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Tourismus-Debatte
Junge Union versteht Kreis-SPD nicht

Merzig-Wadern. Gillenberg: Sozialdemokraten plauderten aus nichtöffentlicher Sitzung.

Die Junge Union Merzig-Wadern zeigt sich überrascht von der geäußerten Enttäuschung der Kreis-SPD in Bezug auf die Fortentwicklung der Tourismusstrategie des Landkreises. Dazu erklärt der JU-Kreisvorsitzende Michael Gillenberg, der auch Aufsichtsratsmitglied der Saarschleifenland Tourismus GmbH (STG) ist: „Ich finde es mehr als bedenklich, dass die SPD vermeintliche Inhalte einer vertraulichen Aufsichtsratssitzung der Saarschleifenland Tourismus GmbH nach außen kommuniziert.“


Denn um diese „falschen Aussagen“ zu widerlegen, müssten auch andere Teilnehmer dieser Sitzung ihre Verschwiegenheitspflicht brechen. „Ich kann daher nur so viel zu der Sache sagen, dass ich die von der SPD geschilderte Diskussion um die Fortführung der Tourismus-Strategie des Landkreises so nicht wahrgenommen habe. Ich hoffe, dass in der ganzen Diskussion nicht der bevorstehende Kommunalwahlkampf eine übergeordnete Rolle bei der SPD spielt, denn bisher habe ich die Arbeit im Aufsichtsrat unter Beteiligung aller Kommunen als sehr zielgerichtet erlebt.“ Eine Symbolpolitik auf dem Rücken des Tourismus unseres Kreises wäre „sehr schade und in keiner Weise konstruktiv“, so Gillenberg.

Die STG, zu deren Aufsichtsrat Vertreter aller Gemeinden sowie politische Vertreter der Kreisebene gehören, arbeite seit der Gründung vor zehn Jahren und auf Bestreben der Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, an der gemeinsamen strategischen Ausrichtung des Tourismus – und das mit nachweisbarem Erfolg für alle Beteiligten, findet Gillenberg. „Abgesehen davon, dass der Tourismus natürlich immer bedeutender wird und ein großes Zukunftsthema für die jüngeren Generationen ist, sind neben der Saarschleifenland Tourismus GmbH zunächst die einzelnen Gemeinden und Städte in der Pflicht, ihre Aufgaben zu erledigen“, sagt der JU-Mann. Das beginne schon im Kleinen, etwa bei der Pflege und Instandhaltung der Tourismus-Magnete vor Ort und deren näherem Umfeld. Der Meinung des touristischen Fachmanns Achim Laub, die dieser in einem Leserbrief vom 20. August geäußert hatte, „kann ich mich da nur anschließen“, so Gillenberg weiter.



Nach Meinung der Jungen Union ist eine externe Unterstützung bei der Aktualisierung der Tourismus-Strategie von Beginn an nicht notwendig. „Es gibt bereits eine Vielzahl von externen Gutachten und Ausarbeitungen, auf die ohne zusätzliche Kosten zurückgegriffen werden kann.“ So treffe zum Beispiel der Sparkassen-Tourismusbarometer jährlich fundierte Aussagen über die touristische Entwicklung im Saarland und zeigt konkrete Handlungsfelder auf. Für die Fortschreibung der Tourismus-Strategie sei es daher unter Einbezug dieser Erkenntnisse wichtig, die Erfahrungen und Kompetenzen aus den Regionen zusammengetragen und in einer überarbeiteten Strategie zu bündeln. Gillenberg: „Bestenfalls können im Zuge der Überarbeitung auch Synergieeffekte entstehen, die die interkommunale Zusammenarbeit forcieren und unseren Landkreis dadurch noch stärker machen.“