Kappensitzung in Schwemlingen mit rüstigen Rentnern und tanzenden Teufeln

Kappensitzung in Schwemlingen : Wo Teufel mit Engeln tanzen und Senioren das Leben feiern

Die erste Sitzung des Schwemlinger Karnevalsvereins hat für gute Laune gesorgt.

Es gibt Dinge, die passen nicht zusammen. Wie Himmel und Hölle oder Schalke und Deutscher Meister. Dass Engel und Teufel aber doch ganz gut zusammen können – zumindest zeitweise –, verblüffte sicher den einen oder anderen bei der ersten Galakappensitzung des Schwemlinger Karnevalvereins.

Verkleidet mit weißen Flügeln auf dem Rücken und goldenen Ringellöckchen auf dem Kopf sowie Teufelshörnern und roten Flügeln begeisterten 16 Engelchen und Teufelchen der dritten Garde ihr Publikum: Mal tanzten sie zusammen im Kreis, bewegten sich hin und her und hielten sich gemeinsam an der Hand, um zu zeigen: Es geht doch! Getreu dem langjährigen Motto „Mir gen os net“ brachten die Faaseboozen bereits am Freitagabend die Saargauhalle zum Beben, ausgelassen jubelten sie bei den Schautänzen der Minigarde und Mariechenformation um Maja Weinand und Vivien Herbertz, aber auch bei den Schautänzen der drei weiteren Garden sowie beim Männerballett und lachten aus vollem Hals, als zwei rüstige Opas ihre Gehstöcke und Bademäntel zur Seite warfen und zeigten: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an! Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran!“ Bemüht-lasziv räkelten sich beide sinnlich auf der Bühne, zeigten, was sie haben, und führten eine frivole Tanzeinlage nach der nächsten durch, bis die Gäste auf den Stühlen standen und heiter mit klatschten.

„Wir haben keine Kosten und M­ühen gescheut und unseren Talentscout nach Amerika ins Bootcamp geschickt“, kündigte einer der beiden Sitzungspräsidenten, Jannis Ewerhardy, die „Military Ladys‘“ an, die mit Liegestützen und Marscheinheiten den harten und kräftezehrenden Alltag im Militär tänzerisch darstellten. Nach Amerika zog es auch die zweite Garde mit ihrem schaurigen Schautanz „Schrecken ist hier Privileg“, den Hexen, Skelette, Geister und Kürbisse zur allseits bekannten Melodie von „The Nightmare Before Christmas“ tanzten.

In der Bütt witzelten Jäger und Angler unter anderem über dicke Fische, Eheprobleme und die Unterschiede eines erfolgreichen und erfolglosen Jägers. Dass man dagegen weit mehr mit Hüten machen kann als sie nur auf dem Kopf zu tragen bewies das Dreigestirn um Otto, Bernd und Mark zum Thema „bekloppte Hüte“: Mit nicht mehr als einem großen, weißen Stück Stoff auf dem Kopf und der Hand auf der Brust spielten sie den französischen Kaiser Napoleon nach, fochten als Sturmtruppler aus Star Wars, inszenierten ein Kaffeekränzchen von edlen Damen oder zeigten sich mal als züchtige Nonnen. Binnen weniger Sekunden formten die drei ihre improvisierten Hutvorlagen so zurecht, dass sie als Sultan durch die Wüste liefen und Sekunden später theatralisch auf der Titanic untergingen.