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Kevin Trapp sorgte für einen „Volltreffer“

Kevin Trapp sorgte für einen „Volltreffer“

Für einen wahren Besucheransturm sorgte diesmal der Gast des Sparkassen-Sportforums in Merzig: Torwart Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt) stand den Fragen der kleinen und großen Gäste Rede und Antwort.

"Die Fragen von Kindern sind immer die gefährlichsten. Da muss man echt aufpassen", schmunzelte Fußball-Profi Kevin Trapp zu Beginn der Fragerunde beim 9. Sparkassen-Sportforum vor wenigen Tagen in Merzig . Und er sollte Recht behalten. "Wolltest Du schon immer Tormann bei Eintracht Frankfurt werden?" Gleich die erste Frage eines kleinen Fans forderte einen Moment des Nachdenkens, bis Kevin Trapp mit Blick auf das Trikot des Jungen - es war das von Eintracht Frankfurt - überzeugend mit einem klaren "Ja" antwortete. Die Gegenfrage von Trapp, wo er denn später mal spielen wolle, beantwortete der Fußballnachwuchs ganz locker mit: "Beim 1. FC Köln." Ja, auch auf solche Situationen muss man als Profi reagieren können. Denn nur um Fußballspielen geht es heute keineswegs mehr im Profigeschäft.

Man steht als Vorbild für viele Menschen in der Öffentlichkeit, muss auf viele Fallstricke achten und lernen mit Rückschlägen klar zu kommen. Dass man beispielsweise sehr gut aufpassen muss, wem man Geld und Karriere anvertraut, hat der Tormann und Kapitän von Eintracht Frankfurt früh gelernt. Spielerberater - so werden die wichtigen Leute im Hintergrund genannt, haben nicht immer den besten Ruf. "Man trifft viele, die einen anquatschen. Aber man entwickelt ein Gefühl dafür, wem man vertrauen kann. Man kann sich in vieles reinarbeiten, aber es gibt Dinge, von denen man besser die Finger lässt. Ich habe mich auch immer mit meinen Eltern beraten, aber die Entscheidung muss ich am Ende immer selbst fällen", erklärte Kevin Trapp. Entschieden hat er auch in Absprache mit ihnen im Alter von 15 Jahren aufs Sportinternat und in die Jugendabteilung des 1. FC Kaiserslautern zu wechseln.

Spannend war dabei nicht nur das neue Leben, das komplett auf Fußball ausgerichtet war. Denn Kevin Trapp hatte am Anfang so seine liebe Not in der "Großstadt", wie es ihm nach dem Umzug von Rimlingen nach Kaiserslautern vorkam. "Ich bin da schon mal in den falschen Bus eingestiegen und Ewigkeiten in die falsche Richtung gefahren. Aber das habe ich dann recht schnell hingekriegt", erzählte der Torhüter in Merzig . Für ihn hat bis jetzt alles immer irgendwie geklappt. Auch wenn nicht immer alles so läuft, wie man es sich vorstellt.

Derzeit erholt sich Trapp von einer schweren Verletzung am Fuß, konnte wochenlang nicht trainieren oder spielen. Die Zeit hat er gut genutzt und damit begonnen Sprachen zu lernen. Moderator Roman Bonnaire versuchte vergebens eine Verbindung zwischen der Sprachwahl und einem eventuellen Wechsel ins Ausland herzustellen. Auf der Agenda des Profi-Fußballers steht erst mal wieder fit zu werden. Für die Zukunft heißt das große Ziel, für die Nationalmannschaft den Kasten sauber zu halten. Sollte sich dieser Wunsch erfüllen, wäre es eine Erfolgsgeschichte von dem jungen Fußballtalent, das in Brotdorf seine sportliche Laufbahn begann und mit Fleiß und Talent später für Deutschland im Tor steht.

Genau um solche Geschichten und Menschen geht es den Veranstaltern des Sparkassen-Sportforums, der Sparkasse Merzig-Wadern und dem Landkreis. Gemeinsam wollen sie die Basisarbeit in den Vereinen in den Fokus rücken und denen danken, die mit ehrenamtlicher Arbeit dazu beitragen, dass aus Kindern begeisterte Sportler werden, von denen manche über die Nachwuchsförderung und mit dem notwendigen Talent und Biss Profis in ihrer Sportart werden.

Das Sparkassen-Forum verzeichnete diesmal einen absoluten Besucherrekord. "Es freut uns als Veranstalter sehr, dass wir mit diesen Abenden auf so große Resonanz stoßen. Es ist uns wichtig, die Nachwuchsförderung immer im Auge zu behalten. Denn Sport im Verein wirkt sich auf vielen Ebenen positiv auf die Kinder und Jugendlichen aus", betonte Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. So sieht es auch der Vorsitzende des Vorstands der Sparkasse Merzig-Wadern, Frank Jakobs, der ebenfalls im Sportforum eine wichtige und nachhaltige Wirkung sieht.