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Joseph Roth im Blickpunkt

Die „Briefe aus Deutschland“ gehören mit zu den bekanntesten Werken Joseph Roths. Foto: rote Zora
Die „Briefe aus Deutschland“ gehören mit zu den bekanntesten Werken Joseph Roths. Foto: rote Zora FOTO: rote Zora
Merzig. Für Dienstag, 30. Mai, lädt die Buchhandlung Rote Zora Merzig zu einem Literarischen Nachtcafé ein. Thema ist der Schriftsteller Joseph Roth, der in der Weimarer Zeit ein Starjournalist war und ein Literat von Weltruf. In der Veranstaltung, die um 20 Uhr beginnt, wird der Literaturkenner Manf Thesen den Zuhörern, Joseph Roth näher bringen und Lust mache Joseph Roth (wieder) zu lesen und zwar alles von Roth. Im Anschluss an die Veranstaltung lädt die Buchhandlung Rote Zora zu einem Gespräch mit Wein und Knabbereien ein. Der Eintritt beträgt sechs Euro. Um Anmeldung unter Telefon (0 68 61) 7 55 99 wird gebeten. red

Für Dienstag, 30. Mai, lädt die Buchhandlung Rote Zora Merzig zu einem Literarischen Nachtcafé ein. Thema ist der Schriftsteller Joseph Roth, der in der Weimarer Zeit ein Starjournalist war und ein Literat von Weltruf. In der Veranstaltung, die um 20 Uhr beginnt, wird der Literaturkenner Manfred Thesen den Zuhörern, Joseph Roth näher bringen und Lust mache Joseph Roth (wieder) zu lesen und zwar alles von Roth. Im Anschluss an die Veranstaltung lädt die Buchhandlung Rote Zora zu einem Gespräch mit Wein und Knabbereien ein. Der Eintritt beträgt sechs Euro. Um Anmeldung unter Telefon (0 68 61) 7 55 99 wird gebeten.


Joseph Roth wurde 1894 in Brody/Ostgalizien als Kind jüdischer Eltern geboren. Student in Wien, Weltkriegssoldat, Starjournalist der Weimarer Republik, Literat von Weltruf, Exilant in Paris, verlorener Trinker, Tod in Paris am 27. Mai 1939. Joseph Roth wird nicht einmal 45 Jahre alt. Im Hochsommer 1926 bricht Joseph Roth im Auftrag der Frankfurter Zeitung zu einer großen Reise in die Ukraine und die Sowjetunion auf: Reisen in die Ukraine und nach Russland. In Konfrontation mit dem Sowjetstaat verändert sich Joseph Roth. Die Abwertung des Individuellen, ein vulgärer Biologismus und das lustfeindliche des neuen Sowjetmenschen schockieren ihn. Walter Benjamin meinte, Roth sei als (beinah) überzeugter Bolschewik nach Russland gekommen und als "Royalist" in den Westen zurückgekehrt,

1927 reist Roth von Paris nach Saarbrücken. Mitte November erscheint der erste Artikel einer kleinen Serie mit dem Titel: "Briefe aus Deutschland". Roths Beschreibungen des Lebens im Saarland sind sozial mitfühlend und anklagend. Er fährt in Bergwerken unter Tage, besucht Volksversammlungen und Warenhäuser. In vielen Passagen zeigt er sich als engagierter Kritiker des Kapitalismus. Im Blick auf die Städte und ihre kulturellen Aktivitäten kann er eine gewisse großstädtische Arroganz nicht verbergen. Das bringt ihm die harsche Kritik seiner saarländischen Kollegen ein.



Im Frühjahr 1934 erscheint Roths Roman Tarabas. Der Roman ist eine Rothsche Wundergeschichte, eine Heiligenlegende, ein Heimatroman, voller fesselnder Szenen und religiösen Anspielungen. Schuld und Sühne - das alte Thema Dostojewskis klingt an. Flauberts "Legende von St. Julian dem Gastfreundlichen" ist mit eingeflossen. Roth bekennt: "Ich habe den ganzen Stoff in einer ukrainischen Zeitung gefunden."

In der Veranstaltungsreihe "Literarisches Nachtcafé" sollen jenseits der Bestsellerliste Literatur und Autoren präsentiert werden, die besonders sind und einen ungewöhnlichen Blick auf die Literatur werfen.

Weitere Informationen und Anmeldung: Buchhandlung Rote Zora, Merzig, Telefon (0 68 61) 7 55 99.