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Ist die Villa Fuchs als heilige Kuh tabu?

Ist die Villa Fuchs als heilige Kuh tabu?

Evi Maringer, SPD-Fraktionschefin im Kreistag, nennt Dikussion um Sparmaßnahmen legitim.

Evi Maringer, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag, hat die Kritik des FDP-Kreistagsmitglieds Bernd Altpeter und des CDU-Fraktionsvorsitzenden Edmund Kütten an ihren kritischen Äußerungen zum Kreis-Kulturzentrum Villa Fuchs zurückgewiesen. "Weder habe ich in meiner Stellungnahme die Kulturarbeit der Villa Fuchs kritisiert, wie Herr Altpeter zum Ausdruck bringt, noch waren meine Äußerungen falsch, wie Herr Kütten behauptet. Ich habe den genauen Verlauf der Debatte in Kreistag und Kreisausschuss wiedergegeben, meiner Meinung nach sachlich und korrekt", erklärt Maringer gegenüber der SZ. Sie hatte nach der öffentlichen Kritik des Merziger Konzertveranstalters Roland Nilles (Kultopolis) die Finanzierung der Villa Fuchs über den Landkreis kritisiert. Das Kulturzentrum erhält aus dem Kreishaushalt 64 000 Euro an Mitgliedsbeiträgen. Die SPD-Fraktion hatte im Kreisausschuss wie auch im Kreistag die Frage aufgeworfen, ob dieser Betrag angesichts der geringer werdenden finanziellen Spielräume des Kreises nicht um 20 000 Euro reduziert werden solle. Allerdings hatten die Sozialdemokraten im Kreisausschuss den Mitgliedbeiträgen in der bisherigen Höhe zugestimmt - was Altpeter und Kütten zum Anlass nahmen, die Kritik Maringers scharf zurückzuweisen. Den "Aufstand der beiden Mehrheitsfraktionen CDU und FDP" könne sie nicht nachvollziehen, erklärt nun die SPD-Vertreterin. "Es muss doch legitim sein, im Kreistag über Sparmaßnahmen zu reden, zumal ein Jahr zuvor der Beitrag der Musikschule um 15 000 Euro gekürzt wurde, ohne dass dort, wie jetzt bei der Villa Fuchs, ein Einsparpotenzial durch den Wechsel in der Geschäftsführung gegeben war", findet Maringer. Nach ihrem Dafürhalten gibt es aber "offensichtlich im Kreis heilige Kühe, die immer und unter allen Umständen unangetastet bleiben müssen". Sie spricht in Bezug auf Altpeter und Kütten von "voreiligen und unqualifizierten Profilierungsversuchen", die der Villa Fuchs mehr geschadet als genutzt hätten.