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Innenstadt soll attraktiver werden

Innenstadt soll attraktiver werden

Vorschlag aus dem Rathaus: An der Ecke Trierer Straße/Josefstraße könnte auf der unbebauten Fläche, die zurzeit als Parkplatz genutzt wird, in direkter Nähe zur Altstadt ein mehrgeschossiges Parkhaus entstehen.

Die Stadt hat neue Pläne für den Bereich am Seffersbach.

Der Merziger Ortsrat stimmte jetzt einstimmig der Einleitung des entsprechenden Planänderungsverfahrens zu - ein echter wichtiger Schritt auf dem Wege zur angestrebten Neufassung der B-Pläne. In der Sitzung des Ortsrates sagte der Merziger Ortsvorsteher Manfred Klein, es bestehe in diesem Punkt Handlungsbedarf, weil die bestehenden, vor rund 30 Jahren erstellten Pläne überholt und teilweise rechtlich angreifbar geworden sind. "Die Stadt schafft mit einer Neufassung Rechtssicherheit für Grundstückseigentümer und potenzielle Investoren", unterstrich Klein. Bürgermeister Marcus Hoffeld betonte, die Stadtverwaltung wolle im Zuge des Planungsverfahrens nicht nur ihre eigenen Gedanken einbringen, sondern auch Rückmeldungen aus den Reihen des Ortsrates und aus der Bürgerschaft mit einfließen lassen.

"Wie wollen wir unsere Innenstadt weiterentwicklen?", so formulierte Hoffeld die zentrale Fragestellung, die hinter der Neufassung stehe. Dabei stecke die Stadt mit den Bebauungsplänen lediglich einen grundlegenden Rahmen, wie diese Entwicklung aussehen könnte. Für die konkrete Umsetzung komme es auf den Willen der Grundstückseigentümer und potenzieller Investoren an. "Wir stehen hier in Gesprächen", sagte Hoffeld , der aber auch klarstellte: "Wir können nicht garantieren, dass alles, was wir hier vorschlagen, auch verwirklicht wird."

Nach den Worten von Christian Bies, dem Leiter des Bauamtes, wird bei der Reform der Bebauungspläne (B-Pläne) der Innenstadtbereich statt in bislang sieben künftig in zwei Planungsgebiete eingeteilt: Innenstadt Nord und Innenstadt Süd. Das Planungsgebiet Innenstadt Nord umfasse die Straßenzüge Josefstraße-Am Seffersbach-Pferdestraße-Fischerstraße-Neustraße-Trierer Straße-Synagogenstraße-Schifferstraße. Der Geltungsbereich des Gebietes Innenstadt Süd erstreckt sich über die Straßen Am Werthchen-Josefstraße-Poststraße-Hochwaldstraße (hierbei nur der Straßenzug Richtung Stadtbücherei/Kirche St. Peter)-Wagnerstraße-Im Feldchen und Schankstraße sowie die in diesem Gebiet zahlreichen kleinen Gassen. Für jedes der beiden Gebiete gibt es unterschiedliche städtebauliche Zielsetzungen respektive Schwerpunkte (siehe separaten Text).

Ausdrücklich ausgeklammert aus den neuen B-Plänen bleiben das Saarfürst- und das Rathaus-Areal. Man wolle nicht einer möglichen Weiterentwicklung des ehemaligen Brauerei-Geländes durch vorzeitige Festlegungen Grenzen setzen, erläuterte Bürgermeister Hoffeld . Das Gebiet rund ums Rathaus bleibe deshalb ausgespart, weil es nach einer möglichen Erschließung des Saarfürst-Geländes eine zentrale Rolle für dessen Anbindung an die Fußgängerzone spielen könnte. Für beide Flächen werde es, sobald konkrete Entwicklungspläne vorliegen, separate Bebauungsplanverfahren geben. Inhaltlich strebe die Stadt mit den neuen B-Plänen an, das historische Stadtbild weitgehend zu bewahren und in Einklang zu bringen mit zeitgemäßen städtebaulichen Standards.

