"Ihr seid ein Vorbild für alle Schüler" Landkreis belohnt Wissensdurst

"Ihr seid ein Vorbild für alle Schüler" Landkreis belohnt Wissensdurst

Nicht nur herausragende schulische Leistungen, sondern auch großes soziales Engagement und Erfindergeist standen am Freitag beim Merziger Peter-Wust-Gymnasium (PWG) im Mittelpunkt einer Feierstunde, die inzwischen Tradition an der Schule hat. Ob Börsenspiel, europäischer Bilderwettbewerb oder sportliche Höchstleistung: Breit gestaffelt waren die Themen auf der Liste der zu Ehrenden

Nicht nur herausragende schulische Leistungen, sondern auch großes soziales Engagement und Erfindergeist standen am Freitag beim Merziger Peter-Wust-Gymnasium (PWG) im Mittelpunkt einer Feierstunde, die inzwischen Tradition an der Schule hat. Ob Börsenspiel, europäischer Bilderwettbewerb oder sportliche Höchstleistung: Breit gestaffelt waren die Themen auf der Liste der zu Ehrenden. Schulleiterin Gabriele Hewer erläuterte: "Die schulische Bildung manifestiert sich in den fachlichen Leistungen der Schüler." Als neue Schulleiterin freue sie sich, an gute Traditionen anknüpfen zu dürfen.

Teil der Schulkultur

"Diese Schülerehrung ist seit ihrer Einführung vor 15 Jahren ein fester Bestandteil unserer Schulkultur geworden", sagte die Direktorin. Ihr Anliegen sei es, so Hewer weiter, das hohe Ausbildungsniveau innerhalb der Schule zu fördern. Zu einem guten und lebendigen Schulleben gehöre aber ebenso außerschulische Begeisterung: "Eintreten für die Schulgemeinschaft, soziales Engagement sowie Erfolge im kulturellen sowie sportlichen Bereich", sagte Hewer.

Schule bekannt gemacht

Großartige Leistungen bestätigte auch Hans Kollmann, der Vorsitzende des Schulvereins, in der randvoll besetzten Aula des PWG. Immer wieder könne man mit Freude feststellen, wie die Schüler ihr Gymnasium bis weit über die Grenzen der Region bekannt machten, sagte Kollmann. Als Elternsprecherin wandte sich Judith Kost an die jungen Leute: "Ihr seid ein Vorbild für alle Schüler." Allerdings machten die Eltern den Erfolg erst durch ihre persönlichen Beiträge möglich. "Es ist gute Tradition, dass die Kreisstadt Merzig die erfolgreichen Teilnehmer der DELF-Französischprüfung auszeichnet", sagte der städtische Beigeordnete Marcus Hoffeld. Das große Teilnehmerfeld sei Beleg für den hohen Leistungsstand der Schule. Und gleich zu Beginn der Ehrungen freute sich die Schulleiterin über eine außergewöhnliche Leistung: Unter den Jahrgangsbesten hatte Johannes Bock aus der Jahrgangsstufe fünf die Traumnote 1,0 erreicht.

Viel Applaus für Musiker

Zahlreiche weitere Leistungsträger hatten den Applaus der Gäste auf ihrer Seite. Ganz besonders freute sich die mehrfach ausgezeichnete Stella Clemens. Aufgrund ihrer sportlichen Leistungen wurde sie kürzlich in den Diskus-Bundeskader berufen. Großes Lob aber auch für das gute Abschneiden der Bigband beim überregionalen Jazz-Wettbewerb in Bingen (wir berichteten).

Ein großes und buntes Musikprogramm bildete den festlichen Rahmen der Ehrung. Mit von der Partie waren: Der Unterstufenchor mit den Solistinnen Elisa Rehlinger und Hanna Jager, der PWG-Chor Chorioso (Leitung Thomas Berger), die PWG-Bigband unter Leitung von Dirk Sauer, die Musical-AG mit Solistin Muriel Kopp, Charlotte Tkany, Diana Brill, Hannah Friedrich und Elena Schein, dazu die Tanzgruppe unter Leitung von Gabriela Husung. Besonderer Dank ging an die Preisträger des Wettbewerbs "Jugend musiziert" mit Pauline Kopp (Violine), Emanuel Rheinert (Viola), Tobias Ripplinger (Violincello) und Alexander Stein (Klavier). Ihr begeisternder Vortrag stand unter Leitung von Ute Heupel-Löw.Merzig. Mit Stolz blickte am Freitag das gesamte Peter-Wust-Gymnasium auf einen begabten jungen Tüftler und hervorragenden Schüler. Im Bereich Technik hatte der Neuntklässler Matthias Riegler eine besondere Errungenschaft vorzuweisen. Für die Entwicklung seines Quadrokopters, eines vierschenkeligen Flugobjektes, zeichnete ihn der Kreisbeigeordnete Konrad Pitzius mit dem Preis der Landrätin aus. "Wer forscht, ist kreativ, wissbegierig und zeigt Wissensdurst", lobte Pitzius. Ein Forscher gehe den Dingen auf den Grund und ließe sich nicht von der Menge des noch Unerforschten abschrecken. Er nehme die Dinge nicht als gegeben hin, sondern schaue, was wirklich dahinterstecke. "All diese Fähigkeiten hast Du bereits unter Beweis gestellt", sagte der Kreisvertreter.

Mit dem Quadrokopter habe er die Jury des Wettbewerbes "Schüler experimentieren" überzeugen können und es sogar souverän zum Landessieger geschafft. Im Bundeswettbewerb Jugend forscht hatte der pfiffige Schüler des PWG am Bundesfinale in Kiel teilgenommen, wusste Pitzius.

Auch Klassenlehrer Arne Holst war von den Leistungen seines Schülers angetan. "Matthias hat das Projekt fast vollständig alleine durchgezogen", bestätigte er. Imponierend sei die Vielseitigkeit des Schülers. Das Planerische, den handwerklichen Aspekt und die Programmierung der komplizierten Steuerung habe Matthias hervorragend bewältigt, so Holst.

In nur drei Wochen habe er die Planung zu seinem Fluggerät durchgezogen, erklärte Matthias gegenüber der SZ. "Seit ich klein war, habe ich mich mit Elektronik befasst und programmiere Mikrocontroller", erklärte der Technik-Freak seine mittlerweile fundierten Kenntnisse.

Ein großes Kompliment zollte der Schüler seinem Lehrer: "Herr Holst hat mich sehr gut unterstützt und mir bei schwierigen technischen Entscheidungen geholfen." Vor allem habe sein Lehrer viel zur Umsetzung des Software-Programms beigetragen. Stillstand wird es bei dem findigen jungen Forscher nicht geben. "Als nächstes plane ich den Bau eines Hexakopters, also einen Hubschrauber mit sechs Rotoren, bei dem sogar einer ohne Absturzgefahr ausfallen kann", kündigte Matthias an. Dieser sei dann zum Beispiel für Feuerwehreinsätze in Gebäuden einsetzbar. owa

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