1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Merzig

Jugendliche lernen in Merzig in dem Projekt „MZGraffiti das Genre

Kurs im Jugendhaus Merzig : Kunst, die aus der Spraydose kommt

In den Ferien-Workshops des Projektes „MZGraffiti – Zukunft.sichtbar.machen!“ sind ausdrucksstarke Bilder entstanden. Für Donnerstag, 6. August sind noch Anmeldungen möglich.

Die Welle bricht sich ihren Weg durch das Bild. „Kraft“ prangt in schwarzen Lettern in der unteren Ecke. Der Name des Künstlers? Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass das Wort „Wasser“ auf der Welle reitet. Wasserkraft – ein Bekenntnis zum Klimaschutz. Dieses Bild ist, wie viele andere auch, in einem der Ferien-Intensivworkshops des Projektes „MZGraffiti – Zukunft.sichtbar.machen!“ entstanden, das das Kulturzentrum Villa Fuchs in Kooperation mit dem Jugendhaus Merzig und der Christlichen Erwachsenenbildung (CEB) ins Leben gerufen hat. Der letzte Ferien-Workshop startet am Donnerstag, 6. August, von 10 bis 16 Uhr im Jugendhaus.

Seit März setzen sich die Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren in dem Projekt mit Umwelt- und Klimaschutz auseinander. Nach einem ersten Schnupperkurs mit Graffiti-Künstler Tarik Yilmaz und einer Postkartenaktion – der Alternative für die pandemiebedingt ausgefallenen Termine – ging es pünktlich zum Beginn der Sommerferien mit den Workshops im Jugendhaus weiter. Nach einer theoretischen Einführung hat die Profi-Sprayerin Amélie Kremer Bleistiftskizzen mit den Jugendlichen gefertigt. An der frischen Luft und mit Atemschutz ausgestattet, haben sie zu den Spraydosen gegriffen, Din-A3-große Mitteldichte Holzfaserplatten (MDF-Platten) grundiert und mit Schriftzügen verziert. Tags darauf haben die jungen Künstler ihre Motive von den MDF-Platten übertragen und an die Mauer hinter dem Jugendhaus gesprayt.

Mit dem Thema Nachhaltigkeit haben sich die Jugendlichen Mitte Juli auseinandergesetzt. Anhand eines Fragebogens hat jeder seinen ökologischen Fußabdruck ausgerechnet. Auswirkungen darauf haben unter anderem die Ernährung mit tierischen oder regionalen Produkten und welche Verkehrsmittel wie häufig genutzt werden. Der Test lieferte auch gleich Tipps, wie man seinen ökologischen Fußabdruck verkleinern kann. Außerdem haben sich die Teilnehmer damit beschäftigt, wie sich Kunst und Umweltschutz miteinander verbinden lassen. So wie auch die Initiatoren versuchen, den Spagat zu schaffen zwischen dem Kunstmittel Graffiti, mit dem viele Jugendliche und eine breite Öffentlichkeit erreicht werden können, und möglichst umweltfreundlichen Sprayfarben. Letztere haben die Teilnehmer auch gleich genutzt, um ihre Motive zum Umweltschutz zu skizzieren und wieder auf MDF-Platten zu sprayen. So ist unter anderem die Wasserkraft-Welle in kräftigen Blautönen entstanden. Ebenso wie ein Windkraft-Graffiti mit einem stilisierten Windrad, ein „Oil“-Bild, auf dem tiefschwarzes Öl verläuft und von grellgelben Blitzen eingerahmt ist, sowie Autos und andere Kraftfahrzeuge, die mit ihren Abgasen das Wort „Drive“ bilden – rot durchgestrichen.

Mit viel Geschick gehen die Teilnehmer ans Werk. Foto: Jugendhaus Merzig./Jugendhaus Merzig

Bei den beiden letzten Ferien-Terminen, Ende Juli und am 6. August, gestalten die Jugendlichen mit Amélie Kremer Motive zur Nachhaltigkeit. Auch hier wird es erst Bleistiftzeichnungen und gesprayte Bilder auf MDF-Platten geben, bevor die Motive an die Rückwand des Jugendhauses übertragen werden. Interessierte können sich noch für den Workshop am Donnerstag, 6. August anmelden, per E-Mail an jugendhaus@merzig.de.

Nach den Sommerferien planen die Initiatoren, dass das Projekt regelmäßig nachmittags im Merziger Jugendhaus weiterläuft. In dieser Phase begleitet der Profi-Sprayer Sebastian Schütz die Jugendlichen. Das Angebot, das bis zum Jahresende läuft, ist für die Teilnehmer kostenlos.

Die Motive sind ideenreich. Foto: Jugendhaus Merzig
Eine weitere Kreation, die mit einer Spraydose entstand Foto: Jugendhaus Merzig

Die Finanzierung des Projektes wird durch den Bundesverband Soziokultur e.V. realisiert, der mit seinem Konzept „Jugend ins Zentrum!“ in den Jahren 2018 bis 2022 Angebote der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche fördert. „Jugend ins Zentrum!“ ist Teil des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.