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GaS-Schülerin bei Wettbewerb erfolgreich
In den Naturwissenschaften kaum zu schlagen

Erfolgreicher Naturwissenschafts-Nachwuchs: Tabea Sparmann, Chemielehrerin Sabrina Math und Mulan-Sophia Zheng (von links).
Erfolgreicher Naturwissenschafts-Nachwuchs: Tabea Sparmann, Chemielehrerin Sabrina Math und Mulan-Sophia Zheng (von links). FOTO: Schule/ Albert Ehl
Merzig. 15-Jährige vom Gymnasium am Stefansberg durfte beim Bundesfinale der „International Junior Science Olympiade“ (IJSO) starten.

(tth) Zu den besten Nachwuchs-Naturwissenschaftlerinnen Deutschlands kann sich seit kurzem Tabea Sparmann vom Merziger Gymnasium am Stefansberg (GaS) zählen. Die 15-Jährige hatte sich als eine von bundesweit nur 42 Schülern für das Bundesfinale der „International Junior Science Olympiade“ (IJSO) qualifiziert. Beim Bundesentscheid in Hannover erreichte die Schülerin den 29. Platz.



An dem Wettbewerb nehmen jedes Jahr rund 3500 Schüler teil. „Hier sind echte Allrounder gefragt, die mit Biologie, Physik und Chemie gleichermaßen vertraut sind“, erklärt Chemielehrerin Sabrina Math. Umso bemerkenswerter ist es nach Ansicht der Schule, dass neben Tabea auch ihre Klassenkameradin Mulan-Sophia Zheng den Sprung ins Bundesfinale geschafft hat. Sie verbringt allerdings das laufende Schuljahr in China und musste daher ihre Teilnahme an der Endrunde schweren Herzens absagen: „Ich habe mich für das Auslandsjahr entschieden, weil ich dort unbedingt die Sprache lernen möchte. Mein Vater kommt aus China, aber ich bin in Deutschland aufgewachsen und kann Chinesisch weder lesen noch schreiben und leider auch nur ein paar Brocken sprechen.“ Um vor Ort möglichst viel lernen zu können, hat sich die 15-Jährige entschieden, in ein Internat zu ziehen und sich alleine durchzubeißen.

Beim Wettbewerb hingegen hatten die beiden von Anfang an den Durchblick, auch wenn der Weg ins Bundesfinale durchaus anspruchsvoll war.

Die erste Runde bestand aus einer praktischen Arbeit, bei der die Schüler verschiedene Experimente durchführen und ihre Ergebnisse in einer Hausarbeit festhalten mussten. „Wir hatten die Aufgabe, verschiedene Kleber herzustellen und auf Haltbarkeit und Belastbarkeit zu testen. Manche waren allerdings ziemlich eklig und wir mussten hinterher viel aufräumen“, berichtet Mulan-Sophia von den praktischen Erfahrungen der beiden Klassenkameradinnen. In der zweiten Runde war ein Multiple Choice Test zu lösen, bei dem von mehreren Antwortmöglichkeiten jeweils die richtige anzukreuzen war. „Die Fragen gingen weit über das hinaus, was in der Schule auf dem Lehrplan steht, sodass wir uns die richtigen Lösungen durch Ausschluss und Abwägen erschließen mussten“, beschreibt Tabea ihre Strategie. Schließlich wartete in der dritten Runde, für die sich nur noch 340 Schüler qualifizieren konnten, eine schriftliche Klausur mit äußerst komplexen naturwissenschaftlichen Aufgaben.

„Diese haben mindestens Oberstufenniveau und sind daher für die Schüler der Mittelstufe extrem schwer, weil ihnen einfach noch das nötige Handwerkszeug fehlt und sie die Fragen nur durch exzellentes naturwissenschaftliches Denken lösen können“, weiß Chemielehrerein Math die Leistungen der Schüler zu würdigen. Dass Mulan-Sophia diese Aufgabe als Achtbeste, Tabea sogar als Zweitbeste bundesweit bewältigen konnten, macht die Lehrerin sehr stolz. Auch weil im Saarland kaum Möglichkeiten gegeben sind, sich speziell auf diesen Wettbewerb vorzubereiten, während beispielsweise in Bayern wöchentlich Seminare stattfinden, die speziell auf die Junior Science Olympiade ausgerichtet sind.

Dass Tabea schließlich als einzige Saarländerin und mit der Bürde der Zweitbesten zum Bundesentscheid nach Hannover reisen musste, setzte sie nicht weiter unter Druck – im Gegenteil: „Ich wollte nur nicht Letzte werden.“ In Hannover wartete allerdings ein wirklich schwieriges Programm auf die qualifizierten Schüler. Zu Beginn mussten die 39 angetretenen Finalisten eine Klausur mit einem Multiple Choice-Teil erledigen. „Viele Fragen waren so schwer, dass sie kein einziger von uns beantworten konnte“, erzählt Tabea. Dagegen waren die praktischen Aufgaben am folgenden Tag, die in Teams zu erledigen waren, fast schon Erholung. Zum Beispiel mussten die Nachwuchstalente herausfinden, welche Konzentration an Farbe im  Waschwasser eines Eimers war. Obwohl die GaS-Schülerin vor der Praxisaufgabe im Vorfeld besonders großen Respekt hatte, war sie am Ende durchaus zufrieden: „Ich hatte sowas noch nie gemacht und im Unterricht mag ich die praktischen Übungen eigentlich gar nicht so gerne, aber hier hat es echt Spaß gemacht.“

Danach wartete noch ein äußerst harter Tag mit einer je zweieinhalbstündigen schriftlichen und praktischen Klausur auf die Finalisten, bevor zum Abschluss Relaxen angesagt war. „Wir haben die Gärten der Herrenhäuser in Hannover besucht und eine Führung durch Sea Life gemacht“, berichtet Tabea. Noch besser haben der 15-Jährigen aber die gemeinsamen Abende in der Jugendherberge gefallen. „Wir haben uns schnell gut kennengelernt, zusammengesessen und gemeinsam Spiele gespielt. Mit einigen werde ich sicher in Kontakt bleiben.“

Zum Abschluss der spannenden Woche fand im Alten Rathaus in Hannover eine große Siegerehrung statt, bei der Tabea ihren Erfolg feiern konnte. „Damit bin ich ziemlich zufrieden, viel mehr war nicht drin“, freute sich die einzige Saarländerin im Feld über ihr Ergebnis. Dass sie damit den Sprung in das deutsche IJSO-Nationalteam, das Deutschland bei den jährlich stattfindenden „Olympischen Spielen“ der Nachwuchswissenschaftler vertritt, verpasst hat, ist für Tabea fast eine Erleichterung. Schließlich will das Multitalent in diesem Schuljahr auch bei der Mathematik-Olympiade und beim Musik-Wettbewerb „Jugend musiziert“ ins Bundesfinale.

(tth)