Jean-François-Boch-Schule in Merzig hat nun Kompetenzzentrum

Merzig : Gut vorbereitet auf einen Beruf in Pflege, Handel oder Tourismus

In einem neuen Kompetenzzentrum an der Jean-François-Boch-Schule in Merzig werden junge Geflüchtete auf ihre spätere Ausbildung vorbereitet. Rund 50 000 Euro wurden investiert.

Über ein Kompetenzzentrum für potenzielle Auszubildende verfügt nun die Jean-François-Boch-Schule (Berufsbildungszentrum) in Merzig. Im Beisein von Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich wurde diese Einrichtung zur beruflichen Erprobung und Qualifizierung der Auszubildenden in kleinen und mittleren Betrieben eröffnet. Hier sollen künftig jugendliche Geflüchtete auf eine Berufsausbildung in den Bereichen Pflege, Handel, Touristik und Körperpflege vorbereitet werden.

Schlegel-Friedrich misst dieser Investition sowohl wirtschaftsfördernde als auch sozialpolitische Bedeutung zu. Die berufliche Integration von Geflüchteten sieht sie als wichtige Aufgabe aller Akteure der beruflichen Bildung.

Die Errichtung des Kompetenzzentrums wurde möglich, nachdem die Europäische Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), das Saarland und der Landkreis Merzig-Wadern Mittel zur Finanzierung von Kompetenzzentren an beruflichen Schulen bereitstellten. Insgesamt wurden etwa 50 000 Euro investiert, um die Lernausstattung in den genannten Wirtschaftsfeldern zu erneuern und auszuweiten. So wurde der Trainingsraum für die Kranken- und Altenpflege mit moderner Pflegetechnik ausgestattet, eine mobile Einheit für den Einsatz von Tablets im Unterricht beschafft und der Bereich der Textil- und Wäschepflege modernisiert. Letzterer ist Bestandteil der Vorqualifizierung für Gastronomie- und Hotellerieberufe, ein wesentlicher Wachstumsmarkt des Landkreises.

„Mit dieser Investition“, resümiert Landrätin Schlegel-Friedrich, „trägt der Landkreis dazu bei, den Fachkräftenachwuchs für kleine und mittlere Unternehmen zu sichern.“ Gleichzeitig sei es gesellschaftlich und sozialpolitisch wichtig, jugendlichen Geflüchteten eine berufliche Perspektive in der Region aufzubauen. An der Jean-François-Boch-Schule haben in den vergangenen Jahren bereits mehr als 200 Jugendliche mit Fluchthintergrund unterschiedliche Schulformen durchlaufen. Gerade die Zuführung zur dualen Berufsausbildung hat sich dabei als bedeutsame Schwelle erwiesen. Vor diesem Hintergrund zeigt sich Schulleiter Andreas Nikolaus Heinrich dankbar für die weitere Investition an seiner Schule, die sich nach seiner Überzeugung in den kommenden Jahren für Wirtschaft und Gesellschaft des Kreises mehrfach bezahlt machen wird.