Ideenwettbewerb zum Regplerplatz in Merzig endet ohne eindeutigen Sieger

Merzig : Keine Idee überzeugt die Jury komplett

Beim Ideen-Wettbewerb zum Gustav-Regler-Platz und Seffersbachbereich hat die Jury keinen ersten Platz vergeben.

Der Ideen-Wettbewerb zur Neugestaltung von Gustav-Regler-Platz und Seffersbachbereich endet mit einem Patt. Keiner der drei am Freitag vorgestellten Entwürfe der beteiligten Planungsbüros wurde von der Jury des Wettbewerbs zum eindeutigen Sieger gekürt. Stattdessen vergab die Wettbewerbsjury (siehe Info) zwei zweite Plätze und einen dritten Platz. Auf diesem dritten Platz landete das Konzept des Kaiserslauterer Planungsbüro M.E.S.S. Stadtplaner. Die beiden zweiten Plätze teilen sich die Entwürfe von Wandel Lorch Architekten aus Saarbrücken sowie der Bürogemeinschaft Latz und Partner Püttlingen und Dutt & Kist Saarbrücken. Dies teilte der Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld der SZ auf Anfrage mit. Das Juryvotum, das am späten Freitagabend nach mehrstündiger Beratung fiel, ist allerdings nicht bindend für die abschließende Entscheidung des Merziger Stadtrates zur Neugestaltung des Areals. Diese soll in der Stadtratssitzung am 11. April fallen. Die Entscheidung der Jury hat dabei nur empfehlenden Charakter.

Der wohl radikalste Entwurf stammte vom Büro M.E.S.S. Stadtplaner/Kaiserslautern und Bochem_Schmidt Archiekten, Merzig: Ihrer Idee nach sollte der Gustav-Regler-Platz um etwa 1,80 Meter abgesenkt und so der Seffersbach erlebbar werden. Treppen- und Sitzstufen sollen die Bürger von der befahrbaren Promenade auf den Platz führen, für Einsatzfahrzeuge und den barrierefreien Zugang sollte eine Rampe entstehen. Bei Hochwasser staue sich das Wasser auf dem abgesenkten Platz. In seiner Nutzung ließen die Stadtplaner den Platz neutral, auch Bäume fanden dort keinen Platz. Durch eine Wohnbebauung strebten sie die Beseitigung der Hinterhofkulisse in der Straße „Am Werthchen“ an, dadurch sollte gleichzeitig die Sicherheit auf dem Platz erhöht werden, weil die Bewohner diesen im Blick hätten. Florian Groß vom Büro M.E.S.S. nannte dies „soziale Kontrolle“. Als Wohnbebauungen stellte das Team sich dreigeschossige Stadthäuser mit spitz zulaufenden Dächern vor, die für mehr Hochwasserschutz auf Sockeln errichtet werden sollten. Nach hinten raus verfügten sie über begrünte Balkone, unter ihnen sollten im Erdgeschoss die Parkplätze der Anlieger sein. Der Verkehr sollte beruhigt auf der Promenade durchfließen.

Eine klare Baulinie zwischen Platz und Straße durch Wohnbebauung befürworteten die Bürogemeinschaft Latz und Partner/Püttlingen und Dutt & Kist Saarbrücken in ihrem Entwurf. Als Schutz vor Hochwasser empfahlen sie, den Platz vom Seffersbach hin zu den Gebäuden leicht ansteigen zu lassen. In den Erdgeschossen der Gebäude befände sich Platz für bis zu 80 Anlieger-Stellplätze, darüber lägen auf drei Etagen ebenfalls Wohnungen. Mittels Baumtoren sollte die Straße „Am Werthchen“ als verkehrsberuhigter Bereich mit maximal 20 Kilometern pro Stunde gekennzeichnet werden. Den Gustav-Regler-Platz teilten sie in drei Bereiche auf: Während rechts und links der Bach durch terrassierte Abtreppung erlebbar werden sollte, könnten in der Mitte Aktivitäten stattfinden, zum Beispiel ein Lesecafé mit Bezug zum Namensgeber des Platzes. Zudem überlegten sie, das andere Ufer des Baches barrierefrei zu gestalten, in das Bachbett kleine Staustufen einzubauen, die für eine beruhigende Geräuschkulisse sorgten und gleichzeitig die Fließgeschwindigkeit des Baches da drosseln, wo Kinder an begehbaren Steinen im Bachbett spielen könnten. Für die Verbundenheit der Stadt zum Apfel schlug das Team vor, Apfelbäume auf dem Platz zu pflanzen, unter denen die Bürger auf Bänken sitzen könnten.

Unberührt blieb der linke Bereich des Gustav-Regler-Platzes beim Architekten-Team von Wandel Lorch aus Saarbrücken. Dort sollte die derzeitige Rampe zum Seffersbach erhalten bleiben, der Fokus lag dagegen auf der Mitte des Platzes, auf dem oval-förmig mehrere Bäume gepflanzt werden sollten. Gegenüber der Liebesinsel, die bei allen drei Teams ausdrücklich unzugänglich bleiben soll, schlug Andrea Wandel ebenfalls eine terrassierte Abtreppung zum Bach hin vor, um eine Renaturierung des Seffersbachs und einen naturnahen Wasserlauf erlebbar zu machen. Statt einer glatten Trennlinie zwischen Platz und Hinterhofkulisse machte Wandel den Vorschlag, einzelne Sockelbauten entlang der Brandschutzgassen zu errichten, deren Fassaden mit Hecken oder Pelargonien versehen werden könnten. Während im Erdgeschoss der Gebäude Raum für Stellplätze wäre, liegen darüber drei Etagen mit barrierefreien Wohnungen.

Welche Idee den Bürgern am besten gefiel, hielten sie in einem Bürgervotum fest. In diesem bewerteten sie die drei Entwürfe anhand von vier Kriterien und vergaben Punkte für das Gestaltungs- und Nutzungskonzept des öffentlichen Freiraums, das städtebauliche und architektonische Konzept, die Gestaltung des fließenden Verkehrs sowie die Ökologie und Hochwasserschutz. Bei Abschluss des Votums lag das Büro M.E.S.S. mit seiner Idee vorne.

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