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In Merzig sollen nur noch Pflanzen verwendet werden, die dem Artenschutz dienen

Merzig : Stadt achtet künftig bei Begrünung auf Artenschutz

In der Stadt Merzig sollen bei künftigen Begrünungs- und Ersatz-Pflanzungen auf städtischen Flächen nur heimische, nicht überzüchtete Pflanzenarten verwendet werden, die zudem geeignet sind, die Lebensbedingungen für andere Tier- und Pflanzenarten zu verbessern.

Der Stadtrat stimmte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einem Antrag der Grünen-Fraktion zu, der nach dem Willen der SPD noch um zwei Klarstellungen ergänzt worden war.

Es gab einen konkreten Anlass für den Antrag der Grünen: die Bepflanzung des neu gestalteten Park & Ride-Parkplatzes nahe der Querspange Besseringen im Industriegebiet Nordwest. Hier habe die Stadt sehr umfangreich Kirschlorbeer-Pflanzen zur Begrünung verwendet. Dass dies unter Artenschutzaspekten keine gute Lösung ist, verdeutlichte Grünen-Fraktionschef Klaus Borger mit einem Zitat des Naturschutzbundes (Nabu). Dieser hatte in einer Publikation erklärt: „Wer Kirschlorbeerhecken pflanzt, begeht ein Verbrechen an der Natur. Selbst eine Betonmauer ist ökologisch wertvoller, auf ihr wachsen mit der Zeit wenigstens Flechten und Moose. Bestenfalls ein wenig Unterschlupf finden Vögel zwischen den Blättern, ernähren kann die Pflanze sie nicht.“ Darüber hinaus, erläuterte Borger, seien verschiedene Pflanzenteile beim Kirschlorbeer giftig.

Für die SPD-Fraktion begrüßte Sebastian Palz die Initiative der Grünen: „Der Antrag spiegelt grundsätzlich ein wichtiges Anliegen wider, ist uns aber nicht konkret genug.“ Darum erweiterte er namens seiner Fraktion den Ursprungsantrag um zwei weitere Punkte. Die Verwaltung solle für den Stadtrat eine Aufstellung jener Baum- und Pflanzenarten erstellen, die unter Artenschutzgesichtspunkten für Begrünungsmaßnahmen geeignet sind. Dieser Katalog solle dann vom Stadtrat beraten werden und anschließend verbindlich bei künftigen Anpflanzungen in allen Stadtteilen anzuwenden sein. Dieser Änderungsantrag fand die ungeteilte Zustimmung des Rates.