Die Vertreter der Stadt betonten, im Zuge des weiteren Planungsverfahrens sollen die Entwürfe für die neuen Bebauungspläne nicht nur im Ortsrat, sondern auch auf mehreren Bürgerversammlungen diskutiert werden können.

Was sind die zentralen Zielsetzungen der Stadt in den beiden Planungsgebieten der künftigen Bebauungspläne für die Merziger Innenstadt?

In beiden Geltungsbereichen der B-Pläne will die Stadt planungsrechtliche Hürden für die weitere Ausbreitung von Spielhallen im Zentrum errichten. Künftig sollen keine derartigen Vergnügungsstätten mehr im Plangebiet zulässig sein. Darum wurde auch der nördliche Teil der Trierer Straße, ab der Altstadt in Richtung SHG-Klinikum, in den Planungsbereich mit aufgenommen.

Ein interessantes Vorhaben findet sich im B-Plan Innenstadt Nord: An der Ecke Trierer Straße/Josefstraße könnte auf der dort vorhandenen unbebauten Fläche, die zurzeit als Parkplatz genutzt wird, in unmittelbarer Nähe zur Altstadt ein mehrgeschossiges Parkhaus entstehen. Die Stadt ist Eigentümer der Fläche und könnte weitgehend selbst bestimmen, wie dieses Gebäude gestaltet werden soll. Allerdings müsste vorher noch das an den Platz angrenzende Haus in den Besitz der Stadt übergehen, worüber nach den Worten von Bürgermeister Hoffeld derzeit Gespräche geführt werden. Nach den Worten des Bauamtsleiters Christian Bies wären nach den Vorgaben des neuen B-Planes an diesem Standort bis zu 135 Stellplätze denkbar. Das Areal entlang der Straße Am Seffersbach sowie der Altstadtplatz sollen neu gestaltet werden. In der Straße Am Seffersbach strebt die Stadt eine Schließung bestehender Baulücken an, zudem sollen die Innenräume der dortigen Bebauung neu gestaltet werden - zum Beispiel, indem dort Parkflächen entstehen könnten.

Auf der anderen Seite des Seffersbachs, die zum B-Plan Innenstadt Süd gehört, weicht die Stadt von den Entwicklungszielen der früheren Bebauungspläne deutlich ab: Statt einer Nutzung als "Flaniermeile" mit diversen Geschäften soll es hier in Zukunft hauptsächlich Wohnbebauung, eventuell ergänzt um Büroflächen, geben. Die Verkehrsregelung in der Straße Am Werthchen soll dahingehend geändert werden, dass die Fußgängerzone in der Poststraße sich bis in diesen Bereich hinein erstreckt. Davon erhofft die Stadt sich eine Aufwertung der vielen kleinen historischen Gässchen, die in diesem Gebiet prägend für das Stadtbild sind. Zugleich sollen auch die zahlreich dort vorhandenen Parkflächen neu geordnet werden. In diesem Zusammenhang strebt die Stadt auch eine deutliche Aufwertung des Gustav-Regler-Platzes an. Auch in diesem Gebiet könnte ein neu zu errichtendes, architektonisch an die umgebende Bebauung anpasstes Parkhaus entstehen, und zwar im Bereich der Straßeneinmündungen Am Werthchen-Untergasse-Mittelgasse.

In der Schankstraße will die Stadt zum jetzigen Stand der Planungen vor allem die Stellflächen im rückwärtigen Bereich Richtung Bahndamm besser erreichbar machen und an die Durchgangsstraßen anbinden.

Auch am erst im vergangenen Jahr umgestalteten Kirchplatz soll durch eine Änderung der Verkehrsführung eine bessere Anbindung dieses Gebietes an die Fußgängerzone in der Poststraße erreicht werden. Es ist vorgesehen, dass die Straße Am Feldchen künftig als Sackgasse mit einer Wendemöglichkeit ausgewiesen wird, so dass von dort aus künftig keine Zufahrt mehr zum Kirchplatz erfolgen kann.