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Hunde bleiben vorerst an der Leine

Die Chance für Hunde, auf einer eigenen Wiese ohne Leine zu laufen, hat sich vorerst zerschlagen. Foto: Daniel Haupold/dpa
Die Chance für Hunde, auf einer eigenen Wiese ohne Leine zu laufen, hat sich vorerst zerschlagen. Foto: Daniel Haupold/dpa FOTO: Daniel Haupold/dpa
Merzig. Zwei Ratsmitglieder sprachen sich für die Hundewiese aus, fünf enthielten sich: eine eindeutige Absage an einen Ort, wo Hunde ohne Leinenzwang umhertollen könnten. Unkalkulierbare Kosten standen im Raum. Christian Beckinger

Das Vorhaben, in Merzig eine Hundewiese anzulegen und damit eine abgegrenzte, umzäunte Freilaufzone für Hunde zu schaffen, ist gescheitert. Der Stadtrat sprach sich unlängst mit großer Mehrheit gegen einen entsprechenden Vorstoß aus, mit denen "einige Hundebesitzer" (so die Verwaltung in ihrer Vorlage an den Rat) an die Stadt herangetreten waren (wir berichteten).


Nach Darstellung der Verwaltung habe die Stadt elf mögliche Standorte für ein solches Areal auf ihre Eignung hin geprüft. Diese Prüfung habe lediglich eine Wiesenfläche in der Nähe der Kläranlage grundsätzlich für geeignet gehalten. Allerdings gab die Verwaltung in ihrer Vorlage an den Rat auch zu erkennen, dass sie den Sinn einer solchen Auslaufzone anzweifelt: "Aus Sicht des Fachbereiches wird eine Hundewiese weder dazu beitragen, dass Hunde künftig auf öffentlichen Flächen nicht mehr frei laufen gelassen werden noch wird das Problem des Abkotens auf öffentlichen Flächen hiermit gemindert oder gar gelöst." Hundewiesen gebe es zwar in Deutschland, allerdings überwiegend in Ballungszentren.

Vorbehalte äußerte die Stadt auch wegen der Kosten für die Anlegung und spätere Unterhaltung der Hundewiese. Es würde rund 20 000 Euro kosten, das Areal baulich als Hundewiese herzurichten, schätzte die Verwaltung. Die Kosten für das Entleeren von Abfallgefäßen, das Ausmähen der Wiese selbst und der Fläche jenseits des Schutzzaunes wurden auf rund 2000 Euro im Jahr geschätzt. "Nicht zu kalkulieren ist derzeit weder der Aufwand, der betrieben werden muss, um die Hinterlassenschaften der Hunde zu beseitigen noch die der Betrieb der Anlage mit sich bringen wird", heißt es in der Beschlussvorlage an den Rat. Einrichtung und Betrieb der Hundewiese würden eine neue, zusätzliche freiwillige Leistung darstellen. Bislang seien im städtischen Haushalt keine Gelder dafür eingestellt.



Bernhard Morbe (Freie Wähler ) unterstützte trotz der ins Feld geführten Bedenken die Forderung nach einer Hundewiese: "Ich finde, dass in Merzig so etwas gebraucht wird", sagte Morbe. Er könne nicht nachvollziehen, warum es in der Kreisstadt so schwierig sein soll, einen Platz zu finden, "wo ich mit meinem Hund hingehen kann und ihn ohne Leinenzwang mit anderen Hunden spielen lassen kann". Morbes Appell verhallte weitgehend ungehört: Zwei Ratsmitglieder sprachen sich für die Hundewiese aus, fünf enthielten sich.