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Im Merziger Hafen tut sich was

Nur für Schwindelfreie: An der höchsten Stelle misst der Kletterpark über 20 Meter. Foto: Rolf Ruppenthal
Nur für Schwindelfreie: An der höchsten Stelle misst der Kletterpark über 20 Meter. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Rolf Ruppenthal
Merzig. Im Merziger Hafen entsteht gerade der Kletterhafen, angeblich Europas größter freistehender Kletterpark. Im April soll die Anlage inklusive Biergarten fertig sein – und Kletterfreunde von nah und fern anziehen. Lars Reusch

Das ist schon ganz schön hoch. Den Eindruck gewinnt man bereits, wenn man über die Merziger Saarbrücke fährt, runter zum Yachthafen schaut und die Baustelle entdeckt, auf der sich eine ganze Gruppe riesiger, massiver Baumstämme in die Höhe reckt. Kommt man aber näher, am Trampolini vorbei, auf die Baustelle, und steht direkt vor den Stämmen, deren längster 22 Meter misst, und man stellt sich vor, dass da oben bald Leute von einem Stamm zum anderen schwingen sollen - dann kann einem schon mal etwas schwummerig werden. Aber das soll ja auch so sein: Was wäre ein Kletterpark ohne Nervenkitzel?

Im Merziger Hafen, zwischen dem Trampolini und den Bädern entsteht gerade der Kletterhafen, "Europas größter freistehender Kletterpark", wie Walter Ries, der den Kletterhafen gemeinsam mit Christoph Bäuml betreibt, erzählt: "Wir haben uns gedacht, wenn wir einen Kletterpark machen, dann aber auch den größten!"

Und dafür wird im Hafen gerade ordentlich Hand angelegt. Gerade mal rund drei Wochen dauern die Bauarbeiten an, aber schon ist zu erkennen, was dort im Entstehen begriffen ist: Die Baumstämme, mehr als ein Dutzend und alle aus dem Schwarzwald, stehen schon. Die Trittbretter, auf denen die Kletterer Halt finden sollen, sind auch schon vielfach installiert, und mit ein bisschen Fantasie lässt sich sogar die Schiffsform erahnen, die das Ganze am Ende haben soll - passend zum Hafengebiet. Anfang April soll schon alles für die ersten Kletterer fertig sein. Die Saison wird dann bis Oktober oder November dauern - wie alles in der Region wetterabhängig.

Zwölf verschiedene Parcours sollen im Kletterhafen angeboten werden, von Anfängern bis Fortgeschrittenen soll jeder auf seine Kosten kommen. Abwechslung bieten mehrere Rutschen von Baumstamm zu Baumstamm, und eine Station, bei der man 20 Meter im freien Fall nach unten saust. Ein kleiner Biergarten befindet sich außerdem im Bau, der neben den Kletterern auch Radfahrer auf dem Saarradweg anziehen soll.

Die beiden Betreiber haben zum 1. Februar außerdem das Trampolini übernommen, ein Indoor-Abenteuerspielplatz für Kinder. Ries, 32, und Bäuml, 34, wollen den Hafen attraktiver für Besucher machen, auch mehr Leute von außerhalb anziehen. Sie haben sich ganz bewusst für die Region mit ihrer Nähe zu Luxemburg entschieden. Das Trampolini, sagt Bäuml, sei "etwas in die Jahre gekommen", daher wird die Anlage nach und nach ein bisschen aufgepäppelt: Neue Hüpfburgen sind schon unterwegs, und für die Eltern wollen sie es auch komfortabler machen - weg von Getränkeautomaten, hin zu persönlichem Service.

In der Stadt kommen Ries' und Bäumls Bemühungen offenbar gut an. Immer wieder würden Leute zur Baustelle fahren und sich erkundigen, was da denn passiere, erzählen die beiden. Die Facebook-Seite des Kletterhafens hatte nach wenigen Tagen schon über 1500 Fans. Und die Stadtverwaltung und der Bürgermeister hätten sie von Anfang an unterstützt. Richtiggehend erstaunt waren sie über die Offenheit und Herzlichkeit der Merziger, in der Saarbrücker Geschäftswelt - dort betreiben sie zwei Clubs - gehe es eher anonymer zu.

Zur Eröffnung des Kletterhafens hat sich Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer angekündigt. Ob sie sich dann auch auf den 22-Meter-Baum traut?

www.kletterhafen.de



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EintrittspreiseKleinkinder ab fünf Jahren zahlen acht Euro Eintritt. Der Normalpreis beträgt Montag bis Donnerstag 19 Euro , Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen 22 Euro . Schüler, Studenten, Azubis und Senioren zahlen einen ermäßigten Preis: montags bis donnerstags 17 Euro , freitags bis sonntags und an Feiertagen 20 Euro . lre