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Neue Technik
Der Spion mit der Lizenz für Gallensteine

Beeindruckt von der Raffinesse: Chefarzt Dr. Peter Henkel mit dem „SpyGlass“. Im Kopf der dünnen Sonde befinden sich eine Lichtquelle, eine Kamera und Werkzeug zur Gewebeentnahme oder Steinzertrümmerung.
Beeindruckt von der Raffinesse: Chefarzt Dr. Peter Henkel mit dem „SpyGlass“. Im Kopf der dünnen Sonde befinden sich eine Lichtquelle, eine Kamera und Werkzeug zur Gewebeentnahme oder Steinzertrümmerung. FOTO: SHG / Harald Kiefer
Merzig. Im Klinikum Merzig wird jetzt mit einem innovativen Mini-Endoskop besonders patientenschonend gearbeitet. red

„SpyGlass“ heißt eine neue innovative Technik, die seit kurzem in der endoskopischen Abteilung im Klinikum Merzig eingesetzt wird. Mit Hilfe eines Mini-Endoskops gelingt jetzt die direkte Spiegelung der Gallengänge von Leber oder Bauchspeicheldrüse. „Damit können wir jetzt die Gallengänge komplett sichtbar machen und eindeutige Diagnosen stellen“, freut sich Chefarzt Dr. Peter Henkel.


Ein weiterer Vorteil des Verfahrens, das Laut Henkel als patientenschonend und sicher gilt: „Wir können bei der Untersuchung gleich auch Steine im Gallengang beseitigen“.

„Der Patient liegt bequem auf der linken Seite. Ein Schlafmittel sorgt dafür, dass er nicht weiter belästigt wird, die Prozedur schmerzfrei ist und der Patient selbst völlig entspannt bleibt“, erläutert der Chefarzt die einzelnen Schritte der so genannten „Cholangioskopie“. Das optische Untersuchungsgerät - ganz vorne befindet sich eine helle Lichtquelle - wird über das bereits eingeführte Endoskop über einen internen Arbeitskanal vorgeschoben und im Gallengang oder Bauchspeicheldrüsengang platziert.



Die Spitze des Gerätes ist in alle Richtungen steuerbar, so dass auch schwierig zu erreichende Stellen eingesehen werden können. Zugleich können unter dieser Sichtkontrolle Gewebeproben entnommen oder Steine zertrümmert werden. Für letzteres war früher eine Operation unumgänglich. Speziell geschultes Pflegepersonal überwacht den Patienten während der ganzen Prozedur. Danach bleibt er noch einen oder zwei Tage im Krankenhaus. „Komplikationen sind selten“, betont Gastroenterologe Henkel.