Im Grünen Klassenzimmer auf dem Kreuzberg lernen Kinder über die Natur

Kindern lernen über die Natur : Grünes Klassenzimmer auf dem Kreuzberg

Im Garten der Sinne erfahren Kinder und Jugendliche die Bedeutung von Naturschutz und Artenvielfalt jetzt hautnah.

„Was ist das?“, fragt Marliese Bücher und zeigt mit ihrem Finger auf ein Gewächs mit vielen großen, grünen Blättern. „Salat“, antworten ihr zahlreiche Kinder, dann zeigt sie zufrieden auf die nächste Pflanze. „Und das?“ Die Schüler mustern den lilafarbenen Stängel und die grün-violetten Farben der Blätter. „Rote Beete“ schlussfolgern sie.

Welche Gemüsesorten im Garten wachsen, können Schüler in der „Kreativen, grünen Lernwelt“ auf dem Gartengelände im Garten der Sinne lernen. Mit einem Freiluft-Klassenzimmer, einem Holzhaus als überdachtes Klassenzimmer, einem Barfußweg, einem Teich sowie einem Gemüse- und Obstgarten mit Hochbeeten öffnete das grüne Klassenzimmer im Garten der Sinne, das sich primär an Schulklassen und Kindergärten richtet. Die Kinder sollen auf dem Kreuzberg spielerisch die Verbundenheit zur Natur und zur Artenvielfalt sowie dem Umweltschutz lernen.

Seit Eröffnung des „Gartens der Sinne“ im Jahre 2002 habe sich der Garten immer wieder verändert und erweitert, sagte Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich in ihrer Begrüßungsrede. „Ausgangspunkt vieler Veränderungen waren die Ergebnisse der Besucherbefragungen, die das Team des Gartens von Anfang an durchgeführt hat. Die Rückmeldung der Besucher, ihre Kritik und Anregungen waren eine Leitlinie, wenn es um Veränderungen im Garten ging. So war auch der Besucherwunsch, aktiv Natur zu erleben und kreativ zu gestalten, mit ausschlaggebend für die Entscheidung, eine ‚Kreative, grüne Lernwelt‘ zu bauen“, erläuterte sie. Nach nur fast zwei Jahren Bauzeit war es nun soweit. Der Bereich steht jedem Besucher offen, ebenso sind feste Angebote zu dem Bereich „Naturleben“ vom Team des Gartens geplant.

In dieser Holzhütte finden die Schüler Schutz vor Regen im neuen grünen Klassenzimmer. Foto: leis/Tina Leistenschneider
Umwelt-Staatssekretär Roland Krämer (Mitte) pflanzt mit dem Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld (rechts von ihm) und Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich (links neben Krämer) sowie mehreren Schülern Sellerie im neuen Hochbeet im Garten der Sinne auf dem Kreuzberg. Foto: leis/Tina Leistenschneider

Rund 88 800 Euro kostete die Maßnahme, die mit rund 46 600 Euro von der Europäischen Union aus dem Förderfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert wurde. Weitere Landesmittel in Höhe von etwa 15 500 Euro stellte das Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz zur Verfügung und mit Eigenmitteln von rund 26 600 Euro beteiligte sich der Landkreis Merzig-Wadern aus den Leader-Mitteln an der Gartenerweiterung. Staatssekretär Roland Krämer lobte die Mittel der Europäischen Union zur Förderung des ländlichen Raums und sprach die Themen Landwirtschaft und Artenschutz an. „Wir müssen darauf aufmerksam machen, damit viele Arten weiterleben können“, sagte Krämer. Bürgermeister Marcus Hoffeld sprach von einer Bereicherung für den Garten der Sinne. „Es gibt viel zu sehen und zu beobachten“, sagte Ulrike Heffinger, Leiterin des Gartens. Neben den angelegten Insektenwiesen wolle man auch Getreidesorten anpflanzen, um mit den Schülern Brot backen zu können. Musikalisch umrahmt wurde die Einweihung von Schülern der Kreuzbergschule Merzig, die Lieder aus ihrem Musical „Tuishi pamoja - Klänge aus Afrika“ sangen, das am Mittwoch, 5. Juni, in der Stadthalle Merzig aufgeführt wird.

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