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Merziger Verkehrsdebatte: Kieborz: Es geht nicht ohne Nordumfahrung

Merziger Verkehrsdebatte : Kieborz: Es geht nicht ohne Nordumfahrung

Zur Lösung des Verkehrsproblems in der Merziger Innenstadt reichen für die BI „Nordsaarlandstraße jetzt!“ Ampeln nicht aus.

Die neuerliche Diskussion um die Umgestaltung des Kaufland-Kreisels in Merzig in eine Ampelkreuzung zeigt nach Überzeugung von Ulrich Kieborz, Sprecher der Bürgerinitiative „Nordsaarlandstraße jetzt!“, vor allem eins: „Es geht nicht ohne Nordumfahrung!“ Für eine umfassende Lösung des Merziger Verkehrsproblems werde es jetzt „allerhöchste Zeit“, teilt Kieborz gegenüber unserer Redaktion mit.

Es zeige sich immer mehr, dass eine integrale, sinnvolle Verkehrslösung nicht durch zögerliches, verzagtes Handeln zu erreichen sei. Kieborz: „Spätestens mit dem Jahr 2021 wird das Verkehrschaos in der Merziger Innenstadt, aber ebenso auf der linken Saarseite (Hilbringen, Ballern) noch mehr Stau produzieren: Die Eisenbahnbrücke, Unterführung an der Sparkasse, wird dann saniert.“ Das bedeute Vollsperrung für einige Wochen mit erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Auch wenn der Umbau des Kaufland-Kreisels in eine Ampelkreuzung in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Bahn erfolgen solle und aufeinander abgestimmt werde, bedeutet das nach den Worten von Kieborz „mindestens mehrere Monate massive Verkehrsbeeinträchtigungen“. Alle diese Maßnahmen zusammen bescherten den Merziger Bürgern unzählige Staustunden mit Stress, Dreck, Lärm und Autoabgasen. Spätestens seit dem „Dieselskandal“ sei bekannt, dass viel mehr Feinstaub und Umweltbelastung durch den jetzigen Straßenverkehr produziert werde als bisher berechnet. Kieborz: „Im Stau ist die Belastung ungleich höher als im fließenden Verkehr; Staus müssen im Interesse der Menschen, die an Durchgangsstraßen wohnen, unbedingt vermieden werden.“ Der Verkehr werde allerdings noch weiter zunehmen, auch in Merzig. Die Verkehrsmenge, die sich zukünftig durch Merzig quälen muss, werde durch keine der geplanten Bau-Maßnahmen verringert – „weder durch den notwendigen Umbau des Kaufland-Kreisels noch durch die Umsetzung der geplanten Bau-Lose Marienkapelle, Merchinger Straße, Gipsberg“, so Kieborz.

Ulrich Kieborz Foto: SZ/Kieborz

Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) betrachte nach wie vor bei der Lösung des Merziger Verkehrsproblems nur die Situationsverbesserung auf der Strecke Hilbringer Brücke durch Merzig bis Einmündung Gipsberg, kritisiert der BI-Sprecher. „Auf diesem Stück kann der Verkehr mit Hilfe intelligenter Ampeln sicherlich durch Merzig flüssiger werden, aber nur, wenn sich an den Endpunkten kein Stau bildet.“ Die in dieses Teilstück einfließende Verkehrsmenge werde aber nicht reduziert. Kieborz: „Spätestens 2021 versinkt Merzig in einem noch größeren Verkehrschaos und man ist gut beraten, dann Merzig zu meiden.“

Die BI fordere deshalb erneut, den so genannten Lückenschluss für die Nordsaarlandstraße zu bauen – also die Nordumfahrung für Merzig. „Nur dann kann das Chaos über die bis dahin fertig gestellte Nordsaarlandstraße mit direktem Anschluss in Besseringen/Schwemlingen an die A8 Merzig verhindert werden“, findet Kieborz. Eine vernünftige Lösung des Merziger Verkehrsproblems sei nur im Zusammenspiel von der Verbesserung des Verkehrsflusses (durch die Umsetzung aller vom LfS geplanten Bau-Lose) und der Reduzierung der Verkehrsmenge (gemeint ist eine Verbindung zwischen der Vergissmeinnichtstraße und der Ortsumgehung Besseringen) zu erreichen, findet der BI-Sprecher.

Das Saar-Verkehrsministerium habe ganz aktuell ein Programm zur Verbesserung des Landstraßennetzes. „Dazu gehört nach unserer Meinung unverzichtbar der schnelle Bau der Nordumfahrung Merzig“, betont Kieborz. Die Stadt Merzig in Person von Bürgermeister Marcus Hoffeld und dem ersten Beigeordneten Dieter Ernst habe im Frühjahr der Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und der Verkehrsministerin Anke Rehlinger einen detaillierten Vorschlag für einen Lückenschluss unterbreitet. Kieborz: „Wie wir hören, gibt es dazu nach fünf Monaten noch keine Machbarkeitsuntersuchung.“

Diese fordere die Bürgerinitiative von der Landesregierung jetzt noch einmal nachdrücklich ein. Das Land müsse, so Kieborz, „schnellstens alle Möglichkeiten prüfen, die zu einer Machbarkeitsstudie mit anschließender Planfeststellung führen“.