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Keine Angst mehr vor einem Wolkenbruch

Keine Angst mehr vor einem Wolkenbruch

Die Überflutung der Fremersdorfer Straße in Mechern gehört der Vergangenheit an. Die Stadt hat Gegenmaßnahmen getroffen.

Die Angst vor einem Wolkenbruch, die Anwohner in der Fremersdorfer Straße in Mechern über Jahrzehnte umgetrieben hat, ist gewichen. "Zwar hat es seit dem Bau eines größeren Kanals und dem Verlegen des Rohres, das die Wassermassen in den Saar-Altarm leitet, kein Unwetter mehr gegeben", sagte Manfred Weber auf SZ-Anfrage. "Aber wir sind zuversichtlich, dass die Maßnahmen reichen", zieht er nach knapp zwei Jahren erste Bilanz. Was den Mann aus Mechern freut: "Meine Vorschläge, die ich unterbreitet hatte, sind umgesetzt worden." Entweder man vergrößert den Kanal in der Straße "Am Winterberg" oder man leitet das Wasser über ein Rohr unter der Umgehungsstraße durch direkt in den Altarm der Saar, lautete damals seine Anregung. Wo sich jetzt die Umgehungsstraße befindet, war nach seinem Bekunden früher eine Wiese. Das Wasser habe direkt in die Saar laufen können. So habe es in seinen Kindertagen gar keine Probleme gegeben.

Es war nach dem Unwetter im Juni 2013, als Weber und zwei weitere Nachbarn Alarm schlugen. Die Bilanz: ein beschädigtes Mauerwerk und eine kaputte Bodenplatte - 3000 Euro Schaden. Gravierendere Schäden verzeichnete der damals 56-Jährige in seinem Haus nicht. Als gebranntes Kind hatte er aus dem schlimmen Unwetter, das 1995 tobte, seine Lehren gezogen und als Schutz vor Wasser mit Gummileisten seine Kellertür abgedichtet. "Das Wasser kam bei Platzregen oder stärkeren Unwettern - zumindest seit es die Umgehungsstraße B 406 gibt", ergänzt er. "Bürgermeister Marcus Hoffeld hat sich dem Problem angenommen."

Mitte April 2015 rückten Arbeiter an, um in der Fremersdorfer Straße ein Einlaufbauwerk am Damm der L 170 zu bauen. Vom 13. April bis zum 13. Mai hat die Fremdwasserentflechtung laut Stadtverwaltung gedauert. Die Straßenentwässerung der Fremersdorfer Straße wurde an dieses Einlaufbauwerk angeschlossen. In einem zweiten Schritt wurden vom Einlaufbauwerk eine Stahlbetonleitung unter der L 170 hindurch bis zum Saar-Altarm verlegt.

Das Niederschlags- und Fremdwasser wurde in den Altarm der Saar und nicht mehr in die Kläranlage Mechern eingeleitet. Dadurch wurde die Reinigungsleistung der Kläranlage gesteigert, und das unbelastete Oberflächenwasser bleibt dem natürlichen Wasserkreislauf erhalten. Der Umbau für eine bessere Wasserverwertung wurde vom saarländischen Umweltministerium mit 38 000 Euro gefördert. "Durch die Verringerung des Fremdwassers in den Abwassersystemen verbessern wir die Wirkungsweise unserer Kläranlagen und reduzieren damit gleichzeitig die Kosten der Gebührenzahler", meinte Umweltminister Reinhold Jost bei der Scheckübergabe Ende März 2015.

Zum Thema:

Aktion Wasserzeichen Das saarländische Umweltministerium unterstützt mit seinem Förderprogramm "Aktion Wasserzeichen" saarländische Kommunen bei Fremdwasserentflechtungen. "Gerade im Saarland macht das Fremdwasser mit über 70 Prozent den weitaus größten Teil der Abwassermenge aus", sagte jüngst Roland Krämer, Staatssekretär im Umweltministerium. "Durch die Verringerung des Fremdwassers in den Abwassersystemen verbessern wir die Wirkungsweise unserer Kläranlagen und reduzieren damit gleichzeitig die Kosten der Gebührenzahler."