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Feuerwehrübung
Knifflige Feuerwehrübung in der Forensik

Die großangelegte Übung stellte die Feuerwehr vor manch ein Problem, wurde aber letztendlich souverän von den Einsatzkräften gemeistert.
Die großangelegte Übung stellte die Feuerwehr vor manch ein Problem, wurde aber letztendlich souverän von den Einsatzkräften gemeistert. FOTO: Ruppenthal
Merzig . Im hochmodernen Klinikneubau wurde der Ernstfall simuliert. Dabei sollten vor allem Schwachstellen aufgespürt werden. Von Rolf Ruppenthal

Feuer in der Forensik – Feuerwehr, Klinikleitung und Rettungsdienst haben in dieser Woche den Ernstfall geprobt. Aber das war keine alltägliche Übung. Feuerwehr und Klinikleitung haben nach der aufwändigen und großangelegten Übung eine überaus positive Bilanz gezogen. Und dabei hat längst nicht alles geklappt. Aber genau das war der tiefere Sinn dieser Übung. Unter Realbedingungen sollten möglichst viele Probleme ausfindig gemacht werden.


Erst vor knapp vier Wochen waren der hochmoderne Klinikersatzneubau und das neue Schleusengebäude eingeweiht worden. 60 Patienten sind hier auf drei geschlossenen Stationen mit jeweils 20 Betten untergebracht. Alles neu und der Feuerwehr gänzlich unbekannt. Aber damit nicht genug: Die saarländische Klinik für forensische Psychiatrie ist zudem als einzige Maßregelvollzugseinrichtung im Saarland zur Behandlung für psychisch kranke und suchtkranke Straftäter ein besonders sensibler Bereich.

Ein gefährlicher Kellerbrand bildete die Grundlage dieser Übung. Bei Arbeiten im Heizungs- und Lüftungsraum war es im Kellergeschoss, so die Übungsannahme, zu einer Verpuffung mit anschließendem Brand gekommen. Die Brandmeldeanlage löste zunächst über automatische Rauchmelder aus, dann wurde ein Handmelder ausgelöst. Zwei Mitarbeiter einer Fremdfirma, zwei Klinik-Techniker und zwei Stationsmitarbeiter, so die weitere Übungslage, werden vermisst.



Wenige Minuten nach der Alarmierung sind die ersten Feuerwehrfahrzeuge vor Ort. Zunächst passiert ein Tanker, weniger später dann die Drehleiter die Eingangsschleuse. Weitere Einsatzfahrzeuge beziehen vor dem Schleusengebäude, der Großteil an der Südflanke vor dem Sicherungszaun Position.

Bewusst geht alles langsam, wohlüberlegt und abgesprochen. Die Einsatzkräfte wollen sich vor Ort ein genaues Bild der Lage machen, den Übungsort genauestens kennenlernen. Übungsleiter Joachim Maxheim, Einsatzleiter Michael Bautz und Klinikleiter Chefarzt Dr. Aloysius Annen sprechen sich immer wieder ab, tauschen wichtige Informationen aus und notieren festgestellte „Schwachpunkte“.

Geraume Zeit später erfolgt die Kompletträumung des Gebäudes. Einsatztrupps durchkämmen zwischenzeitlich das Gebäude auf der Suche nach den Vermissten und übernehmen die Brandbekämpfung. Auch der Rettungsdienst ist längst vor Ort. Rotkreuz und Malteser arbeiten Hand in Hand. Auch für sie gilt, erst einmal den Einsatzort genauer kennenzulernen.

Im Rahmen der Übung werden die Patienten durch das Personal auf kürzestem Rettungsweg in Sicherheit gebracht, zunächst zu Sammelplätzen in den Freihöfen, dann ins benachbarte Gebäude und auf Vollzähligkeit überprüft. Inzwischen sind auch die Vermissten gefunden und in Sicherheit gebracht. Die Verletzten werden dem Rettungsdienst übergeben und versorgt.

Am Ende sind Feuerwehr und Klinikleitung zufrieden: Die Herausforderung, in der Merziger Forensik unter erschwerten Bedingungen in völlig neuem Umfeld einen Brand zu löschen, Verletzte zu retten und die Patienten in Sicherheit zu bringen, wurde gemeistert – trotz der ein oder anderen aufgetretenen Problemsituation. Die erkannten Schwachstellen können jetzt zielgerichtet ausgemerzt werden. Dennoch hoffen alle, dass es auch zukünftig bei Übungen bleibt und der Ernstfall niemals eintreten wird. Feuerwehr und Klinikleitung sind aber auch für einen derartigen Realeinsatz gewappnet.