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| 20:07 Uhr

Junge Menschen zur Blutspende motivieren

Ob Stammzellen- oder Blutspender, der „Aderlass“ kann anderen Menschen das Leben retten. Foto: H. Grill
Ob Stammzellen- oder Blutspender, der „Aderlass“ kann anderen Menschen das Leben retten. Foto: H. Grill FOTO: H. Grill
Merzig. Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspender-Datei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv „Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet sie seit fast 30 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Das heißt vor allem, dass sie Menschen als Spender registriert, deren Daten anonymisiert in das zentrale, deutsche Knochenmarkspender-Register eingetragen werden. Dort stehen die Daten für weltweite Suchanfragen zur Verfügung. Martin Trappen

Zur Blutspende und Hilfe für Krebspatienten rufen die Stefan-Morsch-Stiftung und der DRK-Blutspende-Dienst West für Donnerstag, 18. August, von 16 bis 20 Uhr, im Bürgerhaus in Ballern auf, wie die beiden Organisationen mitteilen. Dort können sich Blutspender auch als Stammzellspender für Leukämie- und Tumorkranke registrieren lassen.

Unter dem Titel "Blutspender helfen Leukämiepatienten " arbeiten der DRK-Blutspende-Dienst West mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspender-Datei, zusammen. Nach Angaben von DRK und Stiftung besteht diese Partnerschaft seit Herbst 2013. Das Ziel: junge Menschen zur Blutspende und zur Typisierung zu motivieren. Gemeinsam mit den jeweiligen DRK-Ortsvereinen organisieren sie Blutspende-Termine, bei denen den Spendern erläutert wird, wie sie mit einmal Stechen zweimal helfen können. Die so typisiertend Stammzell- oder Knochenmarkspender werden in die stiftungseigene Spenderdatei aufgenommen, die nach Angaben der Stiftung aus über 600 000 potenziellen Lebensrettern weltweit bestehe. "Es gibt wichtige Gründe für diese Zusammenarbeit: Ist ein Mensch an Leukämie erkrankt, kann er durch eine Blutstammzell-Transplantation eventuell geheilt werden", erläutert Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der Stefan-Morsch-Stiftung. Deshalb werbe seine Organisation seit fast 30 Jahren für die Registrierung als Stammzellspender. Blutspender seien aber ebenso wichtig für Menschen, die an Blutkrebs erkrankt sind, betont Morsch. Denn diese benötigten oft Blut-Transfusionen, bis ein passender Stammzellspender gefunden sei. Denn: "Viele Patienten müssen sich vor der Transplantation einer Chemotherapie oder Bestrahlung unterziehen, die das blutbildende System größtenteils oder sogar ganz ausschalten", schildert der Stiftungsvorsitzende. "Nach der Transplantation der Stammzellen kann es zwei bis drei Wochen dauern, bis die blutbildenden Stammzellen ihre Arbeit aufnehmen. In dieser Zeit benötigt der Patient immer wieder Blutpräparate - manchmal täglich." Doch dafür braucht es engagierte Blutspender, sagt Morsch.

Als Stammzellspender könne sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren kostenlos registrieren lassen. Außerdem müsse man, ähnlich wie bei der Blutspende, mindestens 50 Kilogramm wiegen. Bei der Typisierung bekämen Blutspender einfach ein Röhrchen Blut zusätzlich abgenommen. Dieses Röhrchen werde dann im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung analysiert. Die Gewebemerkmale würden registriert und anonymisiert an das deutsche Zentralregister weitergegeben, wo sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen. Bei der Blutspende sind die Altersgrenzen anders: Neuspender dürfen nicht älter als 68 Jahre sein.

Weitere Infos bei der Stefan-Morsch-Stiftung, Tel. (0800) 7 66 77 24, E-Mail: info@stefan-morsch-stiftung.de, oder beim DRK-Blutspende-Dienst West, Tel (0800) 1 19 49 11.

www.stefan-morsch-stiftung.de

Um Stammzellspender zu werben, sind täglich Teams der Stiftung in ganz Deutschland unterwegs und informieren bei Typisierungs-Aktionen über Stammzell- und Knochenmarkspenden. Darüber hinaus ging es den Gründern der Organisation, Hiltrud und Emil Morsch, stets darum, schnelle und unkomplizierte Hilfe für Patienten und ihre Angehörigen zu leisten. Die Stiftung trägt den Namen ihres verstorbenen Sohnes Stefan, der mit 16 Jahren an Leukämie erkrankte. Als erstem Europäer wurde ihm 1984 fremdes Knochenmark übertragen. Er starb im gleichen Jahr an einer Lungenentzündung.

Nach Stefans Tod wollten seine Eltern alles daran setzen, um Leukämie-Patienten und ihren Angehörigen das zu ersparen, was sie zwei Jahre lang durchgemacht hatten. Und sie wollten eine Idee umsetzen, die Stefan wenige Monate vor seinem Tod gehabt hatte: Er wollte ein Computerprogramm schreiben, als Basis für eine Stammzellspender-Datei, die es weltweit noch nicht gab. Sein Einfall war der zündende Funke zu einem heute weltweiten Netzwerk, das allein in Deutschland jährlich mehr als 6000 Leukämiekranken die Chance gibt, durch eine Stammzell-Transplantation den Blutkrebs zu besiegen.

Einen wesentlichen Baustein zu diesem Netzwerk haben Hiltrud und Emil Morsch am 27. Januar 1986 gelegt: Sie gründeten Deutschlands erste Stammzellspender-Datei. In dieser sind seit Bestehen mehr als eine halbe Million Menschen registriert worden. Heute werden jährlich mehr als 600 Spender vermittelt. Im Mai 1992 wurde das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) gegründet. Bis dahin waren regional verstreut weitere, kleinere Dateien gegründet worden. Das neue Zentralregister ermöglichte vor allem eine effizientere Suche in allen deutschen Spenderdateien.

Der nächste Schritt war 1997 ein stiftungseigenes Labor in Birkenfeld, um Blutproben günstig und effizient untersuchen zu können. 40000 Typisierungs-Aufträge werden hier jährlich bearbeitet, darunter auch externe Labor-Aufträge. Jährlich veranstaltet die Stiftung in diesem Labor ein Seminar für Laborfachkräfte, die aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland anreisen, um sich über den neuesten Stand der Molekularbiologie zu informieren. Es folgte eine Knochenmark-Transplantations-Einheit am Idar-Obersteiner Klinikum, weil es an verfügbaren Betten für Leukämie-Patienten mangelte.

In Berlin und Flensburg tragen heute Transplantations-Zentren den Namen "Stefan-Morsch-Station", weil sie im Aufbau von der Stiftung finanziell unterstützt wurden. 2003 entstand das Internationale Spendersuch-Zentrum, geleitet von Stefans Schwester Susanne.

Hier wird weltweit nach passenden Spendern für Patienten der russischen Transplantations-Zentren in Moskau, St. Petersburg und Jordanien gesucht. Während früher die Stammzellen via Knochenmark durch Punktion des Beckenkamms eines Spenders entnommen wurden, werden diese Zellen heute in mindestens 80 Prozent der Fälle eine Spende durch die Entnahme von Stammzellen aus dem peripheren Blutkreislauf ähnlich einer Blutplasmaspende.