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In Besseringen denken die Bürger in Workshops über ihren Ort nach

Bürgerworkshops : Besseringer arbeiten für einen schöneren Ort

In Bürgerworkshops machen sich Bewohner Gedanken: Wichtig sind ihnen das Zentrum mit dem Bürgerhausplatz und Geschäften.

Wie soll Besseringen schöner werden? Wo gibt es besonderen Handlungsbedarf, wo soll als erstes angepackt werden? Diesen Frage gehen die Besseringer zurzeit in Bürgerworkshops nach. Im November fand der erste Workshop statt, in dem man sich mit dem Leitbild und den räumlichen Schwerpunkten im Dorf beschäftigte. Das Ergebnis: Insbesondere das Zentrum mit dem Bürgerhausplatz und den umliegenden Geschäften ist den Besseringern wichtig. Kritisiert wurde der mangelnde Zugang zum Saar-Leinpfad, der vor allem für Rollstuhlfahrer kaum barrierefrei erreichbar ist. Potenzial sehen die Anwohner in der alten Abtei und der alten Schule, die derzeit leerstehen. Hier müsse nach einer Nutzungsmöglichkeit gesucht werden.

Ortsvorsteher Klaus Lorenz zufolge fehle es Besseringen an Neubauplätzen, auch dürfe man die alte Kapelle nicht vergessen. Ein Museum im Ort erachtet Lorenz als sinnvoll, habe man doch bei Ausgrabungen in der Bruchwies römische Fundstücke entdeckt. Axel Ripplinger findet, für die Anwohner zur Haardt müsse ein Lärmschutz angebracht werden, zum Beispiel durch einen entsprechenden Belag auf der Straße. Viele Autofahrer würden in der Kurve nach Mettlach Schwung für den Berg holen und Gas geben.

Überdies sei ein Lebensmittelgeschäft in der Dorfmitte, das auch ältere Menschen gut erreichen können, unablässlich. Eine Hinweistafel am Leinpfad könnte auf ortsansässige Gewerbebetriebe in Besseringen verweisen, und um Touristen entgegen zu kommen, spricht sich Gisbert Leistenschneider für eine öffentliche Toilette aus, die allen zugänglich sein solle. Zudem sollen die Pfade zum Schinderberg besser beleuchtet werden.

„Wir sollten das erhalten, was da ist“, findet Eric Lang, „es darf nichts wegbrechen.“ Auch eine touristische Aufarbeitung des ehemaligen Haus Sonnenwalds hält er für möglich.

Denkbare Konzepte zur Aufwertung des Dorfes präsentierten Stadtplanerin Andrea Hartz und Annika Bastian, Raumplanerin beim Landschafts-, Stadt- und Raumplanungsbüro „AGL – Hartz, Saad, Wendl“. Zu den Schwerpunkten zählen der Bürgerhausplatz, der Bürgergarten, die alte Abtei und die Schule. Die Wiederbelebung der Gaststube Ponter mit einem Biergarten an der Saar käme in Frage.

Auf den Vorschlag, den Bürgerhausparkplatz auf die Hälfte zu kürzen und zu begrünen, reagierten die Bewohner mit vehementer Ablehnung. „Sie müssen mal sehen, wie viele Autos da tagsüber stehen“, monierten die Besseringer. Auch die Empfehlung, den Bereich um die Kirche zu einem „shared space“ (gemeinsamer Raum) umzugestalten, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, erhielt keine Zustimmung.

Für den Bürgergarten ist ein Lerngarten für die Kita und Schule geplant, ebenso mehr Schatten für heiße Tage. Überflüssig sei die Unterführung bei der Kirche, die durch einen Zebrastreifen ersetzt werden könne.

Die Hauptstraße soll zurückgebaut und – wie in Losheim – sollen Parktaschen vor den Geschäften geschaffen werden. Zudem seien die Bürgersteige entlang der Hauptstraße teilweise in einem schlechten Zustand und bedürften einer Erneuerung. Die alte Schule soll als Mehrgenerationenhaus mit einem Café umgestaltet werden.

Die Resonanz auf die Workshops sei bislang groß und inhaltsgeladen, wie Christian Bies, Leiter des Fachbereichs für Stadtplanung und Umwelt, erzählt. Sie sei insgesamt sogar größer als die beim Gustav-Regler-Platz. „Die Bewohner, die hier mitmachen, entscheiden für ihr Dorf“, sagt Christian Bies, „es betrifft sie jeden Tag.“