand damals nämlich unter dem Motto „Sieben Wochen ohne Lügen“ und widmete sich dem Umgang mit der Wahrheit. Donnerwetter, das war mal eine Ansage. Für Politiker wahrscheinlich die schlimmste Fastenzeit ever. Nicht, dass ich Politiker an dieser Stelle verteidigen möchte, aber immer die Wahrheit zu sagen, kann natürlich auch nach hinten losgehen. Wie bei dem Journalisten, der einmal – als Experiment – 40 Tage lang schonungslos ehrlich war und dabei seine Kollegen beleidigte, seine Frau verprellte und seinen besten Freund verriet.

Ein bisschen flunkern macht das Leben eben doch geschmeidiger. Sehen wir es als soziales Schmiermittel der menschlichen Kommunikation an. Man kann ja immer noch auf so viel anderes verzichten. Auch der Verzicht auf Social Media, Shopping-Touren oder das Auto gilt in den Augen der Kirchen als Fasten-Leistung. Ich persönlich habe  mich auch für ein Weniger in der Fastenzeit entschieden. Ich verzichte einfach auf die Arbeit. Mein Chef weiß es nur noch nicht.

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