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Orscholz
„Hotel zerschneidet keine Wanderwege“

Wohnen in der Natur: Was im Glamping-Resort in Kleinblittersdorf schon möglich ist, soll nach Wunsch von Verwaltung und Gemeinderat in Mettlach auch bald in Orscholz Realität werden.
Wohnen in der Natur: Was im Glamping-Resort in Kleinblittersdorf schon möglich ist, soll nach Wunsch von Verwaltung und Gemeinderat in Mettlach auch bald in Orscholz Realität werden. FOTO: Glamping GmbH
Orscholz „. Gestern haben Bürgermeister Daniel Kiefer und die Investoren die städtebaulichen Pläne in Orscholz und für die Cloef vorgestellt.

Das geplante Hotel mit angeschlossenem Glamping-Resort wird weder Wanderwege blockieren noch zerschneiden“, sagte Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer gestern bei einem Pressegespräch. Die Holzhäuser sollen nach den Worten des Verwaltungschefs in einem Waldstück entstehen, durch das kein Weg führt. Mit dieser Aussage trat er entsprechenden Befürchtungen von Orscholzern entgegen. Jeanne Dillschneider, stellvertretende Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Saar und Sprecherin der Grünen Jugend, hatte moniert, dass Anwohner, Touristen und Besucher des Reha-Zentrums zwischen Zäunen die Natur genießen müssten, wenn der Plan Realität werde. Auch der ehemalige Ortsvorsteher Hermann Kiefer, ein Parteigenosse des Bürgermeisters, läuft gegen das Projekt Sturm. Seine Angst: Große Teile des Varadeser Parks verschwinden (wir berichteten).


Gegen die Aussage, die einzigartige Naturlandschaft werde beeinträchtigt, wehrte sich Sven Becker, Projektleiter der Glamping GmbH, vehement . Er kündigte rechtliche Schritte an, wenn dies weiter behauptet werde. Diese Aussagen würden dem Unternehmen schaden. Die Glamping-Hütten würden der Natur angepasst – nicht umgekehrt. „Wir wollen, dass unsere Gäste ein Walderlebnis haben.“ In einem ersten Schritt sollen in dem Hotel 45 Zimmer und 30 Glamping-Unterkünfte entstehen, in einem weiteren die gleiche Anzahl noch einmal, wenn dieses Angebot angenommen werde. In eine Planung sei man  noch nicht eingestiegen. „Das machen wir erst, wenn wir Eigentümer des Grundstückes sind. Was vorliegt, sind nur Entwürfe.“

Nach den Worten von Bürgermeister Kiefer ist man seit langem auf der Suche nach einem Hotel-Investor – bislang vergebens. Als gebürtigem Orscholzer sei ihm daran gelegen, endlich zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten für den Ort zu gewinnen. Das Konzept der Glamping GmbH habe überzeugt. „Aus dem Gutachten von 1990 lässt sich herauslesen, dass das komplette Areal zwischen Cloefstraße und Cloef zum kurtouristischen Bereich ausgebaut werden soll und zudem versucht werden soll, durch Wegenetze den Ort mit einzubinden“, sagte er. Bereits 1991 sei der Bebauungsplan Mettlacher Wald-Cloefstraße aufgestellt worden – mit der Rehaklinik Saarschleife und dem Gesundheitszentrum auf 18,8 Hektar. Ein Hotel, westlich davon geplant, sei aus verschiedenen Gründen nicht realisiert worden. 2003 habe der Gemeinderat dann den Bebauungs-Plan (B-Plan) für dieses Areal geändert, um den Bau einer Kinderfachklinik zu ermöglichen – genau auf dem 3,5 Hektar großen Gelände, auf dem das Glamping-Resort vorgesehen sei. Mit dem Projekt werden nach Kiefers Ansicht zusätzliche Beherbergungsmöglichkeiten realisiert, was man sich vor 27 Jahren gewünscht hatte.



Auch der Zustand des Waldspielplatzes am Blumenfels, mittlerweile in die Jahre gekommen, habe ihn  umgetrieben. „Er muss saniert werden.“ Hier sei die Erlebnis-Akademie (EAK), die den Baumwipfelpfad betreibt, in die Bresche gesprungen. Der Plan: Die EAK pachtet das Gelände und zieht den neuen Waldspielplatz hoch. Für dessen Besuch ist geplant, Eintritt zu verlangen. „Einen genauen Preis wissen wir noch nicht, aber zehn Euro, wie behauptet, muss man nicht zahlen“, sagte Carina Becker, Regionalleiterin Süd der EAK. Kosten: 800 000 bis 900 000 Euro. 250 000 bis 300 000 Euro sind laut Becker nötig, um die Waldgaststätte zu sanieren. Neben dem Waldspielplatz, für das sie neben Spielgeräten aus Holz auch Lernstationen ankündigte, wird in unmittelbarer Nähe ein kostenloser Spielplatz entstehen.

Ob in Sachen Spielplatz oder Hotel: Man sei in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden und -verbänden, sagte Kiefer. Von den Projekten erwarte man eine längere Verweildauer der Gäste an der Cloef. Eine Bürgerbeteiligung, wie von Grünen-Politikerin Jeanne Dillschneider gefordert, sieht er nicht als erforderlich an. „Es werden nur alte B-Pläne umgesetzt.“ Er stellt aber eine Bürgerinformation in Aussicht, sobald die Pläne vorliegen.

(mst)