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In Merzig soll ab 2021 eine Sammeltonne den Gelben Sack ablösen

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadtrat ist sich einig : Gelbe Tonne löst ein „langjähriges Problem“ in Merzig

In vielen Fällen soll der Gelbe Sack in Merzig ab 2021 Geschichte sein. Darüber waren sich die Fraktionen im Stadtrat bei der jüngsten Sitzung einig.

Sie sind ein Quell regelmäßigen Ärgernisses: Gelbe Säcke, in denen wiederverwertbare Umverpackungen mit „Grünem Punkt“ gesammelt und entsorgt werden, sorgen immer wieder für Verdruss. Zu leicht reißen die dünnen Plastiksäcke, zu gerne fliegen sie, wenn sie an der Straße zur Abholung bereitgestellt werden, bei einem stärkeren Windstoß in der Gegend herum. Oder Tiere knabbern die Säcke an, um an die darin gesammelten Lebensmittel-Verpackungen heranzukommen.

Das alles könnte in Merzig demnächst großflächig ein Ende haben: In der Kreisstadt soll ab Anfang kommenden Jahres eine Gelbe Tonne für Umverpackungen den Gelben Sack weitgehend ablösen. Der Stadtrat hat mit seiner Zustimmung in der jüngsten Sitzung der Verwaltung den Auftrag erteilt, entsprechende Gespräche mit dem Dualen System Deutschland (DSD) aufzunehmen. Das Duale System ist für das Einsammeln dieser so genannten Leichtverpackungen (LVP) zuständig.

Möglich gemacht hat den Umstieg auf die Gelbe Tonne das zum 1. Januar 2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz. Eine Öffnungsklausel darin erlaubt den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsunternehmen erstmals, eigene Vorgaben zu machen, unter anderem über „Art und Größe der Sammelbehälter“, also auch über Sack oder Tonne. Bisher hatte dies das Recycling-Unternehmen Duales System Deutschland allein bestimmt.

Auch in Merzig will die Stadt von dieser Optionsmöglichkeit nun Gebrauch machen. Geplant ist, dass künftig jedem Haushalt ein 240-Liter-Gefäß (also eine großvolumige Tonne) zur Sammlung von Umverpackungen zur Verfügung gestellt werden soll, das alle 14 Tage abgeholt werden soll. Auf Anregung der CDU soll die Stadtverwaltung mit dem DSD auch darüber verhandeln, dass gegebenenfalls für kleinere Haushalte auch eine 120-Liter-Tonne bereitgestellt werden kann. Für die Fraktion der Christdemokraten erklärte Manfred Klein: „Wir sind sehr erfreut darüber, dass wir von den gelben Flattersäcken wegkommen.“ Durch die geplante Umstellung werde ein „langjähriges Problem“ beseitigt. Ähnlich äußerte sich Martin Dyck (SPD): „Bis heute sind die Gelben Säcke ein Problem, sie reißen viel zu leicht.“ Die geplante Sammeltonne sei auch umweltfreundlicher als die Plastiksäcke.

Nach Angaben der Verwaltung entspreche die Menge des Kunststoffes, die zur Herstellung einer 240-Liter-Tonne benötigt werde, der Menge an Kunststoff für Gelbe Säcke, die ein Durchschnittshaushalt in sechs Jahren benötigt. Da die Sammeltonne aber länger halte, und zwar deutlich mehr als zehn Jahre, könne langfristig bei der Herstellung der Sammelbehältnisse (Tonne statt Sack) eine erhebliche Menge Kunststoff eingespart werden.

Johannes Weiten (Grüne) regte an, dass die Stadt, sofern dies von den rechtlichen Rahmenbedingungen und der Ausschreibung her möglich sei, einen Umstieg auf eine so genannte Wertstofftonne prüfen solle (siehe Infokasten). Grundsätzlich aber, sagte Weiten, stimme seine Fraktion dem geplanten Umstieg von Säcken auf Tonnen zu.

In Bereichen, wo sich auf Grund der baulichen Gegebenheiten eine Abholung sowie die Aufstellung von Tonnen schwierig gestalten könnte, zum Beispiel in eng bebauten Innenstadtbereichen, soll auch weiterhin die Entsorgung über Gelbe Säcke möglich sein. Ebenso werden Gelbe Säcke weiterhin für die Entsorgung von Umverpackungen in gewerblichen Betrieben, etwa aus der Gastronomie und Hotellerie, sowie aus Kindergärten und Schulen verwendet. Hier sei eine Umstellung auf die Tonnensammlung nicht möglich, hieß es von Seiten der Stadt. Dies könne nur bei Privat-Haushalten erfolgen. Die Umstellung soll zum 1. Januar 2021 erfolgen.