Ideenwettbewerb zur Seffersbach-Neugestaltung ist angelaufen

Merzig : Ideenwettbewerb ist angelaufen

Bis 29. März erarbeiten drei Planungsbüros ihre Ideen zur Umgestaltung von Seffersbachbereich und Gustav-Regler-Platz in Merzig.

Am Donnerstag ist er angelaufen, der städtebauliche Ideenwettbewerb zur Neugestaltung von Gustav-Regler-Platz und Seffersbachbereich in Merzig. Mit der Aussendung der Wettbewerbsunterlagen an die beteiligten Planungsbüros einher ging auch deren öffentliche Auslegung im Mehrgenerationenhaus am Seffersbach. Dort können sie bis Donnerstag, 14. Februar, 18 Uhr, zu den Öffnungszeiten des offenen Treffpunktes eingesehen werden. Neben den Mappen mit den Ausschreibungs-Unterlagen finden sich Notizbücher, in denen die Bürger Anregungen, und Ideen hinterlassen können. Diese werden, wie der Merziger Bauamtsleiter Christian Bies betont, von der Verwaltung an die Wettbewerbsteilnehmer weitergeleitet, damit diese sie bei ihren Überlegungen berücksichtigen können.

Drei Architekturbüros nehmen an diesem Ideenwettbewerb teil: Wandel Lorch Architekten aus Saarbrücken, die Bürogemeinschaft Latz und Partner/Püttlingen und Dutt & Kist Saarbrücken sowie die Bürogemeinschaft M.E.S.S. Stadtplaner/Kaiserslautern und Bochem_Schmidt Archiekten Merzig. In den 35-seitigen Wettbewerbs-Exposé, das um diverse Anhänge mit Kartenauszügen ergänzt ist, sind die Aufgabenstellungen für den Ideenwettbewerb definiert: Die von den Planern zu erarbeitenden Vorschläge für die Neugestaltung des Planungsraumes Seffersbach/Am Werthchen/Gustav-Regler-Platz sollen dazu beitragen, dass der gesamte Bereich städtebaulich aufgewertet und die dortige „Hinterhofsituation“ aufgelöst wird. Eine klare Festlegung findet sich in der Aufgabenbeschreibung: „Der Gustav-Regler-Platz wird von Wohnbebauung bzw. großen Gebäuden freigehalten.“ Insbesondere dieser Punkt hatte im vergangenen Jahr eine heftige öffentliche Kontroverse ausgelöst, nachdem die Stadt Pläne vorgestellt hatte, auf einem Teil des Platzes ein mehrgeschossiges Wohn- und Geschäftsgebäude errichten zu lassen. Ob und wie in Zukunft Autoverkehr entlang dem Seffersbachufer möglich sein soll, dazu trifft die Ausschreibung eher unscharfe Aussagen. Wörtlich heißt es: „Der Straßenraum braucht eine Überarbeitung im Zusammenhang mit Entscheidungen zum Verkehrsfluss und der Parkierung. Wie, ist offen.“ Ebenfalls Bestandteil der Wettbewerbsunterlagen sind die Dokumentationen zu den drei Bürger-Workshops, die kurz vor dem Jahreswechsel zu diesem Thema stattgefunden hatten. Die dort gesammelten Anregungen und Meinungen sind nach den Worten von Bauamtsleiter Christian Bies unkommentiert in die Ausschreibung übernommen worden. „Die Büros sollen spüren, was die Leute bewegt.“ Darum soll es auch am 18. Februar ein erstes nicht öffentliches Kolloquium mit den drei teilnehmenden Büros geben, dem sich gegen 16.30 Uhr ein öffentlicher Stadtrundgang mit interessierten Bürgern anschließen soll.

Nur wenige Tage später, am Freitag, 22. Februar, sollen die Büros ihre ersten Zwischenergebnisse vor der Jury und interessierten Bürgern präsentieren. Die Abgabefrist für die Vorlage der fertigen Planungsentwürfe ist am 29. März. An diesem Tag sollen die Planer zunächst ihre Vorschläge der Jury und anschließend der Öffentlichkeit vorstellen. Im Anschluss daran wird die Jury ihr endgültiges Votum fällen. Dieses Juryvotum wird als Vorlage für den anschließenden Beschluss des Stadtrates dienen, der für den 11. April vorgesehen ist.

Neben den sieben stimmberechtigten Mitgliedern der Jury (siehe Infokasten) gehören dem Gremium auch zwei nicht stimmberechtigte Mitglieder ein: Eins davon ist Hannah Spanier, stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI), die sich im vergangenen Jahr gegründet hat, um gegen die Bebauungspläne für den Reglerplatz mobil zu machen. Spanier sagte, die BI werde weiterhin sehr wachsam sein, was die Umgestaltung des Gebietes betrifft. „Es ist nicht so, dass unsere Skepsis gänzlich aus der Welt geschafft wäre.“ Die BI werde sehr genau unter die Lupe nehmen, wer die teilnehmenden Architekturbüros sind und was deren Arbeiten charakterisiert. Spanier sagte, die Mehrheit der Menschen wünsche bei der Neugestaltung „mehr Grün, mehr Bäume, mehr Natur“. Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld begründete die eher unübliche öffentliche Auslegung der Wettbewerbsunterlagen so: „Wir wollen die Transparenz, die wir zugesagt haben, auch dokumentieren.“ Hoffeld bekräftigte, die Neugestaltung des Seffersbach-Bereiches solle kein Wahlkampfthema werden, deswegen sei auch der Beschluss des Stadtrates bereits für den 11. April vorgesehen – rund sechs Wochen vor der Kommunal- und Bürgermeisterwahl.

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