Klinikum in Merzig war am Samstag Teil einer Großübung zum Thema Terror

Übung in Klinikum in Merzig : Ärzte und Pfleger stellen sich dem Terror

Das Klinikum in Merzig war am Samstag Teil einer Großübung, die in vier saarländischen Krankenhäusern durchgeführt wurde.

Ein mutmaßlicher Terrorangriff mit Schuss- und Sprengwaffen und vielen Verletzten – das war die Grundlage einer Notfallübung, an der am Samstagmorgen neben drei weiteren Krankenhäusern im Saarland auch das SHG-Klinikum in Merzig teilnahm. Geprobt wurde ein so genannter Massenanfall von Verletzten, das heißt die Einlieferung und schnelle medizinische Versorgung einer größeren Anzahl von Patienten binnen kurzer Zeit. In Merzig waren dies elf an der Zahl, die – koordiniert von der Leitstelle des Saarlandes – innerhalb einer Stunde mittels Krankenwagen in die Notaufnahme gebracht wurden, ziemlich realitätsnah dargestellt von erfahrenen Mimen aus dem Rettungswesen.

Geübt wurde insbesondere die sogenannte Triage, die ärztliche Ersteinschätzung der Schwere der Verletzungen und die daraus gefolgerten Versorgungsnotwendigkeiten, von der Anlegung von Verbänden bis hin zur Not-Operation. Eine weitere Schwierigkeit, die in die Übungslage eingebaut war: Vorausgesetzt wurde eine Mindest-Personalbesetzung, wie es sie in einem Krankenhaus beispielsweise an Heiligabend um 24 Uhr gibt. Vor Ort mit dabei waren auch Beobachter des Gesundheitsministeriums, der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und der Rettungsleitstelle Saar.

Foto: SHG/Harald Kiefer

Vier Schwerverletzte, drei mittelschwer Verletzte und vier Leichtverletzte hatte die diensthabende Notaufnahme-Ärztin Franziska Donate übungshalber einzuschätzen und sie zusammen mit den Pflegekräften zielgerichtet zur weiteren Versorgung im Haus weiterzuleiten. Dies sei mit viel Ruhe und Übersicht geschehen, hieß es später bei einer ersten Bilanz. Große Hilfe dabei: die präzisen Erstinformationen von den Notärzten und Rettungssanitätern der einlaufenden Krankenwagen. Zeitgleich lief Ähnliches auch in Krankenhäusern in Saarbrücken, Püttlingen und Sulzbach ab.

Foto: SHG/Harald Kiefer

Der Koordinator Michael Bossmann, Oberarzt in der Anästhesie des Klinikums, zeigte sich am Ende im Wesentlichen zufrieden mit den Ergebnissen, so wie auch die Schiedsrichter und Juroren, „zumal es die erste Übung dieser Art für unser Klinikum war“. Die zuvor unbekannten, von der Rettungsleitstelle eingespielten Besonderheiten und das Improvisationstalent der Mimen seien für alle zusätzliche Herausforderungen gewesen. Zudem habe ja auch der Echtbetrieb im Krankenhaus weitergehen müssen. Parallel zur Übung gab es eine größere Bauch-Operation, einen Isolierpatienten und drei weitere Notfallpatienten in der Zentralen Notaufnahme.

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